Es gefiel dem HERRN

Manche Sätze in der Bibel wiegen schwer. Dieser hier gehört dazu – weil er etwas ausspricht, das auf den ersten Blick schwer erträglich klingt: dass Gott selbst das Leiden seines Knechts wollte.

„Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. […] Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er Frucht sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“

Vgl. die Bibel, Jesaja 53,10-11

„Aber dem HERRN gefiel es“ bedeutet nicht, dass Gott sich an den Leiden seines Sohnes erfreute. Aber das Kreuz Christi war auch kein bedauerlicher Unfall oder Irrtum. Es war Gottes Plan. Und das, was durch das Leiden Christi erkauft wurde, daran hat Gott durchaus Wohlgefallen: Einen Rettungsweg für Sünder, die Gnade bei Gott suchen.

„Nachdem seine Seele Mühsal gelitten hat“ sagt uns überdeutlich, dass Jesus nicht nur am Kreuz gestorben ist, um uns eine unverdiente Vergebung unserer Sündenschuld zu erkaufen, sondern dass er auch den Tod überwunden hat, auferstanden ist und lebt – und die Früchte seines Opfers sieht. Diese „Früchte“ sind Menschen, die ihre Sünden bekennen, um Vergebung bitten und kostenlos geschenkt bekommen, denn Jesus hat die Rechnung am Kreuz bezahlt. Und wie Jesus gerecht ist vor Gott, sind auch diese Menschen dann gerecht vor Gott. Schuldlos. Gerettet. Aus Gnade.

Ganz ähnlich beschreibt es Petrus in der Apostelgeschichte:

„Diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.“

Die Bibel, Apostelgeschichte 2,23-24

Der Ratschluss Gottes, sein Plan, war Jesus‘ Tod am Kreuz und anschließend die Auferstehung – um „die Wehen des Todes“ aufzulösen. Wenn Jesus aber seinen eigenen Tod überwunden hat, traust du ihm dann auch zu, dass er deinen Tod überwinden kann?

Vielleicht fällt es dir schwer, einen Gott zu akzeptieren, der Leiden zulässt oder im Fall des Kreuzes sogar wollte. Das ist eine ehrliche Frage, die man nicht wegwischen sollte. Aber hier zeigt sich: Gott hat nicht aus der Distanz zugesehen, sondern wurde durch seinen Sohn ein Teil der Leiden dieser Welt. Durch das Kreuz hat Gott weit mehr erlitten, als je ein Mensch verstehen wird. Er selbst hat durch Jesus den vollen Preis bezahlt. Und genau deshalb ist das Kreuz kein Grund zur Anklage gegen Gott, sondern der Beweis, dass ihm unser Leiden nicht egal ist und dass Gott sich auch nicht zu schade war, direkt einzugreifen, damit Menschen hinübergerettet werden können, ins ewige Leben.

„wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“

Die Bibel, Römer 10,9