Kann ich der Bibel vertrauen?

Bevor wir uns gemeinsam anschauen, was die Bibel über Gott, den Menschen und die Frage der Erlösung sagt, lohnt es sich, eine Frage direkt anzugehen, die viele Menschen im Hinterkopf haben:

Kann ich der Bibel überhaupt vertrauen?

Das ist keine unwichtige Frage. Im Gegenteil, sie ist die ehrlichste Frage, mit der man anfangen kann. Denn wenn die Bibel nicht vertrauenswürdig ist, dann können wir uns den Rest sparen. Wenn sie es aber ist, dann verdient sie unsere volle Aufmerksamkeit.

Ein sehr altes Buch – aber wie zuverlässig?

Die Bibel ist eine Sammlung von 66 Büchern, geschrieben auf drei Kontinenten, über einen Zeitraum von rund 1.600 Jahren. Unter den etwa 40 verschiedenen Autoren waren unter anderem Könige und Fischer, Gelehrte und Hirten, Propheten und Zollbeamte, Soldaten und Ärzte – Menschen aus völlig unterschiedlichen Zeiten, Kulturen und Lebenssituationen. Sie enthält fesselnde Biografien, Augenzeugenberichte wichtiger Ereignisse, Poesie, ein Liederbuch mit 150 Liedern voller Trost und Hoffnung, geniale Leitlinien, die einen Menschen bis heute weiser machen können und vieles mehr.

Über all diesen Einzelteilen, verschiedenen Stilen und Literaturgattungen, die in der Bibel zusammenkommen, liegt ein einzelner, konsistenter Spannungsbogen, denn die Bibel erzählt durch alle ihre Büche hindurch auch noch eine einzige, große, zusammenhängende Geschichte, die sich wie ein roter Faden durch alle ihre Teile hindurch zieht! Mit einer einzigen zentralen Person. Und mit einer einzigen zentralen Botschaft.

Das ist sehr bemerkenswert. Kein anderes Buch der Weltliteratur kann das von sich behaupten. Aber Zusammenhang allein beweist natürlich noch nichts. Die eigentliche Frage ist: Ist der Inhalt zuverlässig?

Die historische Zuverlässigkeit

Die Bibel ist das am besten bezeugte Dokument der gesamten Antike. Es existieren allein über 5.800 griechische Handschriften des Neuen Testaments, dazu ca. 18.000 in anderen Sprachen. Dazu abertausende Briefe der frühen Kirchenväter, die sich so ausgiebig über die Bibel ausgetauscht und dabei aus ihr zitiert haben, dass manche Historiker heute sagen, dass man allein aus diesen Briefen problemlos über 90% des Neuen Testaments fehlerlos rekonstruieren könnte.

Zum Vergleich: Platz zwei der am besten belegten Werke der Antike belegt Homers „Ilias“ mit ca. 1.750 erhaltenen Exemplaren. Platz drei und vier gehen an Platon und Sophokles mit je ca. 200 Exemplaren. Platz fünf: Aristoteles mit ca. 50 Exemplaren. Platz sechs belegt Caesars „Gallischer Krieg“ mit gerade noch 10 erhaltenen Exemplaren. Und niemand zweifelt ernsthaft an deren Echtheit.

Dazu kommt: Die ältesten erhaltenen Abschriften des Neuen Testaments liegen zeitlich sehr nah an den Originalen – teilweise nur wenige Jahrzehnte. Bei anderen antiken Texten liegen zwischen Original und ältester Abschrift oft viele Jahrhunderte. Zusammen mit der gewaltigen Anzahl erhaltener Exemplare macht das die Bibel textkritisch zu einem außergewöhnlich gut gesicherten Dokument.

Und die Archäologie? Sie hat die Bibel immer wieder bestätigt. Hundertfach. Orte, Personen, politische Strukturen, kulturelle Details, konkrete geschichtliche Ereignisse – was Kritiker früherer Generationen für Erfindungen hielten, wurde durch Ausgrabungen immer und immer wieder als historische Realität nachgewiesen.

Die Frage der Prophezeiungen

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der die Bibel von allen anderen Büchern unterscheidet: Sie enthält Hunderte von detaillierten Prophezeiungen – Vorhersagen über Ereignisse, die teilweise Jahrhunderte später eintrafen.

Allein über Jesus Christus finden sich im Alten Testament über 300 Prophezeiungen – geschrieben Jahrhunderte vor seiner Geburt. Geburtsort, Umstände, Einzug in Jerusalem, der Verrat für dreißig Silberlinge, die Art seines Todes, dass Soldaten um seine Kleider würfelten – all das wurde vorhergesagt, bevor es geschah!

Die Wahrscheinlichkeit, dass das alles zufällig eintrifft, liegt mathematisch im Bereich des praktisch Unmöglichen!

Aber ist sie nicht voller Widersprüche?

Das hört man oft. Was stimmt ist, dass es Stellen in der Bibel gibt, die auf den ersten Blick durchaus widersprüchlich wirken. Aber bei näherer Betrachtung lösen sich diese vermeintlichen Widersprüche auf – durch den historischen Kontext, die Sprache der jeweiligen Zeit, den Stil des Autors, das Verständnis der Literaturgattung des jeweiligen Buches der Bibel usw.

Kein seriöser Textkritiker – auch kein atheistischer – bestreitet heute ernsthaft noch, dass die Bibel ein historisch außergewöhnlich zuverlässiges Dokument ist. Die Frage ist nicht, ob sie zuverlässig überliefert wurde. Die Frage ist, ob ihr Inhalt wahr ist.

Und das ist letztlich eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Aber das geht nicht, ohne den Inhalt selbst geprüft zu haben.

Was das bedeutet

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!“

Die Bibel, Markus 12,30

Die Bibel verlangt keinen blinden Glauben. Im Gegenteil! Sie lädt offen dazu ein, unser Denken – also unseren Verstand – einzuschalten, wenn wir lesen. Wir sollen prüfen, nachhaken, ihre Aussagen ernst nehmen und selbst untersuchen. Wenn ein Mensch sich für Gott entscheidet, dann will Gott auch wirklich den ganzen Menschen – und dazu gehört dann eben auch gerade unser Verstand.

„Forscht nach im Buch des HERRN und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist’s, der es befohlen … hat.“

Die Bibel, Jesaja 34,16

Wenn du also in den nächsten Wochen mit uns die großen Fragen des Glaubens durchgehst – wer Gott ist, was Sünde bedeutet, was Jesus wirklich getan hat, dann tue das nicht mit blindem Vertrauen. Sondern mit dem Vertrauen, dass die Bibel diese Prüfung nicht scheut. Sie hat sie bereits zweitausend Jahre lang bestanden.