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  • Überführt von Sünde

    Es gibt einen Unterschied zwischen: „ja, stimmt, ich bin kein perfekter Mensch“ und einem echten, unbequemen Eingeständnis, dass zwischen dir und Gott wirklich etwas nicht in Ordnung ist. Ersteres braucht bereits einige Überwindung – aber Letzteres ist für viele von uns ein schwerer, beinahe schmerzhafter Schritt. So ehrlich mit sich selbst zu sein, kostet uns unseren Stolz.

    Die Bibel sagt uns, dass wir diesen Schritt ohne Hilfe auch gar nicht tun können. Von Jesus wissen wir, dass Gott diese Hilfestellung durch seinen Heiligen Geist gibt:

    „Wenn er kommt, wird er die Welt von ihrer Sünde und von Gottes Gerechtigkeit und vom Gericht überzeugen. Die Sünde der Welt ist, dass sie nicht an mich glaubt.“

    Die Bibel, Johannes 16,8-9

    Wenn du also wissen möchtest, ob es wirklich wahr ist, dass die Menschheit insgesamt und du ganz persönlich Sündenschuld hast vor Gott, dann bekommst du bei dieser Suche nach der Wahrheit also göttliche Hilfe. Und Jesus sagt uns hier auch, worin konkret diese Hilfe besteht: Wir bekommen Gottes Gerechtigkeit gezeigt, Gottes Gericht und verstehen, was Sünde wirklich ist. Sünde fängt nämlich nicht erst bei unseren Werken an – egal, ob sie gut oder böse sind. Unsere Taten sind die Konsequenz einer inneren Überzeugung, unserer Haltung gegenüber Gott. Am Ende ist der Kern unserer Sünde daher immer derselbe: dem Sohn Gottes nicht zu glauben und zu vertrauen – und damit auch nicht dem Vater, der ihn gesandt hat.

    Das Evangelium von Jesus Christus, die gute Botschaft, dass Gott durch das Kreuz seines Sohnes allen Menschen eine unverdiente Vergebung der Sünden kostenlos anbietet, ist sowohl das Mittel, durch das wir erkennen können, dass wir Sünder sind und diese Rettung brauchen, als auch das Mittel, durch das wir gerettet werden, wenn wir uns entscheiden, unser Vertrauen auf Jesus zu setzen.

    So erging es zum Beispiel einer ganzen Menschenmenge, als Petrus in Jerusalem zum ersten Mal öffentlich von Jesus predigte:

    „Als die Leute das hörten, waren sie von dieser Botschaft tief betroffen. Sie fragten Petrus und die anderen Apostel: Brüder, was sollen wir tun?“

    Die Bibel, Apostelgeschichte 2,37

    Wenn auch du wissen möchtest, was die Wahrheit und die gute Botschaft von Jesus Christus wirklich ist, möchten wir dich einladen, das Evangelium zu lesen, das uns der Apostel Johannes aufgeschrieben hat, denn:

    „Diese aber wurden aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem Namen das ewige Leben habt.“

    Die Bibel, Johannes 20,31
  • Ein kritischer Blick in den Spiegel

    Gestern haben wir mit einem offenen Gedanken aufgehört: Sünde liegt in der Natur des Menschen. Jeder Mensch ist ein Sünder. Deswegen muss auch kein Kind erst lernen, egoistisch zu sein, zu lügen oder zu stehlen – denn wir kommen schon alle mit diesen Anlagen zur Welt.

    Die Bibel nennt es beim Namen: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst…“ (1. Johannes 1,8). Aber es ist ein großer Unterschied zwischen der allgemeinen Einsicht, dass die Menschheit insgesamt ein Problem hat und der persönlichen Erkenntnis, selbst Teil des Problems zu sein. Der erste Gedanke lässt sich bequem und sachlich von außen betrachten: „Die anderen sind das Problem.“ Der zweite trifft auch dich direkt. Und darum geht es uns heute.

    Ein Beispiel: Selbst König David, der von der Bibel explizit als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet wird (1. Samuel 13,14), musste auch genau das erkennen. So vorbildlich er in seiner Beziehung zu Gott auch gewesen sein mag, sündlos war er nicht. Nachdem er einmal tief in Sünde gefallen war und später mit der Wahrheit über sein Handeln konfrontiert wurde, schrieb er auch darüber. Aber nicht: „die Menschen sündigen“, sondern in schonungsloser Klarheit:

    „Ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir.“

    Die Bibel, Psalm 51,5

    „Meine Übertretungen“ – „Meine Sünde“ – Hier redet ein Mann, dessen Gewissen ihn „allezeit“ angeklagt hat, sodass ihm seine Schuld ständig vor Augen stand. Das ist keine allgemeine Aussage mehr über die Menschheit als Ganzes, sondern ein persönliches Schuldeingeständnis vor Gott und Menschen: „Ich habe das getan. Ich habe gesündigt.“

    Unsere Frage an dich ist, wie du dein Leben und die Entscheidungen, die du bisher getroffen hast, einschätzt? Wie deine Motivation hinter den Entscheidungen? Wie deine Gedanken über andere Menschen? – War das immer tadellos?

    Bei diesem Thema und Fragen dieser Art ist es eine ganz natürliche Reaktion, wenn sich unser Stolz regt. Es ist ganz normal, dass wir gerne gut von uns selbst denken möchten. Die meisten Menschen versuchen durchaus auch ganz bewusst, gut zu leben. Aber die Realität ist, dass es uns nicht immer gelingt. Vor allem in unbeobachteten Momenten und in unserer Gedankenwelt tun wir zuweilen Dinge, von denen wir wissen, dass sie nicht in Ordnung sind und für die wir uns schämen würden, sollten sie je öffentlich werden.

    Gott sagt uns in der Bibel sehr deutlich, dass wir alle, ohne Ausnahme, Sünder sind. Deswegen entscheidet deine Haltung zu dieser Sache grundsätzlich darüber, wie du Gott begegnest. Und da gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder du sagst: „Gott, du hast Recht“ – oder du sagst: „Gott, du irrst dich“.

    Was sagst du dazu?

    „HERR, wenn du unsere Sünde anrechnen würdest, wer, Herr, könnte da bestehen?“

    Die Bibel, Psalm 130,3
  • Ein kritischer Blick auf die Menschheit

    Wer sich die Geschichte der Menschheit ehrlich ansieht, der steht vor einem Abgrund aus Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Korruption, Grausamkeit, Krieg und mehr. Es zieht sich durch jede Kultur und jede Epoche. Das Schlimmste: Während in den letzten 6.000 Jahren unsere wissenschaftliche und technologische Entwicklung raketenhaft vorangeschritten ist, haben wir uns moralisch genau gar nicht weiterentwickelt. Alle großen Probleme, die uns plagen, sind die gleichen wie vor Jahrtausenden. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, was mit der Menschheit als Ganzem grundlegend nicht stimmt. Nicht nur mit „den anderen“. Mit uns allen.

    „Keiner ist gerecht – nicht ein Einziger. Alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren.“

    Die Bibel, Römer 3,10.23

    „Keiner“ – „nicht ein Einziger“ – „Alle Menschen haben gesündigt“. Hier wird niemand herausgegriffen, keine bestimmte Gruppe, kein bestimmtes Volk, keine bestimmte Generation. Die Diagnose gilt der ganzen Menschheit gleichermaßen. Die Bestandsaufnahme der Bibel ist nüchtern, präzise, schonungslos. Aber so wie der Arzt seinem todkranken Patienten keinen Gefallen tut, die Krebserkrankung schönzureden, würde Gott auch uns keinen Gefallen tun, unsere Sünden zu beschönigen.

    Das ist aber keine Erfindung des Neuen Testaments, denn schon Jahrhunderte davor war die selbe Diagnose auch im Alten Testament bereits zu finden:

    „Weil kein Mensch auf Erden so gerecht ist, dass er Gutes tut, ohne zu sündigen.“

    Die Bibel, Prediger 7,20

    Zwei ganz unterschiedliche biblische Stimmen, Jahrhunderte auseinander, treffen sich in genau derselben Beobachtung: Es gibt keine Ausnahme. Und so unangenehm das auch ist, erklärt die Bibel mit diesem aus heutiger Sicht vor Jahrtausenden niedergeschriebenen Weltbild doch in unerreichter Genauigkeit und Konsistenz, warum unsere Welt so ist, wie sie ist.

    An dieser Stelle geht es noch nicht darum, was das ganz persönlich für dich bedeutet – das ist erst der nächste Schritt. Heute geht es erst einmal nur um die allgemeine Diagnose. Überleg doch mal selbst, was du von der Menschheit weißt – und schau dir bewusst und kritisch an, wie unsere Gesellschaft wirklich funktioniert. Und dann stell dich bewusst der Frage, ob du der Sichtweise der Bibel auf die Menschheit als Ganzes zustimmen willst?

    Wohlgemerkt: Nicht als Anklage gegen bestimmte „böse“ Menschen da draußen, sondern als ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was wir Menschen einander und der Welt seit jeher antun. Wir alle – im Großen wie im Kleinen.

    Welchem Kind hätte man jemals beibringen müssen, egoistisch zu sein? Zu lügen? Zu stehlen?
    Sünde liegt in unserer Natur…

    „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst…“

    Die Bibel, 1. Johannes 1,8
  • Die Suche nach Gott

    Als der Apostel Paulus einst in Athen mit Philosophen ins Gespräch kam, traf er auf Menschen, die „sich mit nichts anderem so gerne die Zeit vertrieben, als damit, etwas Neues zu sagen und zu hören.“ (Apostelgeschichte 17,21). In Athen gab es also einen regen Austausch von Neuigkeiten aller Art und die Gebildeten waren auch intellektuell neugierig und aufgeschlossen – aber ohne ein echtes Interesse an Gott oder gar einer persönlichen Suche. Genau an diesem Punkt setzte Paulus an.

    „Aus dem einen Menschen, den er geschaffen hat, ließ er die ganze Menschheit hervorgehen, damit sie die Erde bevölkert. Er hat auch bestimmt, wie lange jedes Volk bestehen und in welchen Grenzen es leben soll. Das alles hat er getan, weil er wollte, dass die Menschen ihn suchen. Sie sollen mit ihm in Berührung kommen und ihn finden können. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe!“

    Die Bibel, Apostelgeschichte 17,26-27

    Paulus beschreibt hier keinen Zufall. Gott hat die Geschichte der ganzen Menschheit und das Leben jedes einzelnen Menschen so eingerichtet, dass sie seine Existenz erahnen. Gott hat den Menschen so geschaffen, dass er in der Lage ist, Gott zu suchen – und er möchte auch gefunden werden. Deshalb ist er jedem von uns tatsächlich nahe.

