Im letzten Post haben wir gesehen, wer die Tür ist: Jesus. Aber der sagt im selben Kapitel auch noch etwas anderes über sich selbst – etwas, das das Bild von der Tür ergänzt und vertieft.
Wer steht eigentlich hinter dieser Tür?
Wer erwartet die Schafe, wenn sie hereinkommen?
„Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Die Bibel, Johannes 10,11
Ein Beruf ohne Ansehen
Hirten waren in Israel zur Zeit Jesu Alltag – aber kein angesehener Beruf. Wer Hirte war, verbrachte viele Tage und Nächte draußen, oft fernab von Dorf und Familie. Wetter, wilde Tiere, Diebe – Gefahr war Teil des Alltags eines Hirten. Kein Beruf für Karrierebewusste. Eher etwas für Menschen, die sonst keine Wahl hatten.
Und doch sagte Jesus: „Ich bin so jemand.“ Nicht König auf einem Thron, nicht Priester im Tempel, nicht geachteter Lehrer. Sondern Hirte. Draußen, bei den Tieren. Bei Tag und Nacht. In Hitze und Kälte. Immer auf der Hut.
Warum erwählte es sich also der Sohn Gottes, sich uns Menschen gegenüber ausgerechnet auch als Hirte zu identifizieren?
Der Unterschied liegt in der Motivation
Jesus zieht einen Vergleich, der uns weiterhilft:
„Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.“
Die Bibel, Johannes 10,12-13
Ein Mietling, ein Tagelöhner, tut seinen Job – solange es ungefährlich und nicht zu schwer ist. Kommt Gefahr, ist er weg. Die Schafe gehören ihm nicht, also riskiert er auch nichts für sie.
Der gute Hirte ist anders. Die Schafe sind sein Eigentum. Es ist seine Herde, seine Verantwortung. Er bleibt – auch wenn es ihn etwas kostet. Sogar das Äußerste.
Das ist aber keine theoretische Aussage oder eine abstrakte Symbolik. Jesus hat das wörtlich gemeint. Und dann hat er bewiesen, dass er wirklich so ist: Am Kreuz.
Es geht um Beziehung
Aber Jesus sagt noch mehr:
„Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt.“
Die Bibel, Johannes 10,14
Ein guter Hirte kennt seine Schafe. Nicht als anonyme Masse, sondern jedes einzelne – seinen Gang, seinen Charakter, seine Schwächen, seine Geschichte. Wenn ein Schaf fehlt, dann merkt er es.
Das ist eine andere Art von Beziehung als sie ein Mietling oder ein Verwalter zu seinem Arbeitsauftrag hat. Es ist persönlich. Es ist nah.
Vielleicht hast du es in deinem Leben erfahren, dass manche Menschen gehen, wenn es schwierig wird. Wenn man sich am Ende allein wiederfindet, gerade dann, wenn man jemanden gebraucht hätte.
Jesus, der gute Hirte, ist anders. Er bleibt, denn die Schafe – Menschen, die sich seiner Führung unterstellen – sind seine eigenen. Er kennt sie. Sie kennen ihn. Er liebt sie. Sie lieben ihn. Und ihm ist wirklich an ihnen gelegen.
Eine Einladung, sich finden zu lassen
Schafe sind keine Tiere, die auf sich selbst gestellt besonders gut zurechtkommen. Sie verlaufen sich leicht. Sie geraten in Gefahr, ohne es zu merken. Sie müssen geschoren werden, damit ihre Wolle sie nicht bewegungsunfähig macht. Sie brauchen jemanden, der sie führt, versorgt, verteidigt – und der sie sucht, wenn sie sich verlaufen haben.
Vielleicht fühlst du dich gerade verloren. Allein. Wie ein Schaf, das den Weg zurück nicht mehr findet. Vielleicht ist dir dein Leben über den Kopf gewachsen. Aber Jesus kann auch dein guter Hirte sein. Du musst ihn nur bitten.
„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“
Die Bibel, Psalm 23,1
