Im letzten Post haben wir gesehen, warum „Bin ich gut genug?“ die falsche Frage ist. Und wir haben den Gefängnisaufseher aus der Apostelgeschichte kennengelernt, der die richtige Frage stellte:
„Was muss ich tun, damit ich gerettet werde?“
Heute wollen wir uns anschauen, was die Antwort der Bibel auf diese Frage ist.
Eine Antwort, die überrascht
Paulus und Silas antworten dem Gefängnisaufseher auf seine Frage ohne Zögern:
„Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden.“
Die Bibel, Apostelgeschichte 16,31
Das ist die ganze Antwort. Kein Programm. Keine Checkliste von Bedingungen. Keine Probezeit. Keine Mindestanforderungen. Sondern: Glaube an Jesus – so wirst du gerettet.
Das klingt fast zu einfach. Und genau da liegt für viele Menschen die nächste Stolperfalle. Es kratzt an unserem Stolz, so rein gar nichts dazu tun zu können.
Was Glaube bedeutet – und was nicht
Das griechische Wort für Glaube im Neuen Testament ist „pistis“. Es bedeutet nicht blindes Wunschdenken. Es bedeutet nicht: „Ich hoffe mal, dass das stimmt.“ Es bedeutet Vertrauen, gegründet auf Beweisen. Das ist die Art von Vertrauen, die ein Patient seinem Arzt entgegenbringt, wenn er dessen Medizin nimmt. Oder die ein Passagier dem Piloten entgegenbringt, wenn er ins Flugzeug steigt. Glaube an Jesus bedeutet also: Ich bin überzeugt, dass er der ist, der er behauptet zu sein – der Sohn Gottes, der am Kreuz für meine Schuld gestorben und dann wieder auferstanden ist. Und aus dieser Überzeugung heraus vertraue ich ihm mein Leben an.
Glauben, so wie die Bibel ihn definiert, hat also rein gar nichts mit dem zu tun, was wir tun können. Er hat allein mit dem zu tun, was Jesus bereits getan hat. Aber es ist dann natürlich auch kein passives Nicken, kein Durchwinken. Glauben ist eine aktive, durchdachte Entscheidung.
Wie diese Entscheidung konkret aussieht
Paulus beschreibt es in seinem Brief an die Römer sehr klar:
„Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; denn die Schrift spricht: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!“
Die Bibel, Römer 10,9-11
Zwei Dinge nennt Paulus hier: Herz und Mund. Innen und außen. Eine innere Überzeugung, die zu äußerlichen Konsequenzen führt.
Das Herz zuerst. Nach dem Verständnis der damaligen Zeit umfasste das Herz als Sinnbild das menschliche Denken, Fühlen, unseren Willen und unsere tiefsten Bedürfnisse. Wirklich glauben, wirklich überzeugt sein davon, dass Jesus Gottes Sohn ist, dass er am Kreuz für meine Schuld gestorben ist und dass Gott ihn auferweckt hat – das ist eine Entscheidung des Herzens.
Und dann der Mund: Das Bekenntnis. Nicht als eine magische Formel oder ein Ritual, sondern als der natürliche Ausdruck meiner inneren Überzeugung. Denn wenn ich wirklich von etwas überzeugt bin, dann werde ich auch dementsprechend handeln und reden. Erstmal vor Gott und irgendwann auch vor Menschen.
Was das nicht bedeutet
Es bedeutet nicht, dass man ab diesem Moment ein perfektes Leben führt. Es bedeutet nicht, dass alle Zweifel verschwinden. Es bedeutet nicht, dass man alles in der Bibel sofort versteht. Es bedeutet lediglich, dass man die Entscheidung getroffen hat, die ausgestreckte Hand Gottes zu ergreifen. Es bedeutet, dass man nicht mehr alleine unterwegs ist.
Der Rest – das Wachsen, das Lernen, das Reifen im Glauben – das kommt danach. Aber es fängt mit dieser einen Entscheidung an.
Eine Einladung
Vielleicht liest du das und merkst: Ich habe diese Entscheidung noch nie wirklich getroffen. Ich habe über Gott nachgedacht, die Bibel vielleicht sogar gelesen, Erkenntnis gesammelt wie Puzzlestücke – aber diesen Schritt, mich bewusst zu entscheiden, den habe ich noch nicht gemacht.
Oder du merkst vielleicht, dass du deine Entscheidung bereits getroffen hast. Vielleicht hast du gewartet auf ein besonderes Gefühl, ein Ereignis oder eine Vision. Aber mehr, als die Entscheidung, Jesus zu vertrauen, braucht es nicht.
So oder so ist jetzt ein guter Moment. Wozu noch warten?
Wenn die Entscheidung noch vor dir liegt, dann wollen wir dich fragen: Was fehlt dir noch? Wenn du die Grundlagen der guten Botschaft von Jesus Christus noch nicht so richtig verstanden hast, dann bietet es sich an, das Johannesevangelium zu lesen. Gib der Bibel Raum in deinem Leben, dann wird sich Gottes Wort nach und nach selbst erklären.
Wenn du aber eigentlich schon genug gehört hast, dann stehst du an dem Punkt der Entscheidung. Dann stellt sich eine andere Frage: Warst du wirklich auf der Suche nach der Wahrheit und bist du bereit, sie anzunehmen, auch wenn sie vielleicht nicht deinen Vorstellungen entspricht? Oder warst du vielleicht auf der Suche nach etwas anderem – Bestätigung deiner Meinung zum Beispiel oder Vergnügungen? Mehr Wissen wird dir an diesem Punkt nicht mehr weiterhelfen, sondern jetzt musst du abwägen, was du mit der Wahrheit, die du erkannt hast, tun willst.
Oder liegt die Entscheidung bereits hinter dir und du hast dein Leben bereits Jesus anvertraut? Auch dann solltest du Bibellesen, etwa die Apostelgeschichte und den Römerbrief, um deinen Glauben zu festigen und zu entdecken, wie du mit deinem Gott im Alltag leben kannst.
Nichts davon hat mit Gebetsformeln, Ritualen, einem besonderen Ort oder einer Vermittlungsstelle zwischen Gott und Mensch zu tun. Es geht einfach nur darum, ob du bereit bist, vor dir selbst und vor Gott ehrlich zu sein mit deinen Sünden und Schwachheiten und ob du Jesus vertraust, dass er sein Wort halten wird:
„Ich versichere euch: Wer meine Botschaft hört und an Gott glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Er wird nicht für seine Sünden verurteilt werden, sondern ist bereits den Schritt vom Tod ins Leben gegangen.“
Die Bibel, Johannes 5,24