    Vielleicht stehst du ja auch gerade an diesem Punkt, dass du gemerkt hast, dass am Universum und dem Leben mehr dran sein muss als nur Raum, Zeit, Materie, Energie und unpersönliche, mechanische Prozesse. Vielleicht fragst du dich, ob du es wagen kannst – oder darfst – nach einem Schöpfer-Gott ausschau zu halten, wie die Bibel ihn uns vorstellt – unvorstellbar mächtig zwar aber doch auch eine Person, die man persönlich kennenlernen kann.

    Was Paulus vor rund 2.000 Jahren in Athen gesagt hat, darf dir dann eine Ermutigung und Einladung sein, denn auch wenn die Menschen von damals natürlich alle schon längst gestorben sind, stellt die Bibel uns unseren Gott aber als ewig vor. Er ist immer noch derselbe, wie damals. Seine Einladung, dass wir ihn suchen und finden können, gilt noch immer. Auch für dich. Und der Anfang ist tatsächlich überraschend einfach: die Bibel lesen. Klopf an bei Gott und bring auch ruhig alle deine Fragen mit. Das gehört zum Kennenlernen ja dazu.

    „Bittet, und Gott wird euch geben; sucht, und er lässt euch finden; klopft an, und er öffnet die Tür! Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem öffnet er.“

    Die Bibel, Matthäus 7,7-8
  • Glaube an den Gott der Bibel

    Wenn du inzwischen überzeugt bist, dass es einen persönlichen Schöpfer gibt, bleibt eine entscheidende Frage offen: Welche Beschreibung dieses Gottes stimmt eigentlich? Es gibt viele religiöse und spirituelle Vorstellungen davon, wer oder was „Gott“ ist – und sie können nicht alle gleichzeitig zutreffen. Was macht ausgerechnet die Bibel glaubwürdig?

    Ein erster Hinweis: Die Bibel ist kein einzelnes Buch, sondern eine Sammlung von 66 Büchern, geschrieben von etwa 40 verschiedenen Autoren: Königen, Gelehrten, Ärzten, Hirten, Fischern, Bauern und anderen. Sie wurde über einen Zeitraum von mehr als 1.500 Jahren geschrieben, auf drei Kontinenten, in mehreren Sprachen. Und trotzdem erzählen alle diese Texte eine einzige, durchgehende Geschichte, die auf ein einziges großes Ziel zuläuft – und dieses Ziel ist eine Person: Jesus Christus. Kein menschlich organisiertes Komitee hätte das über so viele Generationen hinweg koordinieren können.

    Ein zweiter, noch handfesterer Hinweis: erfüllte Prophetie. Wir haben das an anderer Stelle ausführlich an einem Beispiel durchgearbeitet – Jesaja 53, geschrieben rund 700 Jahre vor Christus, beschreibt sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung mit verblüffender Genauigkeit. Das ist kein Einzelfall, sondern nur eins von hunderten Beispielen konkreter, nachprüfbar erfüllter Vorhersagen der Bibel.

    Und dann kommt noch hinzu, dass die Bibel – vor allem das Neue Testament – mit weitem, weitem Abstand das am besten belegte Buch der Antike ist. Hat es einzelne Kopierfehler oder sogar bewusste Manipulationsversuche der Bibel gegeben? Ja, das hat es – aber vergleichsweise sehr wenig. Auch sind dermaßen viele Bibeln und Bibelteile erhalten, dass Historiker die wenigen Abweichungen durch gründliches Abgleichen längst identifiziert haben. Wer die Glaubwürdigkeit der Bibel als ein historisches Dokument ablehnt, der muss daher alle (ja, alle!) erhaltenen Werke der Antike verwerfen (Cäsar, Aristoteles, Plato etc.), denn keines kann der Bibel hier auch nur ansatzweise das Wasser reichen.

    Das ist der Unterschied zur bloßen Selbstbehauptung: Die Bibel sagt nicht nur über sich selbst, dass sie von Gott stammt. Ihre Glaubwürdigkeit als historisches Dokument ist erwiesen und sie liefert gleich eine ganze Reihe wissenschaftlich nachprüfbarer Argumente, die den Anspruch der Bibel unterstreichen:

    „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“

    Die Bibel, 2. Timotheus 3,16-17

    Die Bibel ist Gottes Wort – und kann uns „zu jedem guten Werk völlig ausrüsten“. Diese Aussage steht auf einem Fundament überprüfbarer – und vielfach geprüften – Beweise. Und diese Aussage ist auch wiederum überprüfbar. Natürlich nicht mehr wissenschaftlich. Aber individuell. Wenn Gott eine Person ist, dann wirst du ihn durch das Lesen der Bibel kennenlernen können. Wenn sein Wort die Kraft hat, Menschen „zu jedem guten Werk auszurüsten“, dann müsstest du durch das Lesen der Bibel merken, ob sie die Argumente hat, dein Denken und dein Leben in eine gute Richtung zu lenken.

    Auch hier fordert der Gott, der sich uns in der Bibel vorstellt, wieder keinen blinden Glaubensschritt, sondern im Gegenteil eine bewusste Auseinandersetzung. Du darfst und sollst deinen Verstand gebrauchen, wenn du die Bibel liest. Du darfst deine Fragen stellen, deine Vergangenheit mitbringen – und du darfst annehmen, dass die Bibel, wenn sie Gottes Wort ist, tatsächlich auf alles Antworten hat, die Sinn ergeben. Und Gott lädt auch dich ein, sein Wort zu prüfen:

    „Forscht nach im Buch des HERRN und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist’s, der es befohlen, und sein Geist ist’s, der sie gesammelt hat.“

    Die Bibel, Jesaja 34,16
  • Glaube an einen persönlichen Gott

    Mit Blick auf die Dimensionen unseres Universums, innerhalb denen unsere menschlichen Wissenschaften forschen und erklären können – Raum, Zeit, Materie und Energie – ist es ein sehr großer Unterschied, zu sagen, dass es darüber hinaus aber „noch etwas“ geben muss oder aber „es gibt da noch jemanden“.

    Viele, die davon überzeugt sind, dass der Urknall eine Ursache außerhalb von Raum, Zeit, Materie und Energie gehabt haben muss, bleiben aber bei „es gibt da noch etwas“ stehen. Sie vermuten ein ewiges Prinzip oder eine Art unpersönliche Kraft, eine Energie hinter der Entstehung des Universums. Es ist etwas ganz anderes, einen Schritt weiterzugehen, und zu sagen: „Es gibt da noch jemanden“. Einen Schöpfer. Jemanden, der dich aus einer bewussten Entscheidung erschaffen hat, weil er dich geliebt und gewollt hat, bevor es dich gab. Eine Person, die du kennenlernen und zu der du eine persönliche Beziehung haben kannst.

    Genau das behauptet die Bibel – nicht nur abstrakt, nicht nur als Randnotiz, sondern in auffallender Deutlichkeit von der ersten bis zur letzten Seite. Hier die ersten Verse, mit denen die Bibel beginnt:

    Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es wurde Licht.

    Die Bibel, 1. Mose 1,1-3

    Das ist keine Beschreibung einer unpersönlichen Kraft wie die Gezeiten, die die Ebbe und die Flut verursachen. Hier haben wir die Beschreibung einer Person, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Handlung ausgeführt hat. Wir sehen einen Gott, der eine Person ist – mit Gedanken, die einen Plan und ein Ziel formulieren, mit Sprache, die Informationen transportiert, die wir verstehen können. Und allein die Tatsache, dass uns dieser Gott die Bibel geschrieben hat, in der er sich uns so ausführlich vorstellt, zeigt uns sehr deutlich, dass es sein Wunsch ist, dass wir ihn persönlich kennenlernen und eine Beziehung zu ihm haben.

    Vielleicht hast du dir nie erlaubt, diesen Gedanken ernsthaft zuzulassen – dass das, was hinter deiner Existenz steht, dich nicht nur einfach physikalisch verursacht hat, sondern dass da eine Person ist, die dich kennt, die dich liebt, die dich auch gewollt hat, um Gemeinschaft mit dir zu haben:

    „Das ewige Leben besteht ja in der Gemeinschaft mit dir, dem einzig wahren Gott, und mit dem, den du gesandt hast, Jesus Christus.“

    Die Bibel, Johannes 17,3
  • Vielleicht gibt es etwas Übernatürliches?

    Wer überzeugt ist, dass das Universum und das Leben nicht nur blinder Zufall sein können, sondern dass es da mehr geben muss, steht vor einer offenen Frage: Was könnte dieses „Mehr“ sein?

    Zwei nüchterne, wissenschaftliche Beobachtungen bringen genau diese Frage auf den Tisch.

    Erstens: Das Universum hatte einen Anfang. Das ist etablierter Konsens in der Physik. Raum, Zeit, Materie und Energie entstanden alle gemeinsam in einem einzigen Moment, einem Ereignis, das die Wissenschaft „Urknall“ genannt hat. Nun ist aber eines der grundlegendsten Prinzipien der Naturwissenschaften, dass jedes Ereignis eine Ursache haben muss. Und es gibt keinen Grund, warum dieses Prinzip ausgerechnet bei dem Mega-Ereignis des Urknalls nicht gelten sollte.

    Für die Wissenschaften ist das ein höchst interessantes und nicht unproblematisches Dilemma, denn was wir erforschen können ist eben an Raum, Zeit, Materie und Energie gebunden. Da aber alle diese Dinge im Urknall erst entstanden, muss die Ursache des Urknalls – zwangsläufig – außerhalb von Raum, Zeit und Materie liegen und über einer schier unvorstellbare Macht verfügen.

    Zweitens: Die physikalischen Grundkonstanten unseres Universums – wie die Lichtgeschwindigkeit, das Verhältnis von Materie zu Antimaterie usw. – sind mit einer solchen Präzision aufeinander abgestimmt, die selbst viele säkulare Physiker als absolut bemerkenswert bezeichnen. Sie ist tatsächlich dermaßen unwahrscheinlich, dass der große Lottogewinn im Vergleich fast als absolut sicher erscheint. Und schon kleinste Abweichungen in diesen Werten hätten ein Universum ergeben, in dem niemals Sterne, Planeten oder gar Leben existieren könnte.

    Dazu ein Gedanke des kanadischen Philosophen John Leslie (*1940) aus seinem Buch „Universes“ (1989), hier sinngemäß übersetzt:

    Angenommen, Sie werden vor ein Erschießungskommando aus 50 professionellen Scharfschützen gestellt. Das Kommando erhält den Befehl zu feuern. Sie hören das ohrenbetäubende Geräusch der Gewehre, merken aber im nächsten Moment, dass Sie völlig unverletzt sind. Alle 50 Schützen haben vorbeigeschossen.

    Wie würden Sie reagieren? Würden Sie einfach sagen: ‚Nun ja, wenn sie mich getroffen hätten, wäre ich jetzt nicht hier, um mich darüber zu wundern, also gibt es hier nichts zu erklären‘? Nein! Die Tatsache, dass Sie noch am Leben sind, ist zwar eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Sie sich überhaupt wundern können – aber sie erklärt nicht, warum alle vorbeigeschossen haben. Ein solch extrem unwahrscheinliches Ereignis schreit nach einer Erklärung: Jemand muss die Schützen absichtlich angewiesen haben, danebenzuzielen.

