Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Es war der letzte Abend vor der Verhaftung von Jesus. Das letzte gemeinsame Essen mit seinen Jüngern, bei dem er das Abendmahl einsetzte. Jesus sprach mit ihnen über das, was kommen würde – Verhaftung, Verurteilung, Kreuz, sein Tod – und dann seine Himmelfahrt. Die Stimmung ist gedrückt, die Jünger sehr verunsichert. Sie verstehen das alles nicht so recht.

Da stellt Thomas eine Frage, die einfach ehrlich ist:

Thomas spricht zu ihm: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen?“

Die Bibel, Johannes 14,5

Keine frommen Floskeln. Kein theologisches Nachfragen. Einfach ein ehrliches: „Wir verstehen das nicht – und wissen auch nicht, wo es langgeht.“

Die Antwort, die er darauf bekommt, ist ein außergewöhnlicher Einblick in die Identität von Jesus Christus und die Natur des christlichen Glaubens:

Jesus spricht zu ihm: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“

Die Bibel, Johannes 14,6

Vier Aussagen – eine Botschaft

Weg, Wahrheit, Leben, nur durch mich – das klingt wie vier separate Dinge. Aber sie sind tatsächlich vier Seiten derselben Botschaft.

Jesus ist der Weg: Nicht weil er uns eine Wegbeschreibung gibt, sondern weil er selbst der Pfad ist, dem wir folgen sollen. Durch sein Kreuz und seine Auferstehung hat er den einzigen Weg gebahnt, auf dem ein Mensch zurück zu Gott kommen kann. Eine Beziehung zu Gott, die durch Gottes Gnade nicht mehr von Schuld und Sünde belastet ist, sondern neu und heil. Das ist das Ziel dieses Weges. Und die Person Jesus Christus ist dieser Weg.

Jesus ist die Wahrheit: Nicht weil er die Wahrheit kennt oder kluge Dinge sagt, sondern weil er als Gott selbst das Fundament aller Wirklichkeit ist. Die Wahrheit seiner Existenz und Güte ist die Grundlage, auf der jede andere Wahrheit steht. Was er sagt, gilt – weil er derjenige ist, der die Wirklichkeit, in der wir leben, geschaffen hat.

Jesus ist das Leben: Nicht weil er uns Lebenstipps gibt, sondern weil aus ihm alles Leben fließt. Wer zu ihm kommt, kommt zur Quelle – zu Gott, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nur durch Jesus: Wir haben bei unserem Post über Jesus als „die Tür“ schon gesehen, dass es einen Zugang zu Gott gibt – und der heißt Jesus. Und hier sagt er es noch einmal – diesmal ohne Bild, ohne Metapher, direkt und klar: „Niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ Das ist maximal exklusiv. Trotzdem kann man Jesus hier nicht vorwerfen, intolerant zu sein – denn er ist Gott. Er ist die Wahrheit und das Fundament der Wirklichkeit in Person. Sein Kreuz markiert den einzigen Weg, auf dem ein Mensch zu Gott kommen kann, ohne zu vergehen. Und wenn es nicht so wäre, wenn man auch anders in den Himmel kommen könnte, dann wäre Jesus völlig umsonst am Kreuz gestorben.

Die Frage von Thomas

Thomas hatte gefragt: „Wie können wir den Weg kennen?“

Die Antwort ist keine Landkarte, kein Regelwerk als Navigationsanweisung, kein religiöses System mit symbolischen Handlungen. Die Antwort ist eine Person – Jesus Christus. Und einer Person kann man begegnen. Man kann sie kennen und ihr vertrauen lernen. Man kann ihr nachfolgen auf dem Weg, den sie geht. Schritt für Schritt.

Welchen Weg gehst du gerade?

Jesus spricht auch zu dir:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben…“

Die Bibel, Johannes 14,6