Bin ich gut genug?

Irgendwo tief drin stellen wir uns diese Frage alle. Mit den verschiedensten Worten. Mal auch nur als nagender Zweifel im Hintergrund unseres Bewusstseins, dem wir nicht erlauben, Gestalt anzunehmen. Manchmal ist die Frage nur ganz leise da, ein Flüstern, das leicht zu ignorieren ist. Manchmal dröhnt sich durch unser Denken, so laut und zuweilen so ausdauernd, dass auch unser Selbstwertgefühl ins Schlingern kommt. Vielleicht im Spiegel morgens. Nach einem Gespräch, das nicht gut gelaufen ist. Nach einer Entscheidung, auf die wir nicht stolz sind. Nach einem Moment, in dem wir genau wussten, was richtig gewesen wäre – und es trotzdem nicht getan haben.

Bin ich gut genug?

Interessanterweise gibt es auf diese Frage zwei völlig gegensätzliche Antworten – und beide machen uns das Leben schwer.

„Ja, natürlich bist du gut genug!“ Das ist die Antwort, die unsere Kultur aktuell zu bevorzugen scheint und die wir natürlich alle auch sehr gerne hören wollen. „Du bist wertvoll. Du bist gut so, wie du bist. Hör auf dein Herz. An dir ist nichts falsch. Mach, was du willst und was sich gut anfühlt.“

Das klingt befreiend – aber es ist auf Dauer nicht ehrlich. Denn tief drin wissen wir: Das stimmt nicht ganz, denn wir kennen ja unser Leben. Wir wissen, was wir gedacht oder getan haben, wenn niemand zugeschaut hat. Wir wissen, was wir gesagt haben, was wir nicht hätten sagen sollen. Und wir wissen, was wir verschwiegen haben, als Mut gefragt gewesen wäre. Unser Herz, dem wir folgen sollen, es ist leider nicht vertrauenswürdig!

Und das ist dann die Basis, auf der du – ja du, ganz alleine! – den Wert, Sinn und Inhalt deines Lebens selbst bestimmen sollst? Denn per Definition soll dir ja keiner da rein reden. Am Ende ist das dann also alles einfach nur deine Meinung – und die kann sich ändern, ebenso wie deine Lebensumstände. Im Kern ist dieser Ansatz also höchst instabil…

„Du bist nur dann genug, wenn du Leistung bringst!“ Das ist die Antwort unserer Leistungsgesellschaft und auch vieler religiöser Gruppen. Und ja, dazu gehören auch eine ganze Reihe Gruppen aus „dem christlichen Lager“. Hier gibt es unübersichtliche und ausufernde Mengen von Anforderungen, Erwartungen, unausgesprochener Regeln, Traditionen und widersprüchliche Bewertungsmaßstäbe. Leistungsdruck, Angst, Versagen, Frust, Schuldgefühle und nagende Selbstzweifel sind hier das Programm. Wer auf der Strecke bleibt, hat halt selbst Schuld und hat es sich nicht verdient. Wer es an die Spitze schafft, wird gefeiert – bis er abrutscht und der Nächste kommt.

Das erinnert stark an die kalte, gnadenlose Mechanik der Evolutionstheorie. Das wirklich Schlimme ist, dass in solchen Systemen Heuchelei, Neid, Bitterkeit, traditionelle Tabus und Einsamkeit gedeihen – und der Wert eines Menschen letztlich stumpf an seiner Leistung hängt. Und allermindestens seine Gesundheit und seine Lebensumstände hat am Ende keiner – wirklich keiner – tatsächlich selbst in der Hand.

Die Frage hinter der Frage

Um sinnvoll beurteilen zu können, ob ich wohl „gut genug“ bin, muss ich tatsächlich vorher eine ganz andere, viel grundlegendere Frage beantworten:

Wer hat überhaupt das Recht und die Autorität, den Bewertungsmaßstab festzulegen?
Und hier wartet eine Überraschung, denn die Antwort hat zwei Seiten.

Du hast die Wahl! Segen und Fluch zugleich aber der Mensch hat einen freien Willen. Du bist frei, zu entscheiden, wen du in dein Leben reden lässt und auf wessen Worte du hörst – oder eben nicht. Reden tun viele, verschiedene und sehr gegensätzliche Weltanschauungen und Wertmaßstäbe gibt es jede Menge – und du musst dich entscheiden. Das ist eine Verantwortung, die dir keiner abnehmen kann, obwohl viele natürlich versuchen, dich zu manipulieren. Und das System, in dem du aufgewachsen bist, hat auf natürliche Weise immer erstmal eine Art Poleposition in deinem Denken und Wertempfinden.