    Worauf weisen uns diese beiden wissenschaftlichen Beobachtungen hin?

    Jedenfalls nicht direkt auf den Gott, den uns die Bibel als eine Person vorstellt. Aber die Beweislage deutet doch sehr deutlich auf die notwendige Existenz von – irgendetwas – hin, was wir mindestens als „übernatürlich“ oder „transzendent“ beschreiben müssen. Und das ist kein blinder Glaubenssprung, sondern einfach kühle Logik.

    Wenn aber die Naturwissenschaften per Definition ungeeignet sind, diese wichtigsten Grundlagen unserer Existenz zu erfassen, ist es auch logisch, sich anderswo nach möglichen Antworten umzusehen. Und da ist die Bibel mit ihrer einmaligen Geschichte ein sehr guter Startpunkt. Denn sie sagt uns sogar explizit (in einem Text, der vor ca. 2.000 Jahren geschrieben wurde), dass wir durchaus erwarten dürfen, in den Gesetzmäßigkeiten und Mechanismen des Universums und des Lebens klare Hinweise auf einen Schöpfer zu finden:

    „Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben.“

    Die Bibel, Römer 1,20

    Das ist eine steile Behauptung – aber inzwischen haben unsere modernen Wissenschaften längst eine ganze Reihe überaus deutliche Hinweise dieser Art gefunden. Ob nun aber der Gott, der sich uns in der Bibel vorstellt, hinter unserer Schöpfung steht, kannst du nur herausfinden, wenn du die Bibel selbst liest und dich ihrer eigenen Beweisführung stellst.

    Soviel können wir an dieser Stelle versprechen: Du wirst überrascht sein!

    „Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich, der HERR.“

    Die Bibel, Jeremia 29,13-14
  • Kosmischer Zufall – oder mehr?

    Manchmal lohnt es sich, eine Weltanschauung nicht zu widerlegen, sondern einfach zu Ende zu denken. Wenn es wirklich keinen Gott gibt, was folgt dann eigentlich daraus? Ganz ehrlich, ganz konsequent? Anhänger Darwins und der Evolutionstheorie haben hier gründliche Vorarbeit geleistet.

    Wenn das Universum einfach spontan entstanden ist, wenn Leben nur ein besonders komplexer, kosmischer Zufall ist und so eine ungesteuerte, planlose Weiterentwicklung allen Lebens die Realität – dann gibt es streng genommen keinen objektiven Grund, warum ein Mensch mehr wert sein sollte als ein eine beliebige Mikrobe, ein Büschel Gras oder eine Labormaus. Der Mensch ist einfach nur etwas komplexer. Aber auf dieser Basis lässt sich keinerlei objektiver Wert oder so etwas wie „Menschenwürde“ herleiten. Und einen objektiven Sinn kann so ein Leben erst recht nicht haben. Dafür fehlt schlicht ein realer Anker in dieser Weltanschauung, der mehr ist als einfach nur eine persönliche Meinung oder gesellschaftliche Normen. Am Ende dieser logischen Kette stehen beunruhigende Fragen:

    „Die wissenschaftliche Weltsicht hat uns gelehrt, dass einige Teile unserer subjektiven Erfahrung Produkte unserer biologischen Ausstattung sind und keine objektiven Entsprechungen in der Welt haben. Der Unterschied zwischen Rot und Grün, der Wohlgeschmack von Früchten und der Ekel vor Aas, die Furcht vor Höhen und die Schönheit von Blumen sind Eigenschaften unseres Nervensystems, und wenn unsere Spezies sich in einem anderen Ökosystem entwickelt hätte oder uns ein paar Gene fehlen würden, könnten unsere Reaktionen entgegengesetzt ausfallen. Wenn nun auch die Unterscheidung zwischen Richtig und Falsch ein Produkt unserer Gehirnverdrahtung ist, warum sollten wir ihr dann mehr Gewicht zuschreiben als dem Unterschied zwischen Rot und Grün? Aber wenn das nur eine kollektive Halluzination ist, wie können wir dann behaupten, dass Übel wie Völkermord und Sklaverei für alle falsch sind, und nicht einfach nur abstoßend für uns?“

    Steven Pinker (*1954), Professor der Psychologie an der Universität Harvard (USA)
    Aus seinem Essay „The Moral Instinct„, New York Times, 13.01.2008

    Wenn es keinen Schöpfer gibt, keinen Plan, kein Woher und Wohin, dann gibt es kein Richtig oder Falsch, keinen Sinn und Zweck im Leben, keinen Wert des Lebens an sich und dementsprechend auch keinen Wert des Menschen. Alles, was uns bleibt, sind Meinungen.

    Und genau hier liegt die Spannung, die die meisten von uns tief in sich spüren: Wir fühlen, dass Menschen aber eben doch wertvoll sind. Wir sind überzeugt, dass es wirklich falsch ist, Menschen zu quälen oder zu töten. Und zwar grundsätzlich falsch – immer falsch – gänzlich unabhängig davon, was ein Mensch, der so etwas tut, selbst davon denken mag.

    Die christliche Weltanschauung gibt uns hier eine viel belastbarere Grundlage:

    „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“

    Die Bibel, 1. Mose 1,27

    Diese Worte stehen ganz am Anfang der Bibel und sie verraten uns etwas Radikales: Wert und Lebenssinn des Menschen sind keine Erfindung, keine Meinung, sondern ein tatsächlicher Baustein der Wirklichkeit. Ein Mensch ist wertvoll, weil er im Bild Gottes gemacht ist, ihm ähnlich. Und zwar unabhängig davon, ob du produktiv, gesund, erfolgreich oder anerkannt bist.

    Wir wollen dich damit nicht überrumpeln oder zu einem Sprung „ins Blaue“ drängen. Aber es lohnt sich, ehrlich zu hinterfragen, welche Weltanschauung besser erklärt, was du selbst tief in dir drin für wahr hältst. Blinder Zufall, planlose Prozesse – oder ein Schöpfer, der ein Ziel verfolgt und nach einem daran ausgerichteten Plan handelt?

    „Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl. Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes. Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann. Wie kostbar sind deine Gedanken über mich, Gott! Es sind unendlich viele.“

    Die Bibel, Psalm 139,13-17
  • Das Lamm Gottes

    Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“

    Die Bibel, Johannes 1,29

    Siehst du das Lamm, in jener Nacht?
    Sein Blut an Türen angebracht.
    Es rettet vor der des Todes Hand.
    Das Volk kann ziehn in neues Land.

    Siehst du das Lamm, dort am Altar?
    Des Volkes Schuld von einem Jahr
    Liegt nun auf ihm, es kauft sie los,
    Das Opferlamm, so makellos.

    Siehst du das Lamm dort an dem Kreuz?
    Bezahlt den höchsten Liebespreis.
    Es trägt die Last der ganzen Welt,
    Von Leid und Schmerzen ganz entstellt.

    Siehst du das Lamm dort auf dem Thron?
    Der Vater gibt die Macht dem Sohn,
    Denn würdig ist allein nur er.
    Die Völker singen: Heilig, Herr.

    Siehst du das Lamm auf seinem Arm?
    Der gute Hirte hält es warm.
    Er ließ die Neunundneunzig stehn.
    Es soll ihm keins verloren gehn.

    Ein Lied von Albert Frey
    Auf Spotify anhören

  • Er ist nahe allen, die ihn anrufen

    Die meisten wichtigen Menschen erreicht man nicht einfach so. Es gibt Sekretariate, Anmeldeformulare, Wartezeiten, bei manchen bewirbt man sich regelrecht um Audienzen, die nur den einflussreichsten Menschen vorbehalten bleiben. Bei Gott ist das anders – und manchmal sagt er uns das in der Bibel so direkt, dass man es leicht überlesen kann:

    „Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen; er erfüllt das Begehren derer, die ihn fürchten; er hört ihr Schreien und rettet sie.“

    Die Bibel, Psalm 145,17-19

    Gott ist denen nahe, die ihn anrufen – die sich also mit ihren Sorgen und Nöten an ihn wenden. Aber er ist nicht nur einigen nahe, sondern allen, die auf direktem Weg zu ihm kommen. Keine Vorauswahl, kein Premium-Zugang für zahlende Mitglieder, keine Vorleistung, keine Audienzen nur für Eliten. Es braucht nicht mal ein formvollendet perfektes Gebet – sondern einfach einen Hilferuf.

    Diese wunderbare Einladung spricht Gott im Alten Testament gleich mehrfach aus. Und Jahrhunderte später greift Paulus sie im Neuen Testament ebenfalls auf:

    „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“

    Die Bibel, Römer 10,13

    Hier haben wir eine Zusage Gottes, die so klar und unzweideutig formuliert ist, dass es einen Moment braucht, die Tragweite zu erfassen. „Wenn du … dann ich …“, sagt Gott.

    Das „Begehren“, der Wunsch, das Anliegen, das Gott hier zugerufen wird, ist Rettung – Rettung von der eigenen Sündenschuld und der ewigen Verdammnis, die sie bringt. So eine Bitte ehrlich vor Gott zu bringen, ist ein Eingeständnis, dass der Mensch erkannt hat, dass die eigene Leistung niemals ausreichen wird – und es ist ein Greifen nach Gottes Gnadengeschenk, das er uns in Jesus Christus angeboten hat.

    In dieser Serie haben wir nun einige ganz besondere Zusagen Gottes gesehen: Den Hirten, der dich in finstersten Tälern des Lebens begleitet. Die Quelle, die jeden Durst stillt. Die Nähe zu den Zerbrochenen. Den, der deine Last trägt. Aber all das wird für dich Theorie bleiben, solange du nicht den einen konkreten Schritt gehst, den wir uns heute angesehen haben: Gott tatsächlich anzurufen. Gott deine Sünden zu sagen und ihn um das Geschenk der unverdienten Vergebung zu bitten.

    Du musst nicht warten, bis du „bereit“ bist. Bis du alles verstanden hast oder bis sich dein Leben ordentlich genug anfühlt. Die Einladung ist für jetzt. Jeder darf kommen – und einfach sein ganzes Leben mitbringen, so wie es ist.

    Denn Gott hat gesagt: „Ich will dein Gebet erhören. Es wird eine Zeit der Gnade für dich geben, einen Tag, an dem du meine Hilfe erfährst! Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag der Rettung ist gekommen.“

    Die Bibel, 2. Korinther 6,2
  • Wirf deine Last auf ihn

    Viele Menschen versuchen, alles allein zu tragen – aus Stolz, aus Gewohnheit, weil sie niemandem eine Last sein wollen – oder weil sie wirklich niemanden haben, der ihnen nahe steht. Das Ergebnis ist oft nicht Stärke, sondern stille Erschöpfung. Ein Psalm Davids bietet einen ganz anderen Blickwinkel an:

    „Wirf dein Anliegen auf den HERRN, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!“

    Die Bibel, Psalm 55,23

    David schreibt das nicht aus einer bequemen Position heraus. Wenige Verse zuvor beschreibt er den tiefsten Verrat, den man erleben kann: „Es ist nicht mein Feind, der mich schmäht; das könnte ich ertragen. Nicht mein Hasser tut groß gegen mich; vor dem wollte ich mich verbergen. Aber du bist es, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter!“ (Psalm 55,13-14) Jemand, der ihm nahe stand, hatte ihn hintergangen. Und für solch fürchterliche Wunden sagt er nicht: „trag‘ es tapfer“, sondern: „wirf es auf Gott“.

