„Es ist vollbracht.“
Das waren die letzten Worte Jesu am Kreuz, bevor er starb. Nicht ein erschöpftes Aufgeben. Keine letzte Klage. Sondern eine Aussage. Eine Feststellung. Eine Ankündigung.
Aber was genau war vollbracht?
Das Gefühl, nie fertig zu sein
Die meisten Menschen, die ernsthaft über Gott und sich selbst nachdenken, kennen diese leisen, hartnäckigen Zweifel: Bin ich gut genug? Habe ich genug getan? Genug gegeben? Genug gebetet? Und wenn da falsche Entscheidungen, bittere Konsequenzen oder schmerzhafte Fehlschläge in unserer Vergangenheit liegen, die wir ernsthaft bedauern und deren Folgen uns vielleicht sogar bis heute begleiten, dann kann das unserer Selbstsicherheit mit der Zeit erheblich zusetzen.
Was, wenn wir damals anders entschieden hätten?
Es ist ein Gefühl, das sich selten laut meldet. Es regt sich eher im Hintergrund unseres Bewusstseins. Wie ein leiser Summton, den man irgendwann nicht mehr wahrnimmt, der aber trotzdem da ist. Es drückt. Und es macht uns bedrückt.
Irgendwo tief drin stellen sich uns dabei die eigentlichen Fragen, die dahintersteckt. Und hin und wieder erlauben wir uns vielleicht sogar, sie in Gedanken auszuformulieren:
Darf ich Gottes Einladung tatsächlich einfach so annehmen?
Bin ich dann wirklich völlig sicher?
Oder muss ich dafür erst noch etwas tun?
Was Jesus mit „vollbracht“ meinte
Das griechische Wort, das Johannes hier verwendet, ist „tetelestai“. Es war ein Begriff aus dem Geschäftsleben der Antike. Wenn eine Schuld vollständig bezahlt war, schrieb man dieses Wort auf den Schuldschein, um ihn rechtskräftig zu entwerten. Es bedeutet: Bezahlt. Erledigt. Abgeschlossen.
Jesus sagte am Kreuz also nicht: „Ich habe meinen Teil getan, jetzt bist du dran“, sondern er sagte: „Diese Sache ist vollständig erledigt. Es fehlt nichts mehr.“
Der Apostel Paulus schrieb dazu treffend:
„Er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.“
Die Bibel, Kolosser 2,14
Alle Anklagepunkte, die Gott gegen dich vorbringen konnte, wurden von Jesus am Kreuz bezahlt und der Schuldschein deiner Sünde damit entwertet. Nicht teilweise. Nicht vorläufig. Nicht unter Vorbehalt. Es geschah vollständig. Für immer. Rechtskräftig.
Was Gott selbst dazu sagt
Dass das kein frommer Wunsch ist, zeigen uns die viele konkreten Aussagen und Zusagen, die uns Gottes Wort zu dem gibt, was Jesus am Kreuz getan hat. Hier zwei konkrete Beispiele:
„So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“
Die Bibel, Römer 8,1
Keine Verdammnis. Nicht „wenig“ oder „fast keine“, sondern überhaupt keine!
Und als der Apostel Johannes einen ganzen Brief an die Christen seiner Zeit schrieb – den ersten Johannesbrief – fasst er am Ende zusammen, warum er ihn überhaupt geschrieben hat:
„Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt.“
Die Bibel, 1. Johannes 5,13
Klarer kann man es kaum formulieren: Wenn du an Jesus Christus glaubst, dann hast du ewiges Leben. Das ist kein Versprechen auf ein zukünftiges Ereignis, sondern die Bestätigung einer längst geschehenen Tatsache. Wenn du also an Jesus glaubst, kannst du nicht nur auf ewiges Leben hoffen, sondern du darfst sicher wissen, dass du es bereits hast.
Sicherheit ist kein Hochmut
Vielleicht klingt das für dich zu einfach. Oder zu kühn. Wie kann man so sicher sein?
Diese Sicherheit hat aber tatsächlich nichts mit dir oder mit uns zu tun. Sie hängt nicht daran, wie gut du warst, wie viel du geleistet oder gebetet hast. Auch nicht, wie überzeugend wir hier auf Lies Bibel davon schreiben. Diese Sicherheit hängt einzig und allein daran, was Jesus getan hat, was Gottes Wort dazu sagt – und ob du ihm vertraust.
Sicher zu sein ist kein Hochmut. Hochmut wäre zu sagen: „Ich bin gut genug!“ Der Glaube an Jesus Christus sagt etwas völlig anderes: „Ich bin nicht gut genug – aber Jesus hat am Kreuz für meine Schuld bezahlt.“ Hier geht es um Gnade. Nicht Leistung. Nicht Verdienst. Es ist ein Geschenk. Und du darfst es annehmen.
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch. Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
Die Bibel, Epheser 2,8-9
Und jetzt?
Vielleicht fragst du dich: Wie funktioniert das genau? Wie kann ein heiliger Gott einfach so Schuld vergeben? Was hat die Kreuzigung damit zu tun? Und was bedeutet es konkret, jemandem zu vertrauen, den man nicht sehen kann?
Das sind gute Fragen. Wichtige Fragen. Und genau diesen Fragen wollen wir in den nächsten Beiträgen nachgehen – Schritt für Schritt. Denn wer verstanden hat, wer Gott wirklich ist, was Sünde wirklich bedeutet und was Jesus wirklich getan hat, der muss sich die Frage „Darf ich sicher sein?“ nicht mehr stellen – denn er weiß es.
Bist du dabei?