Der zweite Teil der Antwort ist ernüchternd: Es können nicht alle Weltanschauungen wahr sein. Tatsächlich schließen sich durch ihre jeweiligen Glaubensgrundlagen beinahe alle hart gegenseitig aus. Der Atheismus sagt zum Beispiel, dass es keinen Gott gibt. Islam, Judentum und Christentum glauben dagegen ganz explizit an einen – genau einen – Gott. Dafür schließen sich diese wieder gegenseitig aus bei der Frage der Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus Christus. Nach dem Islam starb er gar nicht am Kreuz. Nach dem Judentum starb er und blieb tot. Beide bezeichnen ihn als Prophet. Nur Christen glauben an seinen tatsächlichen Tod und seine tatsächliche Wiederauferstehung – und in der Konsequenz, dass Jesus Gott war – und ist.

Du siehst, du kannst zwar entscheiden, was du glauben willst – aber du tust gut daran, nicht leichtfertig nach Lust und Laune zu entscheiden oder einfach irgendwo mitzulaufen, weil in deinem Umfeld eben viele oder alle eine bestimmte Weltanschauung haben. Im Gegenteil! Du solltest dir die Zeit nehmen und gründlich überlegen, bevor du dich entscheidest, denn tatsächlich setzt du buchstäblich dein Leben auf diese „Karte“. Und natürlich sind die Wertmaßstäbe, nach denen die Weltanschauungen Sinn und Zweck des Lebens und deine „Zielerreichung“ beurteilen, auch völlig unterschiedlich.

Und nun ein Blick in die Bibel:
Bist du gut genug nach dem Maßstab, den der Gott der Bibel dort für uns aufgeschrieben hat?

Vielleicht denkst du, dass jetzt die zehn Gebote kommen. Und ja, natürlich sind die Teil der Geschichte. Aber tatsächlich nicht der entscheidende. Der zentrale Punkt der Bibel ist nicht die Fehlbarkeit und Sünde der Menschen, sonder das Kreuz von Jesus Christus, durch das unser Gott dich einlädt, aus dem Kreislauf aus Sünde, Schuld und Tod herauszutreten und das Leistungsdenken dieser Welt hinter dir zurückzulassen. Denn an diesem Punkt ist der christliche Glaube, wie ihn die Bibel beschreibt, tatsächlich einzigartig. Jede andere Weltanschauung verlangt Leistung von dir. Aber unter dem Kreuz von Jesus Christus wartet etwas ganz anderes auf dich: Wahrheit – und Gnade.

„Keiner ist gerecht – nicht ein Einziger. Je besser wir Gottes Gesetz kennen, desto deutlicher erkennen wir, dass wir schuldig sind. Doch nun hat Gott uns unabhängig vom Gesetz einen anderen Weg gezeigt, wie wir in seinen Augen gerecht werden können – einen Weg in Übereinstimmung mit dem Gesetz und den Propheten. Wir werden von Gott gerecht gesprochen, indem wir an Jesus Christus glauben. Dadurch können alle ohne Unterschied gerettet werden. Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit. Denn Gott sandte Jesus, damit er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt und unsere Schuld gesühnt wird. Wir sind gerecht vor Gott, wenn wir glauben, dass Jesus sein Blut für uns vergossen und sein Leben für uns geopfert hat.“

Die Bibel, Römer 3,10.20-25

Kein Mensch – nicht einer – erreicht den Maßstab, den Gott anlegt. Nicht weil Gott kleinlich wäre, sondern weil er heilig ist, also völlig fehlerlos, untadelig in jeder Hinsicht. Und wir sind es eben nicht. Das ist die Wahrheit, die wir auch alle leicht in unserem Leben und Umfeld erkennen können, wenn wir mutig genug sind, genau hinzuschauen. Dafür gab Gott uns dann auch die zehn Gebote (und einige mehr). Nicht, weil er erwartet, dass wir seine perfekten Gebote als Sünder tatsächlich halten könnten, sondern um uns zu helfen, zu erkennen, wie wir wirklich sind.

Das ist eine schmerzhafte Wahrheit. Aber es ist die Wahrheit. Und diese Erkenntnis ist schlichtweg notwendig, damit wir verstehen, dass wir schuldig sind – und dann auf die Idee kommen, die Vergebung anzunehmen, die Gott uns schenken geben möchte.

„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“

Die Bibel, Römer 5,8

Wenn du dich nun fragst, ob du das glauben kannst oder willst, schau dazu doch nochmal in Ruhe die Beiträge der letzten Tage auf unserem Blog durch. Da gibt es jede Menge Gedankenfutter dazu (LeidTodSinn des Lebens). Nimm dir Zeit, denn Gott sucht auch wirklich eine Ja-Sager, sondern Menschen, die sich ihm bewusst und entschieden zuwenden.

Und wenn du dich wirklich mit Gottes Sichtweise befassen willst:
Lies Bibel!