    Werfen, das ist ein auffällig aktives Wort. Kein passives Aushalten oder sich Abnehmen lassen, sondern eine bewusste Entscheidung, die zu einer bewussten Handlung führt: Vertrauen – Abgeben – Loslassen.

    Jesus hat später fast dieselbe Einladung ausgesprochen, nur direkter und persönlich an jeden einzelnen Menschen gerichtet:

    „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für eure Seelen.“

    Die Bibel, Matthäus 11,28-29

    Auffällig: Jesus verspricht nicht, deine Last wegzunehmen. Stattdessen bietet er dir an, Gemeinschaft mit dir zu haben, dir Führung zu geben – und als Ergebnis davon, wirst du innere Ruhe finden über deine Lebensumstände – Ruhe für deine Seele. Das Geheimnis ist also nicht, dich mehr zusammenzureißen, sondern Jesus deine Lasten abzugeben – und ihm das Steuer deines Lebens zu übergeben, damit er führen und für dich sorgen kann.

    Das ist etwas ganz anderes als die Zähne zusammenzubeißen in der vagen Hoffnung, dass sich die Dinge irgendwie von selbst regeln, wenn du nur lange genug durchhältst. Es ist eine konkrete Einladung, zu dem zu gehen, der dir tatsächlich mit deiner Last und deinem Leben helfen kann.

    Was trägst du gerade, wovon niemand sonst weiß?

    „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

    Die Bibel, 1. Petrus 5,7
  • Nahe den Zerbrochenen

    Die meisten von uns zeigen anderen Menschen lieber die aufgeräumte Version ihres Lebens. Erfolge, nicht Baustellen. Die Wohnung wie im Ikea-Katalog, kein sich türmender Abwasch in der Küche. Das gilt oft auch für unser Verhältnis zu Gott. Scham treibt uns dahin, erst aus eigener Kraft Ordnung schaffen zu wollen, damit später, wenn wir vor ihn treten, nichts mehr zu beanstanden ist.

    Dahinter steht ein falsches Bild von Gott – und eine Fehleinschätzung, in wie weit sich ein Mensch aus eigener Kraft wirklich bessern kann. Gleich mehrere Psalmen bieten uns einen besonderen Blickwinkel auf dieses Thema:

    „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“

    Die Bibel, Psalm 34,19

    Wir sehen hier keinen Gott, der sich nur denen naht, die ihr Leben schön ordentlich aufgeräumt haben. Tatsächlich sehen wir das Gegenteil. Der Gott der Bibel hat in besonderer Weise einen Blick für die Schwachen, die Verzweifelten, für alle, die innerlich am Ende sind und nicht mehr weiter wissen. Seine Nähe gilt gerade den Zerbrochenen.

    Das ist eine Umkehrung dessen, was wir von Menschen gewohnt sind. Wir ziehen uns oft von anderen zurück, wenn es in ihrem Leben schwierig wird. Sich rauszuhalten ist natürlich viel einfacher und bequemer, als zu helfen. Gott aber geht genau auf solche Menschen zu. Jesus selbst hat das später so unmissverständlich formuliert, dass es kaum misszuverstehen war:

    „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um Sünder zur Umkehr von ihren Sünden zu rufen, und nicht, um meine Zeit mit denen zu verbringen, die sich schon für gut genug halten.“

    Die Bibel, Lukas 5,31-32

    Ein Arzt behandelt krank Menschen. Aber nicht solche, die sich für gesund halten, obwohl sie es nicht sind. Denn die gehen nicht zum Arzt. Behandelt wird, wer einsieht, dass er den Arzt braucht und hingeht. Genau so beschreibt Jesus seine eigene Mission. Er verteilt nicht Belohnungen an die (vermeintlich) Vorzeigbaren, sondern er bringt Rettung für die, die wissen, dass sie sie brauchen.

    Vielleicht denkst du jetzt aber, dass du zu weit weg bist von Gott. Zu wenig fromm. Zu wenig vorzeigbar. Zu viel beschäftigt mit Dingen, von denen du insgeheim weißt, dass sie Gott nicht gefallen können. Das ist aber keine Disqualifikation – sondern eine Voraussetzung dafür, dass du zu Gott kommen kannst – denn Jesus kam ja eben nicht für die, die sich schon für gut genug halten, sondern für die anderen.

    „Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“

    Die Bibel, Psalm 147,3
  • Durst, den nichts stillt

    Manche Menschen können nicht genau sagen, was ihnen fehlt. Kein akutes Problem, kein konkreter Verlust – nur ein diffuses Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt, dass ihnen irgendetwas fehlt, egal wie viel sie erreichen oder besitzen. Genau dieses Gefühl beschreibt ein Psalmdichter mit einem uns sehr vertrauten Alltagsbild.

    „Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen?“

    Die Bibel, Psalm 42,2-3

    Durst ist ein Gefühl, das jeder kennt. Man kann Durst ignorieren, überspielen, übertönen – aber eben nur eine Zeit lang. Durst bleibt und wird schlimmer, bis er endlich gestillt wird. Der Psalmdichter erkennt: Das, wonach er sich sehnt, ist nicht ein Gefühl, eine Erklärung oder ein Erfolg. Was er braucht ist Gott selbst.

    Was hier als Sehnsucht beschrieben wird, greift Jesus später ganz direkt auf – bei einer Frau, der er an einem Brunnen begegnet. Sie hatte ihr Leben lang nach Erfüllung bei Männern gesucht, lebte inzwischen in der sechsten Beziehung und hatte immer noch nicht gefunden, was sie wirklich brauchte.

    Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Jeden, der von diesem Wasser [aus dem Brunnen] trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“

    Die Bibel, Johannes 4,13-14

    Vielleicht hast du selbst schon einiges ausprobiert, um diesen Durst in dir zu stillen, Erfüllung zu finden und dadurch einen bleibenden, dauerhaften Frieden zu erlangen. Karriere, Beziehungen, Konsum, Medien, allerlei Ablenkungen. Vieles davon scheint kurz zu helfen. Letztlich hält der Effekt aber nie lange an. Es ist mehr wie laute Musik, die ein leises Geräusch übertönt. Bis die Musik aufhört.

    Jesus beschreibt hier aber etwas ganz anderes: kein Wasser, das man immer wieder trinken oder nachfüllen muss, sondern das Entstehen einer Quelle, die aus dir heraus, von innen sprudelt – und nie versiegt. Bis in Ewigkeit.

    Der gleiche Psalm, den wir oben zitiert haben, zeigt uns auch, wie man richtig mit dieser Sehnsucht umgeht. Nicht indem man sie verdrängt, sondern indem man sich mit seinem Mangel bewusst an Gott wendet:

    „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt!“

    Die Bibel, Psalm 42,6
  • Der Hirte im finsteren Tal

    In dunklen Momenten hilft oft keine Erklärung. Was wirklich trägt, ist die Gewissheit, dass du nicht alleine damit bist, dass jemand da ist, egal wie schwer es gerade ist. Genau das beschreibt eine der bekanntesten Bibelstellen, geschrieben von dem als Hirte aufgewachsenen König David.

    „Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“

    Die Bibel, Psalm 23,1.4

    „Mir wird nichts mangeln“ heißt hier offensichtlich nicht, dass David keine Schwierigkeiten im Leben hatte. Tatsächlich wurde er zeitweise gejagt, verraten, verlor Kinder. Auch war er an manchem, was ihm, seiner Familie und seinem Volk widerfuhr, nicht schuldlos und hatte große Kämpfe mit der eigenen Schuld. Aber er war nie allein damit. Denn er vertraute seinem Gott und der war stets an seiner Seite. Durch alle Höhen und Tiefen des Lebens.

    Der Vers verspricht kein Leben ohne dunkle Täler. Er verspricht etwas anderes. Selbst mitten im „Tal der Todesschatten“ – also selbst mitten in tiefster Not – reicht die Gegenwart Gottes aus. Hier geht es nicht um Erklärungen für das Leid, sondern um Beistand, Annahme, Liebe, Trost und Hilfe.

    Dieser Gott-Hirte ist keine vage Redewendung geblieben. Jesus selbst hat sich uns später unter anderem mit genau diesem Bild vorgestellt:

    „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“

    Die Bibel, Johannes 10,11

    Ein Hirte, der sein Leben für die Schafe gibt – dahinter steckt weit mehr, als David sich damals vorstellen konnte. David kannte Gott als treuen Begleiter. Wir kennen ihn durch das Kreuz von Jesus Christus auch als jemanden, der tatsächlich gestorben ist, um seine Schafe zu retten.

    Aber der Trost dieses Psalms ist kein automatisches Erbe. David konnte so schreiben, weil er in einer echten Beziehung zu diesem Hirten stand. Er kannte ihn wirklich, denn er hat viele Jahre seines Lebens sehr real erlebt, wie Gott ihn bewahrt und geführt hat. Er kannte die Stimme seines Gottes. Er folgte ihm nach. Vertrauensvoll, wie ein Schaf seinem Hirten. Und er ist nie enttäuscht worden.

    Die Frage an dich lautet deshalb nicht nur: Glaubst du, dass Jesus der gute Hirten ist? Sondern: Gehörst du zu seiner Herde? Kennst du seine Stimme? Folgst du ihm nach?

    „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

    Die Bibel, Johannes 10,27-28
  • Nicht wir haben Gott geliebt

    Normalerweise funktioniert Liebe bei uns so: Wir mögen jemanden, weil er uns anzieht, weil er uns etwas gibt, weil wir einen Grund dafür haben. Gottes Liebe für die Menschheit folgt jedoch gewissermaßen der umgekehrten Reihenfolge – und das macht einen gewaltigen Unterschied.

    „Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden.“

    Die Bibel, 1. Johannes 4,9-10

    „Nicht dass wir Gott geliebt haben.“ Das ist der entscheidende Unterschied. Wir haben Gott nicht durch besonders vorbildliches Verhalten für uns gewonnen. Im Gegenteil. Wir sind Sünder, getrennt von ihm und ihm entfremdet. Dennoch hat er den ersten Schritt getan – lange bevor irgendjemand von uns überhaupt daran dachte, nach ihm zu fragen. Das Kreuz war keine Reaktion auf unsere Verdienste, sondern es ist Ausdruck seiner Liebe zu uns, die uns aus unserem verlorenen Dasein retten will.

