Manche Fehler im Leben lassen sich wiedergutmachen: eine Entschuldigung, eine Reparatur, ein zweiter Versuch. Aber es gibt eine Rechnung, die kein Mensch selbst begleichen kann – die Rechnung für das, was die Bibel Sünde nennt: unser Getrenntsein von Gott. Hier geht es nicht um die Summe einzelner Taten. Es geht vielmehr um die Konsequenz eines Lebens, das komplett an Gott vorbei gelebt wurde.
Genau an diesem Punkt setzt Jesaja mit seiner Prophezeiung an:
„Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.“
Die Bibel, Jesaja 53,4-6
„Um unserer Übertretungen willen“, also wegen unserer Sünden, hat Jesus unsere Strafe getragen. Das ist die eigentliche Aussage der ganzen Passage: seine Kreuzigung war nicht ein Unglück, Missverständnis, Zufall oder tragisches Schicksal – sondern ein bewusster Tausch. Unsere Schuld für ihn, sein Frieden für uns. „Wir alle gingen in die Irre“ schließt niemanden aus – auch nicht uns heute. Das ist unbequem zu lesen, aber ehrlich: Diese Diagnose gilt jedem Menschen, nicht nur den offensichtlich „Bösen“.
Über 700 Jahre später beschreibt der Apostel Petrus, wie sich das an Jesus konkret erfüllt hat:
„Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“
Die Bibel, 1. Petrus 2,24
„Auf dem Holz“ spricht vom Kreuz. Und durchbohrt wurde Jesus tatsächlich: von Zimmermannsnägeln bei seiner Kreuzigung, später noch von einem Speer in die Seite. Kein Bild, keine Metapher, sondern ein realer, brutaler Tod – freiwillig, stellvertretend für dich und mich und alle Menschen. Damit wir eine unverdiente Vergebung erhalten können, wenn wir sie denn annehmen wollen.
Das ist der Kern des Evangeliums, und es lässt sich nicht kleinreden oder weichspülen: Ohne dieses Kreuz gäbe es keine Rettung, weil unsere Schuld sonst ungelöst bliebe. Aber genau darin liegt auch die gute Nachricht: Die Rechnung ist bereits beglichen. Nicht durch uns, sondern durch ihn. Die Frage ist nicht mehr, ob genug getan wurde – sondern nur, ob wir dieses Geschenk annehmen. Jesus klopft an, aber er zwingt sich niemandem auf.
„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“
Die Bibel, Offenbarung 3,20
