Die Tür

Ein Freund stellte mal scherzhaft die Frage: „Wenn Jesus sich ‚die Tür‘ nennt, will er damit sagen, dass er einen Knauf und Scharniere hat?“

Die Antwort ist natürlich: Nein! – Jesus ist natürlich kein Einrichtungsgegenstand, sondern eine Person.

Aber wir alle kennen Türen. Indem er dieses Bild benutzt, baut er uns eine Brücke, die uns hilft, ein wichtiges Prinzip zu verstehen. Was also wollte er uns zeigen?

Schafe, Hirten und ein Dieb

Jesus sagte:

„Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.“

Die Bibel, Johannes 10,9

Um zu verstehen, was er hier meinte, hilft ein Blick auf den Zusammenhang. Jesus spricht in Johannes 10 vom Bild eines Schafstalls. Ein Schafstall in Israel hatte eine einzige Tür – einen einzigen kontrollierten Eingang. Der rechtmäßige Hirte kommt durch diese Tür. Der Türhüter kennt ihn, öffnet ihm, und die Schafe kennen außerdem auch seine Stimme und hören auf ihn.

Aber dann beschreibt Jesus noch jemanden, der in den Stall kommen könnte: einen, der nicht durch die Tür kommt, sondern über die Mauer steigt. Und der hat nichts gutes im Sinn:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.“

Die Bibel, Johannes 10,1

Der Dieb will gar nicht beim Hirten sein. Er will nicht zu Gottes Herde gehören. Die Schafe sind ihm auch egal. Er will nur nehmen – und dann wieder verschwinden. Schafe sind für ihn einfach nur Beute.

Das ist kein alternativer Weg zu Gott. Es ist das genaue Gegenteil davon.

Eine Tür, die wirklich öffnet

Was bedeutet es also, dass Jesus die Tür ist? Die eine und einzige Tür?

Eine Tür hat immer zwei Seiten: draußen und drinnen. Solange man draußen steht, ist man getrennt von dem, was drinnen ist. Und zwischen draußen und drinnen gibt es genau einen Weg: durch die Tür.

Jesus sagt: Durch mich kommt ihr zu Gott. Durch mich – durch mein Leben, mein Sterben, mein Kreuz, meinen Tod und meine Auferstehung! Dadurch steht dir der Weg zu Gott offen.

Es geht dabei nicht um deine Leistung. Oder Meinung. Oder wie fromm dein Leben aussieht. Es geht nicht um alte Rituale oder neue Ideen. Es geht nur – und ausschließlich – um Jesus! Denn er ist die Tür.

Das klingt exklusiv. Und das ist es auch. Aber nicht im Sinne von eng oder ausgrenzend. Es ist die Exklusivität einer guten Nachricht: Du musst nicht mehr suchen! Du musst nicht mehr alle möglichen Türen ausprobieren und hoffen, dass sie irgendwo hin führen, wo es zumindest besser ist als die Lebenssituation, in der du dich gerade befindest.

Komm, wenn du willst

Es gibt eine Tür zu Gott – genau eine – und sie steht offen. Du brauchst nur hindurchgehen. Das ist Gottes Einladung an die Welt.

Und Gott lädt dich ein – durch Jesus. Seine Tür ist offen.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“

Die Bibel, Johannes 6,37-40