    Das schließt den Kreis zu dem, womit diese kleine Serie hier begonnen hat: „Damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt“ (1. Johannes 5,13). Diese Gewissheit hängt nicht an deiner Liebe zu Gott, deiner Frömmigkeit oder deiner religiösen Vergangenheit. Sie hängt an seiner Liebe zu dir – einer Liebe, die längst gehandelt hatte, bevor du je daran dachtest, dich Gott zuzuwenden.

    Wir haben in dieser kleinen Serie hier jetzt vier Dinge betrachtet, die uns echte Gewissheit geben: Die klare Zusage Gottes: „Wer den Sohn hat, hat das Leben.Gottes Charakter – unwandelbar, treu und gerecht. Sein Fürsprecher für die ganze Welt, Jesus Christus. Und all das wurzelt – wie wir heute gesehen haben – in seiner Liebe zu uns, die ganz am Anfang von allem steht. Nichts davon hing jemals von dir ab. Schon immer hing alles ganz an ihm, der sich über die Sünder erbarmt.

    Die einzige offene Frage ist: Nimmst du an, was er dir schenken will?

    „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“

    Die Bibel, Offenbarung 3,20
  • Ein Fürsprecher für die ganze Welt

    Wenn du vor Gericht stündest, dann würdest du dir jemanden wünschen, der auf deiner Seite steht. Nicht, um irgendetwas schönzureden, sondern um richtig für dich einzutreten und dich zu entlasten. Genau das ist die Rolle, die Jesus auch in deinem Leben übernehmen möchte:

    „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“

    Die Bibel, 1. Johannes 2,1-2

    Ein „Fürsprecher“ ist jemand, der dich vor einer höheren Instanz vertritt. Bei Jesus ist das aber keine bloße Rolle, die er wie ein Anwalt übernimmt. Er ist selbst gleichzeitig auch das, was den Freispruch möglich macht: das „Sühnopfer“ – denn er hat deine Strafe am Kreuz bereits getragen. Er tritt also nicht als neutraler Unterhändler auf, sondern als dein Bürge, der die Rechnung schon beglichen hat.

    Und dann kommt der entscheidende Zusatz: „nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Johannes schrieb ursprünglich an eine kleine Gruppe von Gläubigen – aber hier stellt er klar, dass das Rettungsangebot des Kreuzes nicht auf einen kleinen, elitären Kreis beschränkt ist. Im Gegenteil! Es deckt sich mit dem, was Johannes der Täufer schon Jahre zuvor über Jesus sagte:

    „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“

    Die Bibel, Johannes 1,29

    „Die Sünde der Welt“ – nicht die Sünde einer bestimmten Gruppe, einer Konfession oder eines Volkes. Gottes Angebot ist von Anfang an universell gewesen. Das bedeutet: Du musst dich nicht erst fragen, ob du überhaupt „berechtigt“ bist, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, denn Jesus starb am Kreuz für alle Menschen – auch dich. Er ist daher bereits von Gott als Fürsprecher für die ganze Welt eingesetzt. Die Frage ist nur, ob du ihn auch für dich in Anspruch nehmen willst.

    Wenn du seinen Beistand und die Gnade Gottes für dich in Anspruch nehmen willst, kannst du Jesus das jederzeit sagen – durch ein einfaches, formloses Gebet.

    „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

    Die Bibel, Johannes 3,16
  • Gott ist treu und gerecht

    Bei uns Menschen hängt die Erfüllung unserer Versprechen an vielen Faktoren. Ein entscheidendes Thema dabei ist, dass wir nicht wissen, was die Zukunft bringt und ob wir wirklich Gelegenheit haben werden, unser Versprechen so zu halten, wie wir es zugesagt haben. Und manchmal versprechen wir sogar Dinge, die wir nicht wirklich ernst gemeint oder zu dem Zeitpunkt einfach nicht wirklich durchdacht hatten – und dann wollen wir unser Wort gar nicht halten. Das Wollen und das Können, daran hängt unser Wort am Ende.

    Johannes beschreibt in der Bibel eine Zusage, die ganz anders funktioniert. Sie hängt in keiner Form von uns ab, nicht an Stimmung oder Gefühlen, sondern sie hängt einzig und allein an Gottes eigenem Charakter, an seinem Wesen. Und das ist unwandelbar heilig und in jeder Hinsicht makellos.

    „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

    Die Bibel, 1. Johannes 1,8-9

    Drei Dinge stehen hier nebeneinander. Erstens: Sünde zu leugnen ist Selbstbetrug, keine Frage von Optimismus. Das mag unbequem klingen, ist aber die Realität. Denn jeder Mensch weiß tief drinnen, dass er nicht durchgehend das Richtige denkt, will und tut.

    Zweitens: Gott fordert von uns keine Eigenleistung, um unsere Beziehung zu ihm wieder ins Reine zu bringen. Alles, was er sucht, ist Ehrlichkeit. Wenn dir deine Sünden wirklich ehrlich leid tun, dann kannst du sie Gott einfach bekennen – zugeben. Und wenn du ihn um Vergebung bittest, dann wird er sie dir gewähren.

    Drittens – und das ist der eigentliche Clou: Wir Menschen können natürlich immer nur die Sünden bekennen, derer wir uns bewusst sind. Die Realität ist, dass jeder von uns aber auch Sünden begeht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Zum Glück lässt Gottes Gnade sich aber nicht von unseren menschlichen Grenzen aufhalten. Wenn wir bekennen und bereuen, was wir wissen, so sagt uns die Bibel zu, dann werden wir von ALLER Ungerechtigkeit gereinigt. Vergeben wird also ALLE Schuld, nicht nur für die Sünden, die du bekannt hast. Für Gott zählt eben mehr, was er in deinem Herzen sieht – wenn du alles mit ihm klären willst und es nach bestem Wissen und Gewissen tust, dann vergibt er auch, was du nie wusstest.

    Seine Gnade hängt hierbei an zwei der grundlegendsten Eigenschaften Gottes: Er ist treu – er hält, was er verspricht. Und er ist gerecht – denn Jesus hat am Kreuz schon für ALLE deine Sünden die gerechte Strafe getragen, so dass es ungerecht von Gott wäre, dir nicht auch ALLES zu vergeben, wenn du ihn ehrlich um die generelle Vergebung deiner Schuld bittest.

    Das bedeutet: Du musst nicht erst aus eigener Kraft „gut genug“ werden, besser beten oder lange genug bereuen, damit Gott bereit ist, dich anzunehmen. Er hat sich bereits festgelegt. Auf dich wartet keine Prüfung deiner Gefühle oder deiner Leistungsfähigkeit – sondern einfach eine offene Tür. Sie steht jedem offen, der ehrlich hinschaut und sagt: „Ja, ich bin schuldig geworden.“

    Das einzige, was dich davon abhalten kann, durch diese Tür zu treten, ist dein Stolz – denn Gnade gibt es nur als unverdientes Geschenk.

    „O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich völlig rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde.“

    Die Bibel, Psalm 51,3-4
  • Warum dieser Brief?

    Die meisten Autoren lassen dich raten, warum sie ihre Bücher geschrieben wurden. Der Apostel Johannes nicht. Er sagt es dir am Ende seines 1. Briefes ganz direkt – und das Ziel ist bemerkenswert: nicht Hoffnung, nicht ein gutes Gefühl, sondern Gewissheit.

    „Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr auch weiterhin an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.“

    Die Bibel, 1. Johannes 5,11-13

    „Damit ihr wisst“ – nicht „damit ihr hofft“ oder „damit ihr euch bemüht“. Johannes schreibt keinen Aufruf zu mehr Anstrengung, sondern er liefert eine Grundlage für Gewissheit. Und diese Gewissheit hängt an einer erstaunlich einfachen Formel: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben.“ Nicht: wer genug glaubt, leistet, spendet, lebt oder fühlt – sondern wer den Sohn hat. Wer Jesus hat.

    Das ist eine ganz andere Kategorie von Gewissheit als das, was du sonst kennst: Was du fühlst, kannst du spüren. Aber Glaubensgewissheit?

    Man hat jemanden, oder man hat ihn nicht. Diese Klarheit macht den ganzen Brief zu einem seltenen Text: Johannes will dir nicht Angst machen, ob deine Leistung reicht, sondern er will dir zeigen, woran du dich festhalten kannst.

    Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Bist du fromm genug, sicher genug, überzeugt genug, tust du genug? Sondern schlicht: Hast du den Sohn? Kennst du Jesus? Nicht nur als historische Figur, sondern als jemanden, dem du dein Leben anvertrauen kannst? Hast du eine persönliche Beziehung zu ihm?

    In den nächsten Tagen schauen wir uns an, worauf genau sich diese Gewissheit gründet, die Johannes uns in seinem 1. Brief verspricht. Denn bei ihm ist Gewissheit nie vage, sondern immer an etwas gebunden, das Gott bereits getan hat. Am Ende seines Evangeliums hatte er das auch schon klar gemacht:

    „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“

    Die Bibel, Johannes 20,31
  • Er trug die Sünde vieler

    Vier Teile lang haben wir verfolgt, wie sich die uralte Prophezeiung in Jesaja Kapitel 53 Punkt für Punkt in Jesus erfüllt hat: die Verachtung, das stellvertretende Leiden, das Schweigen, die Auferstehung. Jetzt kommt die letzte, entscheidende Frage:

    Wen betrifft das eigentlich?

    „Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er sich dann an dem, was er zu sehen bekommt, erfreuen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht Gerechtigkeit für viele erwirken, denn er wird ihre Sünden auf sich nehmen. Deshalb werde ich ihm seinen Anteil unter den Großen geben; […] denn er hat sein Leben geopfert und sich zu den Sündern zählen lassen. Tatsächlich aber hat er die Sünden vieler getragen und ist für die Sünder eingetreten.“

    Die Bibel, Jesaja 53,11-12 (Neues Leben)

    Durch die Leiden des Kreuzes hat Jesus für alle Schuld der ganzen Menschheit bezahlt – und doch werden nur viele Vergebung ihrer Sünden erhalten, nur viele werden gerecht sein, nicht alle. Das liegt nicht daran, dass das Opfer von Jesus zu klein gewesen wäre, um alle Menschen zu retten. Es liegt auch nicht daran, dass Gott nicht wollte, dass alle Menschen gerettet werden. Es liegt daran, dass nicht alle Menschen gerettet werden wollen – weil sie sich selbst für gut genug halten oder Gottes Existenz gar nicht erst anerkennen.

    Trotzdem ist Jesus für uns alle eingetreten, ohne einen Unterschied zu machen. Und genau hier kommt unsere kleine Serie bei dir persönlich an. Denn auch wenn die Menschheit für uns eine anonyme Masse ist, ist sie es für Gott aber noch lange nicht. Er kennt jeden einzelnen Menschen ganz genau – schließlich hat er uns alle gemacht, ins Leben gerufen und ist mit jedem unserer Gedanken vertraut.

