Ist Jesus Gott im Judasbrief?

So kurz der Judasbrief auch ist, so ist der Autor doch auch überaus deutlich und stellt alle Menschen unter die Herrschaft „unseres alleinigen Gebieters und Herrn Jesus Christus“ (Judas 4).

Diese Aussage gibt Jesus eindeutig göttliche Autorität und ist besonders interessant, wenn man bedenkt, wer der Autor, Judas, war: Ein Halbbruder von Jesus! Er war einer der Söhne von Maria und Josef, die sie auf natürlichem Wegen zusammen bekommen haben, nachdem Maria Jesus durch die Jungfauengeburt zur Welt gebracht hatte.

Über seine Halbbrüder, die Jesus natürlich ihr Leben lang kannten, vermerkt die Bibel, dass sie zur Zeit seines öffentlichen Auftretens nicht an ihn, seine Botschaft oder seine Autorität glaubten: „Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.“ (Johannes 7,5).

Da lohnt es sich, zu fragen, wieso Judas nach der Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus seine Meinung so radikal änderte und von einem Gegner Jesu zu seinem Apostel, zentralen Mitarbeiter in der frühen Gemeinde und sogar einem Mitautor der Bibel wurde? Dazu möchten wir noch anmerken: Der Autor des Jakobusbriefs, der Apostel Jakobus, war übrigens auch ein Halbbruder Jesu mit der gleichen Geschichte und auch zu ihm können wir diese Frage stellen.

Wenn Jesus nicht wiederauferstanden wäre, wäre seine Lehre nach seinen eigenen Worten hinfällig und unglaubwürdig gewesen. Wenn es nur Spekulationen, Behauptungen und Gerüchte über seine Wiederauferstehung gewesen wären, hätte das seine ablehnenden, sehr skeptischen Brüder wohl überzeugt, ihre Weltanschauung und ihr ganzes Leben so drastisch zu ändern? Wären sie, die 30 Jahre mit Jesus im gleichen Haushalt aufgewachsen waren, auf einen Schwindler hereingefallen?

Was denkst du, was sie überzeugt hat?