Wenn heute jemand sagt „Ich glaube an Gott“ – was meint er damit eigentlich?
Die Antworten könnten kaum unterschiedlicher sein. Für den einen ist Gott eine unpersönliche Kraft, die das Universum durchdringt. Für den anderen ein Art gütiger Großvater im Himmel, der es mit der Sünde nicht so ernst nimmt. Für wieder einen anderen ist Gott das höchste Wesen, das sich in vielen Religionen unterschiedlich offenbart hat. Buddha, Allah, Jesus – alles irgendwie dasselbe. Oder nicht?
Kann hinter den vielen verschiedenen Ideen, was „Gott“ sein könnte, am Ende tatsächlich ein und derselbe Gott stehen?
Nicht irgendein „höheres Wesen“
Die Bibel beginnt nicht mit einem Gottesbeweis. Sie beginnt mit einer Voraussetzung:
„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“
Die Bibel, 1. Mose 1,1
Gott ist von Anfang an da – handelnd, erschaffend, gegenwärtig. Er ist keine abstrakte Idee, keine philosophische Notwendigkeit, kein unpersönliches Prinzip, keine mystische Kraft im Universum. Er ist eine Person – mit Willen, mit Charakter, mit Werten, mit Gefühlen und dem ausdrücklichen Wunsch, gekannt zu werden.
Das ist bereits ein fundamentaler Unterschied zu vielen anderen Gottesvorstellungen. Und da haben wir noch gar nicht betrachtet, was in den jeweiligen Weltanschauung das gegebene Wertegerüst und was der Wert und das Ziel des Lebens selbst ist. Hier geht es, wenig verwunderlich, in alle nur denkbaren Richtungen auseinander. Der Knackpunkt: Sie schließen sich alle, wirklich alle, gegenseitig aus.
„Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein!“
Die Bibel, 5. Mose 6,4
Einer – nicht viele
Die Bibel ist in dieser Frage unmissverständlich klar. Es gibt nicht viele Götter, die sich in verschiedenen Religionen unterschiedlich zeigen. Es gibt einen, der sich in der Bibel offenbart.
„Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“
Die Bibel, Jesaja 44,6
Das klingt in unserer pluralistischen Zeit ziemlich exklusiv. Ist es auch. Und es wäre unehrlich, das wegzureden. Die Bibel erhebt einen klaren Wahrheitsanspruch: Der Gott, der sich in der Bibel offenbart und in Jesus Christus Mensch wurde, ist nicht einer von vielen. Er ist der Eine. Und neben ihm gibt es keinen sonst.
Ein Gott in drei Personen
Und dann ist da noch etwas, das die Bibel über Gott sagt – etwas, das kein menschlicher Verstand sich ausgedacht hätte, weil es so gar nicht in unser Denken passt: Gott ist einer – und gleichzeitig ist er drei Personen. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Nicht drei Götter. Nicht ein Gott in drei Kostümen. Sondern ein Wesen, das als völlig perfekte und harmonische Einheit aus drei gleichermaßen heiligen Personen existieren, die sich voneinander unterscheiden und die jede für sich trotzdem ganz Gott sind.
Schon bei der Schöpfung klingt das an:
„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich.“
Die Bibel, 1. Mose 1,26
Gott war ein „uns“, ein Plural, und das von Anfang an. Wir werden an dieser Stelle aber nicht weiter auf die sogenannte „Dreieinigkeit“ eingehen. Sie ist ein eigenes großes Thema. Aber eines ist wichtig zu verstehen: Ein Gott, der in sich selbst bereits vollkommene Gemeinschaft, Erfüllung und Liebe hat, der braucht nichts sonst – auch keine Menschen. Wenn er uns trotzdem will, dann ist das seine echte, freie Entscheidung uns zu lieben.
Ein Gott, der rettet
Wie viele Menschen wollten schon Gott sein?
Der Gott der Bibel ist der einzige, der je Mensch sein wollte!
Das ist es, was die Bibel und den christlichen Glauben so einzigartig macht und deutlich von all den vielen Religionen und Weltanschauungen abhebt. Jesus Christus war Gott, dem Vater, in allem gleich. Aber er legte seine Herrlichkeit ab, wurde Mensch und starb am Kreuz, um mit seinem unendlich wertvollen Leben für den unendlich großen Sündenberg der gefallenen Menschheit zu bezahlen. Mit seiner Wiederauferstehung hat er bewiesen, dass er auch stärker ist, als der Tod. Und jeder – wirklich jeder! – der ihn um Vergebung und Rettung bittet, bekommt sie auch. Nicht weil derjenige es sich verdient hätte, sondern einfach aus Gnade, als unverdientes Geschenk eines Gottes, der die Sünde hasst aber den Sünder dennoch liebt und ihm lieber vergibt, als ihn zu vernichten – wenn derjenige seine Schuld nur zugibt und bereut.
Jesus Christus, „der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“
Die Bibel, Philipper 2,6-8
Das ist ein außergewöhnlicher Anspruch. Gott hat die Initiative ergriffen. Er hat nicht gewartet und zugesehen, wie sich die Menschen durch religiöse Anstrengungen aufreiben oder in ihren selbst erdachten Weltansichten immer weiter von ihm abirren.
Wer wissen will, wer Gott ist, muss nicht in sich selbst hineinhorchen…
Er muss Jesus anschauen1.
Wer Frieden haben will mit diesem Gott, muss nicht erst alle Gebote halten…
Er muss Jesus ansprechen2.
Und wer mit diesem Gott Gemeinschaft haben will, muss sich nicht erst selbst ändern…
Er muss Jesus anschauen3.
Wer ist dieser Gott also?
Er ist eine Person, keine Kraft.
Er ist der Schöpfer. Alles und jeder verdankt ihm seine Existenz.
Er ist der Eine, nicht einer von vielen.
Und er ist Liebe. Nicht eine verklärte Liebe aus der Ferne, sondern eine realistische und barmherzige, die ganz nahe kommt, die eingreift und zu unserem Besten handelt – selbst wenn es ihn viel kostet.
Aber dieser letzte Punkt wirft sofort eine neue Frage auf: Wenn Gott Liebe ist, warum kann er Sünde dann nicht einfach ignorieren? Warum braucht es überhaupt ein Kreuz und ein Opfer?
Die Antwort liegt in einer Eigenschaft Gottes, das wir uns im nächsten Post genauer anschauen werden:
Heiligkeit.
1: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ – Die Bibel, Johannes 14,9
2: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.“ – Die Bibel, 1. Johannes 1,9
3: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“ – Die Bibel, 2. Korinther 3,18