    Er kennt auch dich. Die Frage ist aber nicht, ob du gut genug bist – denn wir alle sind Sünder. Die Frage ist, ob du Gottes Angebot auf eine unverdiente Vergebung deiner Sünden annehmen willst, die er vor etwa 2.700 Jahren durch den Propheten Jesaja angekündigt und vor 2.000 Jahren am Kreuz erkauft hat.

    Unsere fünfteilige Reise durch Jesaja 53 endet deshalb nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit einer Einladung: Lies selbst weiter!

    Lies zum Beispiel das Matthäusevangelium und begleite Jesus auf seinem Weg. Sein Leben, seine Lehre, sein Kreuz und seine Auferstehung sind die Kernbotschaft der Bibel, das Zentrum der Menschheitsgeschichte und das Fundament von Gottes Rettungsplan für Sünder, die Gottes Vergebung suchen.

    „Forscht nach im Buch des HERRN und lest es!“

    Die Bibel, Jesaja 34,16
  • Es gefiel dem HERRN

    Manche Sätze in der Bibel wiegen schwer. Dieser hier gehört dazu – weil er etwas ausspricht, das auf den ersten Blick schwer erträglich klingt: dass Gott selbst das Leiden seines Knechts wollte.

    „Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. […] Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er Frucht sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“

    Vgl. die Bibel, Jesaja 53,10-11

    „Aber dem HERRN gefiel es“ bedeutet nicht, dass Gott sich an den Leiden seines Sohnes erfreute. Aber das Kreuz Christi war auch kein bedauerlicher Unfall oder Irrtum. Es war Gottes Plan. Und das, was durch das Leiden Christi erkauft wurde, daran hat Gott durchaus Wohlgefallen: Einen Rettungsweg für Sünder, die Gnade bei Gott suchen.

    „Nachdem seine Seele Mühsal gelitten hat“ sagt uns überdeutlich, dass Jesus nicht nur am Kreuz gestorben ist, um uns eine unverdiente Vergebung unserer Sündenschuld zu erkaufen, sondern dass er auch den Tod überwunden hat, auferstanden ist und lebt – und die Früchte seines Opfers sieht. Diese „Früchte“ sind Menschen, die ihre Sünden bekennen, um Vergebung bitten und kostenlos geschenkt bekommen, denn Jesus hat die Rechnung am Kreuz bezahlt. Und wie Jesus gerecht ist vor Gott, sind auch diese Menschen dann gerecht vor Gott. Schuldlos. Gerettet. Aus Gnade.

    Ganz ähnlich beschreibt es Petrus in der Apostelgeschichte:

    „Diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.“

    Die Bibel, Apostelgeschichte 2,23-24

    Der Ratschluss Gottes, sein Plan, war Jesus‘ Tod am Kreuz und anschließend die Auferstehung – um „die Wehen des Todes“ aufzulösen. Wenn Jesus aber seinen eigenen Tod überwunden hat, traust du ihm dann auch zu, dass er deinen Tod überwinden kann?

    Vielleicht fällt es dir schwer, einen Gott zu akzeptieren, der Leiden zulässt oder im Fall des Kreuzes sogar wollte. Das ist eine ehrliche Frage, die man nicht wegwischen sollte. Aber hier zeigt sich: Gott hat nicht aus der Distanz zugesehen, sondern wurde durch seinen Sohn ein Teil der Leiden dieser Welt. Durch das Kreuz hat Gott weit mehr erlitten, als je ein Mensch verstehen wird. Er selbst hat durch Jesus den vollen Preis bezahlt. Und genau deshalb ist das Kreuz kein Grund zur Anklage gegen Gott, sondern der Beweis, dass ihm unser Leiden nicht egal ist und dass Gott sich auch nicht zu schade war, direkt einzugreifen, damit Menschen hinübergerettet werden können, ins ewige Leben.

    „wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“

    Die Bibel, Römer 10,9
  • Wie ein Lamm zur Schlachtbank

    Wenn wir zu Unrecht beschuldigt werden, wehren wir uns. Wir erklären, rechtfertigen, verteidigen uns. Das ist ein ganz normaler menschlicher Reflex. Umso auffälliger ist es, wenn jemand genau das nicht tut, obwohl er wirklich unschuldig ist und sich auch wirklich wirkungsvoll verteidigen könnte.

    „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. […] Er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen war er in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.“
    Die Bibel, Jesaja 53,7-9

    Zwei Dinge fallen auf: Erstens sein Schweigen – Jesus sprach kein Wort der Selbstverteidigung, obwohl die Anklage haltlos und auf sein Todesurteil ausgerichtet war. Von Jesus‘ Gerichtsprozess heißt es: „Als er von den obersten Priestern und den Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. Er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, sodass der Statthalter sich sehr verwunderte.“ (Matthäus 27,12.14)

    Zweitens der Widerspruch am Ende: Als ungerechter Verbrecher hingerichtet, aber wie ein gerechter und geachteter reicher Mann begraben. Dies erfüllte sich dadurch, dass nach der Kreuzigung ein reicher Mann, Josef von Arimathia, sein eigenes, neues Felsengrab für Jesus zur Verfügung stellte (Matthäus 27,57-60).

    Beide Punkte haben sich bei Jesus also mit erstaunlicher Genauigkeit erfüllt. Beide Punkte weisen uns damit auf dieselbe Sache hin: Der ohne Schuld war, ging ganz bewusst in den Tod, damit durch sein Opfer viele gerettet werden können.

    Jesus hat nicht gegen die Ungerechtigkeit und Lügen seiner Feinde angekämpft, weil er sich dazu entschieden hatte, den Plan seines Vaters im Himmel zu erfüllen. Er entschied sich bewusst, die Demütigung hinzunehmen und vertraute sich ganz seinem Vater an.

    Vielleicht kennst du das Gefühl, um dein Recht kämpfen zu müssen – im Job, bei einem Streit, für Einhaltung eines gültigen Vertrages. Das Schweigen von Jesus zeigt einen ganz anderen Weg: nicht Widerstand oder Resignation, sondern Vertrauen darauf, dass Gott am Ende alles gut machen und über jede Ungerechtigkeit gerecht richten wird.

    So musst auch du nicht mehr jede Schlacht selbst schlagen, wenn du dich auf Jesus verlässt.

    „Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.“

    Die Bibel, 1. Petrus 2,23
  • Für uns durchbohrt

    Manche Fehler im Leben lassen sich wiedergutmachen: eine Entschuldigung, eine Reparatur, ein zweiter Versuch. Aber es gibt eine Rechnung, die kein Mensch selbst begleichen kann – die Rechnung für das, was die Bibel Sünde nennt: unser Getrenntsein von Gott. Hier geht es nicht um die Summe einzelner Taten. Es geht vielmehr um die Konsequenz eines Lebens, das komplett an Gott vorbei gelebt wurde.

    Genau an diesem Punkt setzt Jesaja mit seiner Prophezeiung an:

    „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.“

    Die Bibel, Jesaja 53,4-6

    „Um unserer Übertretungen willen“, also wegen unserer Sünden, hat Jesus unsere Strafe getragen. Das ist die eigentliche Aussage der ganzen Passage: seine Kreuzigung war nicht ein Unglück, Missverständnis, Zufall oder tragisches Schicksal – sondern ein bewusster Tausch. Unsere Schuld für ihn, sein Frieden für uns. „Wir alle gingen in die Irre“ schließt niemanden aus – auch nicht uns heute. Das ist unbequem zu lesen, aber ehrlich: Diese Diagnose gilt jedem Menschen, nicht nur den offensichtlich „Bösen“.

    Über 700 Jahre später beschreibt der Apostel Petrus, wie sich das an Jesus konkret erfüllt hat:

    „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“

    Die Bibel, 1. Petrus 2,24

    „Auf dem Holz“ spricht vom Kreuz. Und durchbohrt wurde Jesus tatsächlich: von Zimmermannsnägeln bei seiner Kreuzigung, später noch von einem Speer in die Seite. Kein Bild, keine Metapher, sondern ein realer, brutaler Tod – freiwillig, stellvertretend für dich und mich und alle Menschen. Damit wir eine unverdiente Vergebung erhalten können, wenn wir sie denn annehmen wollen.

    Das ist der Kern des Evangeliums, und es lässt sich nicht kleinreden oder weichspülen: Ohne dieses Kreuz gäbe es keine Rettung, weil unsere Schuld sonst ungelöst bliebe. Aber genau darin liegt auch die gute Nachricht: Die Rechnung ist bereits beglichen. Nicht durch uns, sondern durch ihn. Die Frage ist nicht mehr, ob genug getan wurde – sondern nur, ob wir dieses Geschenk annehmen. Jesus klopft an, aber er zwingt sich niemandem auf.

    „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“

    Die Bibel, Offenbarung 3,20
  • Der verachtete Knecht

    Wenn wir uns vorstellen, wie jemand aussieht, der von Gott persönlich ausgesucht und erhöht wird, dann haben die meisten von uns ein ungefähres Bild im Kopf: beeindruckend, stark, schön, mit einer Ausstrahlung, die man sofort erkennt. Genau dieses Bild zerbricht der Prophet Jesaja schon in den ersten Zeilen seiner berühmtesten Prophezeiung – geschrieben rund 700 Jahre vor Christus.

    „Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein. Gleichwie sich viele über dich entsetzten – so sehr war sein Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder -, genauso wird er viele Heidenvölker in Erstaunen setzen, und Könige werden vor ihm den Mund schließen.“

    Die Bibel, Jesaja 52,13-15

    Erhöht – und zugleich entstellt wie kein anderer Mensch. Das ist kein Widerspruch, den Jesaja übersehen hat. Er hat es bewusst nebeneinandergestellt. Und 700 Jahre später wurde beides in Jesus Christus auf wirklich einmalige Weise vereint.

    Übrigens: Diese Prophezeiung ist nicht erst nach der Kreuzigung von Jesus von Nazareth der Bibel hinzugefügt oder passend gemacht worden. Durch die Qumran-Funde ist wissenschaftlich erwiesen, dass – mit nur einer Ausnahme – alle Bücher des Alten Testaments bereits über einhundert Jahre vor Christus existierten. Und das Buch Jesaja gehört dazu. Damit ist klar, dass Jesajas Worte über Jesus tatsächlich erfüllte Prophetie sind.

    „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des HERRN, wem ist er geoffenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.“

    Die Bibel, Jesaja 53,1-3

    Ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich – unscheinbar, ohne Glanz, zerbrechlich. Genauso kam Jesus: als Kind einer armen Familie, in einem Stall geboren, aufgewachsen in einem unbedeutenden Provinznest. Und er kam als Mensch, der Müdigkeit, Hunger, Durst, Angst, Anfechtung und Schmerz empfand – und sterben konnte. Und genau dieser Jesus wurde von seinem eigenen Volk größtenteils nicht erkannt, verachtet, verworfen. Zuletzt starb er qualvoll am Kreuz. Nur eine Handvoll Anhänger hatte damals noch den Mut, ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten – während seine Feinde ihn hämisch verschmähten.

