Es gibt eine spannende Frage, die Jesus selbst einmal direkt an seine Jünger gestellt hat:
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Die Bibel, Matthäus 16,15
Das ist keine rhetorische Frage. Es ist die persönlichste und gleichzeitig wichtigste Frage, die ein Mensch überhaupt beantworten kann. Denn wenn Jesus ist, der er zu sein behauptet, nämlich der Sohn Gottes, dann ist er selbst das Fundament des gesamten Universums und der Realität unserer Existenz.
Eine historische Person
Zunächst das Offensichtliche, das aber oft vergessen wird: Jesus von Nazareth ist eine historisch ausgesprochen gut belegte Person. Seine Existenz wird nicht nur durch die außergewöhnlich gut bezeugte Bibel gestützt, sondern auch durch unabhängige römische und jüdische Quellen außerhalb der Bibel (z.B. den jüdischen Historiker Flavius Josephus und den römischen Geschichtsschreiber Tacitus).
Kein seriöser Historiker – gleich welcher Weltanschauung – bezweifelt heute ernsthaft, dass Jesus gelebt hat, dass er Jude war und in Judäa wirkte, dass er unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde und dass seine Anhänger nach seinem Tod eine Bewegung begründeten, die auf dem Glauben an seine Wiederauferstehung basiert und dass diese Bewegung die Welt völlig verändert hat.
Die entscheidende Frage ist also nicht: Hat Jesus wirklich gelebt?
Sie lautet: Ist Jesus wirklich wieder auferstanden? Und damit aufs engste verbunden ist eben auch die Frage, die Jesus schon seinen Jüngern stellte: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“
Was Jesus über sich selbst sagte
Hier wird es interessant. Denn Jesus hat sich selbst nicht als guten Lehrer, weisen Philosophen oder spirituellen Meister bezeichnet. Er hat Aussagen über sich gemacht, die in ihrer Kühnheit bis heute einzigartig sind. Er sagte zum Beispiel:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“1
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“2
„Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“3
Und als er einmal gefragt wurde, ob er größer sei als Abraham – der Stammvater des jüdischen Volkes, der über 1.800 Jahre vor ihm gelebt hatte – antwortete er:
„Bevor Abraham war, bin ich.“4
Das war kein Grammatikfehler. Was Jesus hier sagte, war für Juden ein unmissverständlicher Bezug auf den von ihnen am höchsten geachteten Gottesnamen JHWH, der „Ich bin“ bedeutet. Und seine Zuhörer verstanden auch sofort, was er damit meinte. Sie griffen nach Steinen, um ihn zu töten, denn nach jüdischem Verständnis hatte Jesus damit eindeutig behauptet, Gott zu sein.
Drei Möglichkeiten – keine vierte
C.S. Lewis, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Theologe an den Universitäten Oxford und Cambridge war, hat es vor Jahrzehnten treffend auf den Punkt gebracht: Wer Aussagen macht wie Jesus sie gemacht hat, für den gibt es genau drei Möglichkeiten.
Entweder er ist ein Lügner. Dann wusste er, dass seine Aussagen falsch waren, und hat sie trotzdem gemacht. Aber dann wäre er kaum der moralisch vorbildliche Mensch, als den ihn fast alle betrachten.
Oder er war ein Wahnsinniger. Dann glaubte er wirklich, Gott zu sein, war es aber nicht. Aber die Tiefe, Weisheit und innere Konsistenz seiner Lehre passt nicht zu einem Geisteskranken.
Oder er war – und ist – genau das, was er von sich behauptet hat.
Eine vierte Möglichkeit wie „Jesus war einfach ein guter Mensch und weiser Lehrer, aber nicht Gott“, die gibt es einfach nicht. Er hat sie selbst ausgeschlossen. Denn ein Mensch, der behauptet Gott zu sein und dabei lügt oder irrt, ist weder gut noch weise.
Und dann ist da noch die Auferstehung
Wie wir in der Osterwoche gesehen haben, ist die Auferstehung von Jesus Christus historisch außergewöhnlich gut bezeugt. Sie ist Gottes eigene Antwort auf die Frage, wer Jesus ist.
„Er ist erwiesen als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten, Jesus Christus.“
Die Bibel, Römer 1,4
Die Auferstehung ist nicht ein Wunder unter vielen. Sie ist das eine Wunder, auf das alle großen Linien der Bibel hinlaufen – das zentrale Ereignis der Menschheitsgeschichte und Grundlage der wichtigsten Botschaft Gottes an die Menschheit. Die Auferstehung von Jesus Christus ist die göttliche Bestätigung, dass er der ist, der er zu sein behauptet hat – und dass alle seine Worte wahr sind.
Und jetzt?
Jesus stellt auch dir seine Frage: „Du aber, für wen hältst du mich?“
Du musst sie nicht sofort beantworten. Aber du kommst nicht daran vorbei. Denn von der Antwort hängt alles andere ab – was Gott bedeutet, was Sünde bedeutet, was Erlösung bedeutet, was dein Leben bedeutet.
In den nächsten Beiträgen werden wir genauer anschauen, wer dieser Gott ist, den Jesus uns zeigt. Aber eine Sache können wir schon jetzt festhalten:
Wer Jesus gesehen hat, hat Gott gesehen!3
1: Die Bibel, Johannes 14,6
2: Die Bibel, Johannes 11,25-26
3: Die Bibel, Johannes 14,9
4: Die Bibel, Johannes 8,58
