Wir sind jetzt an dem Punkt angekommen, auf den unsere ganze kleine Serie hingearbeitet hat.
Gott ist heilig. Der Mensch ist Sünder. Schuld hat einen Preis. Und Jesus Christus hat diesen Preis am Kreuz bezahlt – stellvertretend, vollständig, ein für alle Mal. Aber was bedeutet das jetzt konkret für dich?
Gnade – was ist das eigentlich?
Das Wort „Gnade“ ist in der religiösen Sprache fast so abgegriffen wie „heilig“. Es klingt nach Kirche, nach frommen Floskeln, nach etwas, das weit weg ist vom echten Leben…
Aber Gnade ist eigentlich ein sehr konkretes Wort. Es bedeutet im Grunde: Du bekommst etwas Gutes, das du dir nicht verdient hast – sonst wäre es ja Lohn. Aber Gnade ist immer unverdient. Etwas, worauf du keinen Anspruch hast. Gnade ist immer das freiwillige Geschenk eines anderen.
Die Gnade, die Gott jedem Menschen durch das Kreuz von Jesus Christus anbietet, ist eine vollständige Vergebung aller Schuld, eine Wiederherstellung der Beziehung zu ihm und ewiges Leben. Nicht als Lohn, sondern als Geschenk.
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
Die Bibel, Epheser 2,8-9
Und Glaube – was bedeutet das?
Hier gibt es ein weit verbreitetes Missverständnis. In unserem heutigen Sprachverständnis bedeutet „ich glaube“ eher so etwas wie „ich vermute“. Der Kernpunkt dabei: Das ist mit Unsicherheit und Unwissen verbunden. Wenn die Bibel aber von „dem Glauben“ spricht, meint sie eigentlich „Vertrauen“. Begründetes, gerechtfertigtes Vertrauen.
Ein Beispiel: Du setzt dich in ein Flugzeug. Du hast es weder selbst gebaut, noch verstehst du so wirklich die ganze Physik, mit der es fliegt. Aber du vertraust darauf, DASS es fliegt – und das nicht ohne Grund. Piloten machen eine extrem gute Ausbildung, fliegen immer im Team, es gibt eine Unmenge Sicherheitsprozeduren, die einzuhalten sind und Sicherheitssysteme, die ein Flugzeug weitgehend allein fliegen können. Dein Vertrauen ist also nicht blind, sondern begründet – und kann dir bei Turbulenzen daher viel Halt bieten.
Glaube an Jesus Christus funktioniert so ähnlich. Er gründet sich auf das, was wir über ihn wissen. Seine historische Existenz, seine Auferstehung, seine Aussagen über sich selbst, die Zuverlässigkeit der Bibel. Und dann ist da eine konkrete Entscheidung, so wie der Moment, wo du entscheidest, wirklich über die Gangway ins Flugzeug zu gehen und mitzufliegen.
Schenkst du Jesus dein Vertrauen?
Steigst du in sein „Flugzeug der Gnade“ ein?
Oder lehnst du die Einladung ab?
„Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.“
Die Bibel, Römer 10,9
Mund und Herz. Bekenntnis aus Überzeugung.
Was Glaube nicht ist
Glaube ist kein Gefühl. Du musst nicht erst eine bestimmte emotionale Erfahrung gemacht haben, bevor du glauben kannst. Manche Menschen kommen mit Tränen zum Glauben, andere völlig nüchtern – beides ist in Ordnung.
Glaube ist auch keine Leistung. Du musst dein Leben nicht erst in Ordnung bringen, bevor du zu Gott kommst. Das wäre so, als würde ein kranker Mensch sagen: „Ich gehe erst zum Arzt, wenn ich aus eigener Kraft gesund geworden bin!“ Gott nimmt dich so an, wie du bist.
Glaube ist auch keine Garantie für ein problemfreies Leben. Jesus hat seinen Jüngern nie Wohlstand und Bequemlichkeit versprochen. Aber er hat sich am Kreuz seinen Jüngern und uns allen geschenkt – und das ist mehr!
Der Schritt
Glaube und Gnade kommen in einem einzigen, konkreten Moment zusammen, wenn ein Mensch ehrlich vor Gott tritt.
Glaube ist dabei der Teil des Menschen. Das bedeutet, im Bewusstsein seiner Schuld, seiner Unvollkommenheit, seines Versagens und seiner Sünde vor Gott zu treten und diese Dinge vor Gott und sich selbst einzugestehen. Es bedeutet auch, das Urteil Gottes anzuerkennen, dass jeder Sünder die Hölle verdient hat. Es bedeutet dann auch, die Hoffnung aufzugeben, es doch aus eigener Leistung noch in den Himmel zu schaffen – und stattdessen bewusst das Gnadenangebot des Kreuzes anzunehmen und Jesus Christus um Vergebung zu bitten.
Das ist kein kompliziertes religiöses Ritual. Es ist ein Gespräch mit Gott. Ehrlich und ohne Schminke. Du brauchst dafür keinen bestimmten Ort aufsuchen, keine bestimmte Zeit abwarten, keine Leitung oder Erlaubnis eines Priesters. Du brauchst nur den Mut, innerlich vor Gott zu treten, ihn bei seinem Wort zu nehmen und dein Vertrauen auf Jesus zu setzen.
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist bereits vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
Die Bibel, Johannes 5,24
Für dich
Vielleicht liest du das und denkst: „Das klingt zu einfach. Zu billig. Kann das wirklich reichen?“
Erinnere dich an Karfreitag. Erinnere dich daran, was es Gott gekostet hat, dir diese Gnade anzubieten. Das ist ganz und gar nicht billig! Der Preis wird nur nicht von dir gefordert, sondern wurde bereits von Jesus am Kreuz bezahlt.
Gottes Gnade ist nicht billig. Sie ist unbezahlbar!
Und Gott bietet sie dir an, als unverdientes Geschenk.
Willst du es annehmen?