    „Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“

    Die Bibel, Johannes 1,11

    Vielleicht kennst du das Gefühl, an Gottes Wegen zu zweifeln, weil sie so gar nicht nach deinen Vorstellungen sind. Mit Jesus und seinem Kreuz hat Gott definitiv einen Weg beschritten, der verwundert, manche sogar verärgert. Aber genau darin liegt Gottes Handschrift: Er ist nicht darauf angewiesen, unsere Erwartungen zu erfüllen, sondern er tut, was nötig ist. Und das Kreuz war nötig, damit Menschen gerettet werden können.

    Wenn du wissen willst, wie diese Geschichte weitergeht – warum ein verachteter, unscheinbarer Mann, von Gott gesandt, alle Erwartungen gesprengt hat – dann lohnt es sich, selbst weiterzulesen. Denn Gott hat uns in der Bibel seine Beweggründe dargelegt und seine Pläne offenbart, damit wir sie verstehen können.

    „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.“

    Die Bibel, Jesaja 55,8
  • Kennen, nicht nur wissen

    In den letzten vier Posts haben wir eine ganze Reihe von Themen durchlaufen: vom geistlichen Tod über Gottes rettendes Eingreifen und die Gnade durch Glauben bis zu den guten Werken, die daraus wie von selbst wachsen. Wenn du diese Posts gelesen hast, weißt du jetzt einiges über das, was Gott getan hat. Aber: Wissen über jemanden ist etwas ganz anderes, als ihn persönlich zu kennen.

    Man kann sehr genau über Fakten im Leben eines Menschen Bescheid wissen, ohne wirklich seine Persönlichkeit, seinen Charakter zu kennen. Genauso kann man sehr viel Bibelwissen und auch die Fakten des Evangeliums im Kopf haben, ohne Gott und seinen Sohn persönlich zu kennen. Aber genau darauf zielt der ganze Abschnitt ab, den Paulus in Epheser 2 geschrieben hat und den wir in den letzten Tagen angeschaut haben: nicht auf ein Wissen, das man abhaken kann, sondern auf eine Beziehung, die beginnt. Denn nur, wo eine Beziehung ist, wo man jemanden persönlich kennt, kann echtes Vertrauen wachsen.

    Deshalb noch mal der Blick zurück:

    „Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

    Die Bibel, Epheser 2,10

    „Wandeln“ – das ist ein Wort für gemeinsames Gehen, nicht für das Abarbeiten einer Checkliste. Gott geht es zuerst um Gemeinschaft. Die guten Werke sind das, was nebenher passiert, während wir mit Gott unterwegs sind.

    Wie lernt man aber nun jemanden kennen, mit dem man im Moment nicht von Angesicht zu Angesicht sprechen kann? Genauso, wie man auch sonst einen Menschen auf Entfernung kennenlernen kann: Durch Worte. Man schreibt sich, liest, denkt darüber nach, antwortet, erhält Antwort usw. Und genau das bietet Gott uns durch die Bibel und das Gebet an – keine trockene Vorschriftensammlung, sondern seine eigenen Worte an uns, aufgeschrieben, damit wir sie immer wieder lesen können – wie einen riesigen Brief. Und im Gebet können wir Gott unsere Gedanken, Fragen, Sorgen, Wünsche und überhaupt alles mitteilen, was uns beschäftigt. Sogar die Dinge, die wir noch gar nicht richtig in Worte kleiden können.

    Deshalb diese herzliche Einladung zum Schluss: Lass die Bibel nicht ungelesen im Regal stehen. Fang an zu lesen, und wenn es nur ein paar Verse am Tag sind. Nicht um eine gute Tat abzuhaken, nicht um einen Impuls für den Tag zu bekommen – sondern um den kennenzulernen, der dich geschaffen hat und liebt. Und wenn du etwas nicht verstehst, Fragen hast, Sorgen, Pläne, eine große Freude oder sonst irgendetwas, teil sie Gott mit, so wie du sie einem guten Freund sagen würdest.

    „Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben.“

    Die Bibel, Offenbarung 3,20
  • Sein Werk, zu guten Werken

    Im letzten Post haben wir gesehen: Rettung kommt allein aus Gnade, durch Glauben – ganz ohne eigene Werke. Das kann leicht einen Verdacht wecken: Wenn gute Werke also nichts zur Rettung beitragen, spielen sie dann überhaupt noch eine Rolle? Paulus beantwortet genau diese Frage im letzten Vers dieses Abschnitts im Epheserbrief, den wir die letzten Tage betrachtet haben:

    „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

    Die Bibel, Epheser 2,8-10

    Hier liegt die Antwort auf die offene Frage: Gute Werke spielen sehr wohl eine Rolle – aber nicht als Bedingung für die Rettung. Erst danach, wenn der Mensch aus Gnade wieder in eine gesunde Beziehung mit Gott gebracht worden ist, kommen gute Werke ins Bild. Sie sind wie ein Weg, den Gott vorbereitet hat, auf dem wir dann – gemeinsam mit ihm – gehen können.

    „Wir sind sein Werk“ – noch bevor von unseren Werken die Rede ist, stellt Paulus klar, wessen Werk wir selbst zuerst sind. Das Wort im griechischen Urtext ist dasselbe, das sonst für ein Kunstwerk verwendet wird. Wir – unser Leben, unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten – sind nicht das Ergebnis eigener Anstrengung, sondern etwas, das Gott selbst gemacht hat. Wenn wir also von eigenen Werken reden, sollten wir uns bewusst sein, dass alles, was wir dazu an Voraussetzungen mitbringen, uns von Gott gegeben worden ist.

    Damit schließt sich der Kreis dieser Verse im Epheserbrief: Vom Tod in Sünde über Gottes rettendes Eingreifen und die Gnade durch Glauben – bis hin zu einem neuen Leben, das zuerst eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu Gott ist, und dann ganz von selbst gute Frucht trägt. So wie ein gesunder Apfelbaum wie von selbst Früchte hervorbringt – nicht, um Apfelbaum zu werden, sondern weil er schon einer ist.

    „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

    Die Bibel, Johannes 15,5
  • Aus Gnade durch Glauben

    Im letzten Post haben wir gesehen, wie Gott aus reinem Erbarmen und großer Liebe eingreift und geistlich tote Menschen lebendig macht – eine Rettung ganz aus Gnade, völlig unverdient. Am Ende blieb eine Frage offen: Wie genau kommt dieses Geschenk bei uns an? Paulus beantwortet sie – immer noch im Epheserbrief – in den nächsten zwei Versen so klar wie kaum irgendwo sonst in der Bibel.

    „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

    Die Bibel, Epheser 2,8-9

    Zwei Dinge stehen hier ausdrücklich nebeneinander: Gnade und Glaube. Die Gnade ist das, was Gott uns gibt. Der Glaube ist unsere leere Hand, mit der wir es annehmen. Kein Werkzeug, das wir selbst herstellen, keine Leistung, die wir erbringen – Glaube ist einfach Vertrauen, das entgegennimmt, was Gott längst vorbereitet hat.

    Und Paulus lässt keinen Interpretationsspielraum: „das nicht aus euch“. Der Glaube ist keine Eigenleistung, mit der wir uns die Gnade dann doch noch irgendwie verdienen. Auch der Glaube selbst ist Geschenk: „Gottes Gabe ist es“. Es gibt an dieser Rettung buchstäblich nichts, worauf ein Mensch stolz sein könnte.

    Der letzte Halbsatz macht den Grund dafür explizit: „damit niemand sich rühme“. Wäre Rettung auch nur ein bisschen von unseren Werken abhängig, hätten wir immer einen Grund, uns mit anderen zu vergleichen und uns selbst einen kleinen Verdienst anzurechnen. Genau das schließt Gott bewusst aus, denn das einzige, was wir mitbringen, ist unsere Sünde. Den Rest tut Gott dazu.

    Aber das ist auch eine befreiende Nachricht – gerade für jeden, der insgeheim denkt, er müsse noch mehr gute Taten sammeln, um vor Gott bestehen zu können. Aber die Bibel ist eindeutig – einen solchen Weg zu Gott, den gibt es nicht. Denn sonst wäre Jesus Christus ja umsonst am Kreuz gestorben. Deswegen reicht es nach Gottes Gnade völlig aus, mit leeren Händen zu kommen und sich schenken zu lassen, was Gott gerne gibt.

    Heißt das nun, dass es auf unser Handeln überhaupt nicht mehr ankommt?
    Genau dieser Frage gehen wir im nächsten Post nach.

    „Er rettete uns, nicht wegen unserer guten Taten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit.“

    Die Bibel, Titus 3,5
  • Gott aber…

    Im letzten Post haben wir bei einer schmerzhaften, aber ehrlichen Diagnose aufgehört: Wir Menschen sind von Natur aus geistlich tot – Sünder – und unfähig, uns selbst zu retten. Keine Anstrengung, kein Vergleich mit anderen ändert etwas an diesem Grundzustand.

    Genau an diesem Punkt ist dann auch eigentlich nichts mehr zu erwarten. Aber seinen nächsten Satz beginnt Paulus mit zwei Worten, die alles verändern:

    „Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet!“

    Die Bibel, Epheser 2,4-5

    „Gott aber…“ ist der ultimative Ausdruck dafür, dass die Grenzen von uns Menschen für Gott keinerlei Hindernis darstellen. Und Gott entschied sich, einzugreifen, denn er liebt uns Menschen trotz allem und hat Erbarmen mit uns.

    Wenn Paulus schreibt: „…uns, die wir tot waren…“, dann bezieht er sich explizit in diese Aussage mit ein. Auch er war früher geistlich tot, denn kein Mensch kommt als Christ zur Welt. Auch Paulus musste sich seine Rettung von Gott schenken lassen. Eine Rettung ganz aus Gnade – also völlig unverdient, ohne den Hauch einer Eigenleistung, zu 100% basierend auf Gottes Entscheidung und dem Kreuz und der Auferstehung von Jesus Christus.

    „… und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.“

    Die Bibel, Epheser 2,6-7

    In kurzen Worten schreibt uns Paulus, was das Gnadengeschenk durch Jesus Christus für uns konkret bedeutet: „Mitauferweckt“ bedeutet, dass wir geistlich toten Menschen, mit unserer Entscheidung, das Rettungsangebot von Jesus anzunehmen, tatsächlich und real zu neuem Leben erweckt werden – ebenso wie Jesus nach dem Kreuz wirklich tot war und wirklich wieder auferstand. Wir mögen also tot sein und können daran nichts ändern – aber er kann uns lebendig machen!

    Das bedeutet nichts weniger als eine völlige Umkehr unserer menschlichen Natur. Und damit einher geht, dass wir ins Reich Gottes versetzt werden, das aktuell zwar noch unsichtbar ist, aber das Bürgerrecht im Himmel gilt sofort – und Gott wird niemals fertig damit sein, uns in Christus mehr und mehr zu segnen – denn er ist ein unendlicher Gott, der unendlich viel zu geben hat.

