Lebendig und doch tot

Stell dir vor, jemand würde zu dir sagen: „Du bist tot.“ Du würdest vermutlich protestieren. Du atmest, du denkst, du hast Pläne für morgen. Wie kann jemand tot sein, der offensichtlich lebt?

Aber genau das sagt die Bibel über jeden Menschen, bevor er Jesus kennt – nicht körperlich tot, sondern geistlich. Wir finden eine klare Aussage dazu von Paulus in seinem Brief an die Christen von Ephesus, in der er sie daran erinnert, in was für einem Zustand sie waren, bevor sie sich entschieden hatten, Jesus zu vertrauen:

„Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.“

Die Bibel, Epheser 2,1-2

Das ist eine steile Aussage! Und sie tut erst mal weh, wenn man sie ernst nimmt. Denn sie sagt: Das Problem ist nicht, dass wir uns manchmal danebenbenehmen oder manchmal sündigen. Das Problem sitzt tiefer, viel tiefer. Das Problem ist nicht unser Handeln, sondern unser grundsätzlicher Zustand.

Ein toter Mensch ist kraft- und machtlos und kann gar nichts mehr tun, um ins Leben zurückzukehren. Genauso wenig kann ein Mensch, der geistlich tot ist, sich selbst wieder mit Gott versöhnen – egal wie sehr er sich auch bemühen mag. Dass geistlich tote Menschen körperlich sehr wohl noch viele Jahrzehnte lang lebendig sein können, ändert daran nichts. Der Mensch kann seine Natur nicht selbst ändern.

Paulus geht noch einen Schritt weiter:

„…unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen.“

Die Bibel, Epheser 2,3

„wir waren von Natur“ – der Apostel Paulus schließt sich explizit mit ein! Auch er war nicht gläubig zur Welt gekommen. Sondern als Sünder, geistlich tot, denn das ist der natürliche Zustand jedes Menschen von Geburt an. Das beginnt nicht erst, wenn wir das erste Mal sündigen. Dass wir unausweichlich sündigen und immer wieder sündigen ist die Folge unserer geistlich toten Natur. Damit ist dann auch klar, dass der so oft bemühte Vergleich: „Ich bin doch immerhin besser als die meisten!“ nicht nur einfach falsch ist, sondern tatsächlich jeder Grundlage entbehrt. Manche Tote in der Leichenhalle lassen sich auch besser ansehen als andere – aber tot sind sie alle.

Das ist ausgesprochen unbequem. Die Bibel beschönigt es nicht, dramatisiert es aber auch nicht. Sie gibt uns einfach ehrlich und klar die Diagnose – so wie auch ein Arzt einem todkranken Patienten zuerst klar machen muss, was er genau hat, bevor der Patient irgendwelchen drastischen Maßnahmen zustimmen wird, um seinen Zustand zu ändern.

Gottes Botschaft an uns Menschen bleibt dementsprechend auch nicht einfach bei dieser schmerzhaften Diagnose stehen. Aber dazu mehr im nächsten Post. Wichtig für heute und zum Mitnehmen ist: alle Menschen haben grundsätzlich das gleiche Problem. Wir sind allesamt und ausnahmslos Sünder und geistlich tot vor Gott.

„Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“

Die Bibel, Römer 3,23