Wer sich die Geschichte der Menschheit ehrlich ansieht, der steht vor einem Abgrund aus Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Korruption, Grausamkeit, Krieg und mehr. Es zieht sich durch jede Kultur und jede Epoche. Das Schlimmste: Während in den letzten 6.000 Jahren unsere wissenschaftliche und technologische Entwicklung raketenhaft vorangeschritten ist, haben wir uns moralisch genau gar nicht weiterentwickelt. Alle großen Probleme, die uns plagen, sind die gleichen wie vor Jahrtausenden. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, was mit der Menschheit als Ganzem grundlegend nicht stimmt. Nicht nur mit „den anderen“. Mit uns allen.
„Keiner ist gerecht – nicht ein Einziger. Alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren.“
Die Bibel, Römer 3,10.23
„Keiner“ – „nicht ein Einziger“ – „Alle Menschen haben gesündigt“. Hier wird niemand herausgegriffen, keine bestimmte Gruppe, kein bestimmtes Volk, keine bestimmte Generation. Die Diagnose gilt der ganzen Menschheit gleichermaßen. Die Bestandsaufnahme der Bibel ist nüchtern, präzise, schonungslos. Aber so wie der Arzt seinem todkranken Patienten keinen Gefallen tut, die Krebserkrankung schönzureden, würde Gott auch uns keinen Gefallen tun, unsere Sünden zu beschönigen.
Das ist aber keine Erfindung des Neuen Testaments, denn schon Jahrhunderte davor war die selbe Diagnose auch im Alten Testament bereits zu finden:
„Weil kein Mensch auf Erden so gerecht ist, dass er Gutes tut, ohne zu sündigen.“
Die Bibel, Prediger 7,20
Zwei ganz unterschiedliche biblische Stimmen, Jahrhunderte auseinander, treffen sich in genau derselben Beobachtung: Es gibt keine Ausnahme. Und so unangenehm das auch ist, erklärt die Bibel mit diesem aus heutiger Sicht vor Jahrtausenden niedergeschriebenen Weltbild doch in unerreichter Genauigkeit und Konsistenz, warum unsere Welt so ist, wie sie ist.
An dieser Stelle geht es noch nicht darum, was das ganz persönlich für dich bedeutet – das ist erst der nächste Schritt. Heute geht es erst einmal nur um die allgemeine Diagnose. Überleg doch mal selbst, was du von der Menschheit weißt – und schau dir bewusst und kritisch an, wie unsere Gesellschaft wirklich funktioniert. Und dann stell dich bewusst der Frage, ob du der Sichtweise der Bibel auf die Menschheit als Ganzes zustimmen willst?
Wohlgemerkt: Nicht als Anklage gegen bestimmte „böse“ Menschen da draußen, sondern als ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was wir Menschen einander und der Welt seit jeher antun. Wir alle – im Großen wie im Kleinen.
Welchem Kind hätte man jemals beibringen müssen, egoistisch zu sein? Zu lügen? Zu stehlen?
Sünde liegt in unserer Natur…
„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst…“
Die Bibel, 1. Johannes 1,8