    Die Rettung ist also kein einmaliger Akt, den Gott dann abhakt, sondern nur der Anfang einer Beziehung, die auf Ewigkeit angelegt ist. Das ist Gottes Antwort auf die düstere Diagnose aus dem letzten Post. Keine Ausrede, keine Verharmlosung des Zustands – sondern das Geschenk eines völligen Neuanfangs mit einer fundamentalen Erneuerung unseres Zustandes. Und jedem Menschen steht es frei, dieses Geschenk anzunehmen, wenn er möchte.

    Aber wie genau kommt dieses Geschenk bei uns an? Das schauen wir uns im nächsten Post an.

    „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“

    Die Bibel, Römer 5,8
  • Lebendig und doch tot

    Stell dir vor, jemand würde zu dir sagen: „Du bist tot.“ Du würdest vermutlich protestieren. Du atmest, du denkst, du hast Pläne für morgen. Wie kann jemand tot sein, der offensichtlich lebt?

    Aber genau das sagt die Bibel über jeden Menschen, bevor er Jesus kennt – nicht körperlich tot, sondern geistlich. Wir finden eine klare Aussage dazu von Paulus in seinem Brief an die Christen von Ephesus, in der er sie daran erinnert, in was für einem Zustand sie waren, bevor sie sich entschieden hatten, Jesus zu vertrauen:

    „Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.“

    Die Bibel, Epheser 2,1-2

    Das ist eine steile Aussage! Und sie tut erst mal weh, wenn man sie ernst nimmt. Denn sie sagt: Das Problem ist nicht, dass wir uns manchmal danebenbenehmen oder manchmal sündigen. Das Problem sitzt tiefer, viel tiefer. Das Problem ist nicht unser Handeln, sondern unser grundsätzlicher Zustand.

    Ein toter Mensch ist kraft- und machtlos und kann gar nichts mehr tun, um ins Leben zurückzukehren. Genauso wenig kann ein Mensch, der geistlich tot ist, sich selbst wieder mit Gott versöhnen – egal wie sehr er sich auch bemühen mag. Dass geistlich tote Menschen körperlich sehr wohl noch viele Jahrzehnte lang lebendig sein können, ändert daran nichts. Der Mensch kann seine Natur nicht selbst ändern.

    Paulus geht noch einen Schritt weiter:

    „…unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen.“

    Die Bibel, Epheser 2,3

    „wir waren von Natur“ – der Apostel Paulus schließt sich explizit mit ein! Auch er war nicht gläubig zur Welt gekommen. Sondern als Sünder, geistlich tot, denn das ist der natürliche Zustand jedes Menschen von Geburt an. Das beginnt nicht erst, wenn wir das erste Mal sündigen. Dass wir unausweichlich sündigen und immer wieder sündigen ist die Folge unserer geistlich toten Natur. Damit ist dann auch klar, dass der so oft bemühte Vergleich: „Ich bin doch immerhin besser als die meisten!“ nicht nur einfach falsch ist, sondern tatsächlich jeder Grundlage entbehrt. Manche Tote in der Leichenhalle lassen sich auch besser ansehen als andere – aber tot sind sie alle.

    Das ist ausgesprochen unbequem. Die Bibel beschönigt es nicht, dramatisiert es aber auch nicht. Sie gibt uns einfach ehrlich und klar die Diagnose – so wie auch ein Arzt einem todkranken Patienten zuerst klar machen muss, was er genau hat, bevor der Patient irgendwelchen drastischen Maßnahmen zustimmen wird, um seinen Zustand zu ändern.

    Gottes Botschaft an uns Menschen bleibt dementsprechend auch nicht einfach bei dieser schmerzhaften Diagnose stehen. Aber dazu mehr im nächsten Post. Wichtig für heute und zum Mitnehmen ist: alle Menschen haben grundsätzlich das gleiche Problem. Wir sind allesamt und ausnahmslos Sünder und geistlich tot vor Gott.

    „Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“

    Die Bibel, Römer 3,23
  • Nichts trennt uns

    Es gibt eine Frage, die viele Menschen im Stillen beschäftigt – manchmal bewusst, manchmal als dumpfes Gefühl im Hintergrund: Kann Gott mich wirklich lieben? Manches an mir ist ganz und gar nicht liebenswert…

    Dahinter steht meistens die Annahme, dass Gottes Liebe an Bedingungen geknüpft ist und damit von uns abhängt. Von dem, was wir tun. Von dem, was wir leisten. Von dem, wer und was wir sind – oder waren.

    Aber genau das stimmt nicht.

    Nichts trennt

    Paulus schreibt im 8. Kapitel seines Briefs an die Christen in Rom einen der gewaltigsten Sätze des gesamten Neuen Testaments:

    „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

    Die Bibel, Römer 8,38-39

    Paulus listet alles auf, was uns von dieser Liebe trennen könnte. Tod. Die Probleme des Lebens. Engel. Mächtige Herrscher. Unsere Versuchungen und Sünden von heute. Die Sorgen über die Zukunft. Alles, was sich in den Höhen und Tiefen von Raum und Zeit verbirgt. Jedwede Kreatur, egal was sie ist. Der Apostel lässt keine Lücke. Und sein Befund ist eindeutig: Nichts schafft es. Nichts kann Gottes Liebe zu uns aufheben. Nicht einmal unsere eigenen Sünden und Fehler.

    Das ist keine fromme Phrase. Was uns die Bibel hier gibt, ist ein konkreter Rechtsbefund – über eine Liebe, die nicht von uns ausgeht und deshalb auch nicht von uns abhängt.

    Warum diese Liebe?

    Woher kommt diese Liebe überhaupt? Was ist ihr Grund?

    In dieser Serie haben wir gesehen, was Gott für alle bereit hält, die sich Jesus anvertrauen: Heilsgewissheit, Frieden mit Gott, ein unverdienter aber dennoch endgültiger Freispruch, ewiges Leben, Adoption in Gottes Familie, ein vorbereitetes Zuhause im Himmel. Das ist eine gewaltige Liste. Aber diese Dinge sind nicht der Grund für Gottes Liebe. Sie sind „nur“ die Folge.

    Der Ausgangspunkt ist dieser:

    „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

    Die Bibel, Johannes 3,16

    Nicht: Gott liebt die, die ihn zuerst lieben. Nicht: Gott liebt die, die sich das verdient haben. Sondern: Gott liebt die Welt, die ganze Menschheit, die er gemacht hat – und zwar bevor irgendwer irgendetwas getan hatte, sei es gut oder böse. Diese Liebe ist der Grund für alles andere. Sie war da, bevor wir existierten. Sie ist die Ursache für Gottes Erbarmen mit uns Menschen, das wiederum zum Kreuz von Jesus Christus geführt hat und dem wunderbaren Geschenk der unverdienten Vergebung der Sünden.

    Ein Geschenk, das wartet

    Alles, was wir bisher in dieser Serie betrachtet haben, ist der Inhalt dieses gewaltigen Geschenks. Gegeben aus Liebe. Bezahlt durch das Kreuz. Erreichbar für jeden.

    Das Entscheidende ist: Gott liebt uns viel zu sehr, als dass er unseren freien Willen übergehen oder übersteuern würde. Seine Gnade ist wirklich im Sinne des Wortes ein Geschenk – und nur du entscheidest, ob du seine Liebe erwidern und das Geschenk damit annehmen willst.

    „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

    Die Bibel, Johannes 3,16
  • Ein Zuhause, vorbereitet

    Es war eine der dunkelsten Nächte im Leben der Jünger. Es war die Nacht vor der Kreuzigung. Jesus hatte gerade angekündigt, dass er am Kreuz sterben und dann zu seinem Vater gehen würde – und sie verstanden es nicht so recht. Verwirrung, Angst, das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

    Mitten hinein in diese Situation sagte Jesus:

    „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“

    Die Bibel, Johannes 14,1-3

    Das ist kein dogmatischer Lehrvortrag über das Jenseits. Das ist eine konkrete Perspektive für die Jünger, ein ganz praktischer Trost, denn mitten in dieser Nacht voller Unsicherheit hob Jesus damit ihren Blick über die unmittelbar bevorstehenden Ereignisse hinaus – und zeigte den Jüngern ihre wahre Heimat im Himmel, wo sie später unausweichlich ankommen würden.

    Wer wohnt wo – und warum?

    Im letzten Post haben wir gesehen, dass alle, die Jesus wirklich vertrauen, zu Kindern Gottes werden. Nicht zu Gästen, auf Zeit im Himmel. Nicht zu Dienern im Himmel, die dort nur so lange einen Platz haben, wie sie ihre Leistung bringen. Sondern als vollwertige Mitglieder von Gottes eigener Familie. Und damit einher geht ein ganz selbstverständliches, bedingungsloses und ewiges Wohnrecht im Himmel.

    Diese Wohnungen, die Jesus vorbereitet, sind die direkte Folge davon. Das sind kein Gästezimmer auf Zeit. Keine Dienstwohnung, die an Leistung gebunden ist. Sondern es sind dauerhafte Wohnungen, die ganz persönlich für die Kinder des Höchsten vorbereitet und auf ewig vergeben werden.

    Vorbereitet für dich

    „Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten“ – das ist eine sehr persönliche Aussage. Nicht: Irgendwo finden wir dann einen Platz für euch. Nicht: Engel bereiten das vor. Sondern: Ich bereite das persönlich für euch vor. Jesus – Schöpfergott in Menschengestalt – kümmert sich selbst darum, dass jeder Mensch, der sich von ihm retten lässt, im Himmel auch eine ganz speziell für ihn gemachte Wohnung vorfinden wird.

    Und das Ziel dabei ist nicht nur ein Ort zum Wohnen im Himmel. Das Ziel ist Nähe und Gemeinschaft mit ihm selbst: „damit auch ihr seid, wo ich bin.“ Die eigentliche, große Verheißung ist also gar nicht mal das Haus – es ist die unmittelbare Nähe zu dem, der es vorbereitet.

    Wohlgemerkt: Das ist keine Belohnung für besondere Leistungen im Leben. Im Himmel wird es keine bessere Wohnlage für bessere Christen geben. Diese Wohnungen im Himmel sind ganz einfach die Vollendung einer ganz persönlichen Beziehung, die schon im Hier und Jetzt beginnt – für jeden, der sich Jesus anvertraut.

    Wird dort ein Platz für dich vorbereitet?

    Jeder Mensch ist eingeladen, sich mit seinem Leben und seiner ganzen Person Jesus anzuvertrauen und um Vergebung zu bitten. Und was auch immer da ist, in deinem Leben, das vor Gott nicht in Ordnung ist, es wird vergeben werden.

    Die Entscheidung liegt bei dir. Die Erfüllung hingegen liegt ganz bei dem, der die Verheißung gegeben hat.

    „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“

    Die Bibel, Johannes 5,24