Es gibt eine Frage, die sich fast jeder Mensch irgendwann stellt, wenn er ernsthaft über Gott und den Himmel nachdenkt: Bin ich gut genug?
Es ist eine sehr menschliche Frage. Und sie klingt vernünftig. Realistisch. Als würde man die Sache ernstnehmen. Als würde man sich nicht einfach drücken, sondern wirklich prüfen, ob man bestehen kann.
Das Problem ist nur: Es ist die falsche Frage! Und wer die falsche Frage stellt, bekommt vielleicht eine Antwort aber sie wird ihm nicht weiterhelfen – egal wie ehrlich er sucht.
Warum die Frage falsch ist
Die Frage „Bin ich gut genug?“ setzt etwas voraus: Dass es einen Maßstab gibt und dass man ihn erfüllen kann. Dass es eine Schwelle gibt, die man mit genug Anstrengung, Frömmigkeit, guten Werken und gutem Willen überschreiten kann.
Aber die Bibel sagt etwas, das diese Annahme vollständig entkräftigt:
„Es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“
Die Bibel, Römer 3,10.23
Keiner – und alle. Keiner ist gerecht – denn alle haben gesündigt. Ohne Ausnahme. Das lässt keinen Raum für Diskussionen. Keinen Raum für falsche Hoffnungen.
Es gibt keinen Menschen, der den Maßstab Gottes erfüllen kann. Auch du nicht. Nicht, weil du besonders schlecht bist. Sondern weil Gottes Maßstab nicht einfach nur „besser als Durchschnitt“ ist, sondern vollkommene Heiligkeit und ein in jeder Hinsicht tadelloses Leben erfordert. Aber alle Menschen haben gesündigt – auf die eine oder andere Weise – denn wir sind alle Sünder. Alle…
Gestern haben wir uns Hiob, Abraham und David angesehen. Große Männer der Bibel. Männer, die eine enge, lebendige Beziehung zu dem lebendigen Gott hatten – und trotzdem kein makelloses Leben.
Die Frage „Bin ich gut genug?“ führt also unweigerlich in eine Sackgasse. Entweder man belügt sich selbst und sagt ja, wo die Bibel klar nein sagt. Oder man sagt nein und gibt auf, bevor man überhaupt angefangen hat. Und beides ist falsch.
Warum die Frage auch noch falsch ist
Es gibt da noch etwas, das unsere Gedanken bei der Frage „Bin ich gut genug?“ automatisch in die falsche Richtung lenkt – denn sie ist auf den Menschen gerichtet. Auf meine Leistung. Meine Bilanz. Mein Bemühen. Meine Güte. Mein Leben.
Aber das Leben mit Gott ist keine Abschlussprüfung, in der ich meine Leistung bringen muss und Gott als Prüfer am Ende bewertet, wie ich abgeschnitten habe. Dabei sagt uns die Bibel von vornherein, dass diese Prüfung schon lange stattgefunden hat – und die gesamte Menschheit krachend durchgefallen ist. Note: Ungenügend!
Aber die Geschichte der Bibel ist damit nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil! Die zentrale Geschichte der Bibel schaut auf Gott und wie er seiner gefallenen Menschheit nachgeht. Nicht als Lohn für eine erbrachte Leistung, sondern als unverdientes Geschenk – aus Liebe.
Gottes Angebot
Die Bibel berichtet schon bei den ersten Menschen nach dem Sündenfall und auch bei Hiob, im ältesten Buch der Bibel, dass die Menschen, die an Gott glaubten und ihn anbeteten, auch alle Opfer darbrachten. Und auch das Volk Israel hatte einen Opferdienst. Nicht die Gebote stehen im Alten Testament im Vordergrund, sondern das Angebot Gottes, Schuld durch ein ehrliches Eingeständnis und ein stellvertretendes Opfer zu sühnen. Das Alte Testament wirft damit einen langen Vorschatten auf das Neue Testament, in dem Gott erfüllt, was er im Alten Testament verspricht: Der von ihm geschickte Retter kommt, der Messias, der Sohn Gottes.
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
Die Bibel, Johannes 3,16
Jesus Christus hat sich selbst am Kreuz als das echte und endgültige Opfer dargebracht, mit dem Gott alle Sünden der Menschheit bezahlt hat. Und wenn du dieses Bibelwort wirklich ernst nimmst, dann schiebt sich ganz plötzlich eine völlig andere Frage in den Vordergrund:
Nicht: „Habe ich es verdient?“ Sondern: „Nehme ich dieses unverdiente Geschenk an?“
Damit verschiebt sich dann auch der Fokus:
Weg von uns und hin zu dem, der uns dieses Geschenk anbietet.
Die richtige Frage
In der Apostelgeschichte wird eine Begebenheit berichtet, in der der Apostel Paulus und sein Begleiter Silas unter denkwürdigen Umständen in einem Gefängnis die gute Botschaft von Jesus Christus verkünden. Der Gefängnisaufseher, überwältigt von dem, was er erlebt und gehört hat, stellte die richtige Frage:
„Was muss ich tun, dass ich gerettet werde?“
Die Bibel, Apostelgeschichte 16,30
Dieser Mann hatte verstanden, dass er keine Chance hat, sich den Himmel zu verdienen. Folgerichtig fragte er nicht mehr nach seiner Bewertung oder dem Lohn, sondern nach Rettung – nach Gnade. Er schaut weg von sich selbst und hin zum Kreuz.
Und dieses Kreuz ist es wert, mehr darüber nachzudenken. Denn wenn Menschen sich den Himmel doch irgendwie verdienen könnten, wäre Jesus dann nicht umsonst gestorben? Und wenn es Gott nicht wirklich ernst damit wäre, Menschen aus Gnade zu retten, wäre Jesus dann nicht auch umsonst gestorben?
Im nächsten Post werden wir uns etwas mehr damit befassen.
Bis dahin noch etwas zum Nachdenken für dich:
Wenn du dir bisher auch die falsche Frage gestellt hast, dann weißt du jetzt, warum sie dich nicht weiterbringt.
Welche Frage stellst du dir jetzt?
