Ein kritischer Blick in den Spiegel

Gestern haben wir mit einem offenen Gedanken aufgehört: Sünde liegt in der Natur des Menschen. Jeder Mensch ist ein Sünder. Deswegen muss auch kein Kind erst lernen, egoistisch zu sein, zu lügen oder zu stehlen – denn wir kommen schon alle mit diesen Anlagen zur Welt.

Die Bibel nennt es beim Namen: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst…“ (1. Johannes 1,8). Aber es ist ein großer Unterschied zwischen der allgemeinen Einsicht, dass die Menschheit insgesamt ein Problem hat und der persönlichen Erkenntnis, selbst Teil des Problems zu sein. Der erste Gedanke lässt sich bequem und sachlich von außen betrachten: „Die anderen sind das Problem.“ Der zweite trifft auch dich direkt. Und darum geht es uns heute.

Ein Beispiel: Selbst König David, der von der Bibel explizit als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet wird (1. Samuel 13,14), musste auch genau das erkennen. So vorbildlich er in seiner Beziehung zu Gott auch gewesen sein mag, sündlos war er nicht. Nachdem er einmal tief in Sünde gefallen war und später mit der Wahrheit über sein Handeln konfrontiert wurde, schrieb er auch darüber. Aber nicht: „die Menschen sündigen“, sondern in schonungsloser Klarheit:

„Ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir.“

Die Bibel, Psalm 51,5

„Meine Übertretungen“ – „Meine Sünde“ – Hier redet ein Mann, dessen Gewissen ihn „allezeit“ angeklagt hat, sodass ihm seine Schuld ständig vor Augen stand. Das ist keine allgemeine Aussage mehr über die Menschheit als Ganzes, sondern ein persönliches Schuldeingeständnis vor Gott und Menschen: „Ich habe das getan. Ich habe gesündigt.“

Unsere Frage an dich ist, wie du dein Leben und die Entscheidungen, die du bisher getroffen hast, einschätzt? Wie deine Motivation hinter den Entscheidungen? Wie deine Gedanken über andere Menschen? – War das immer tadellos?

Bei diesem Thema und Fragen dieser Art ist es eine ganz natürliche Reaktion, wenn sich unser Stolz regt. Es ist ganz normal, dass wir gerne gut von uns selbst denken möchten. Die meisten Menschen versuchen durchaus auch ganz bewusst, gut zu leben. Aber die Realität ist, dass es uns nicht immer gelingt. Vor allem in unbeobachteten Momenten und in unserer Gedankenwelt tun wir zuweilen Dinge, von denen wir wissen, dass sie nicht in Ordnung sind und für die wir uns schämen würden, sollten sie je öffentlich werden.

Gott sagt uns in der Bibel sehr deutlich, dass wir alle, ohne Ausnahme, Sünder sind. Deswegen entscheidet deine Haltung zu dieser Sache grundsätzlich darüber, wie du Gott begegnest. Und da gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder du sagst: „Gott, du hast Recht“ – oder du sagst: „Gott, du irrst dich“.

Was sagst du dazu?

„HERR, wenn du unsere Sünde anrechnen würdest, wer, Herr, könnte da bestehen?“

Die Bibel, Psalm 130,3