Es gibt ein Bild vom christlichen Glauben, das sich hartnäckig hält: Christen sind die, die immer „Nein“ sagen. Kein Alkohol. Kein Sex. Kein Vergnügen. Ein Leben voller Verbote, Pflichten und schlechtem Gewissen – und am Ende vielleicht der Himmel als Belohnung fürs Durchhalten…
Wer so denkt, hat die Bibel noch nicht gelesen.
600 Liter Wein
Das erste öffentliche Wunder, das Jesus in seinem Leben vollbrachte, war keine Krankenheilung in einem Tempel. Es war auch kein dramatisches Zeichen am Himmel. Es passierte auf einer Hochzeitsfeier. Und es war das Gegenteil von einem Spaßverbot.
Der Wein war alle. Die Feier drohte, ins Wasser zu fallen. Und Jesus? Er verwandelte sechs riesige Steinkrüge Wasser in Wein. Jeder Krug fasst zwischen 80 und 120 Liter. Das macht zusammen etwa 600 Liter! Und der Speisemeister? Der war begeistert, weil es der beste Wein des ganzen Abends war.
„Dies tat Jesus als Anfang der Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit.“
Die Bibel, Johannes 2,11
Was sagt uns das über Jesus? Auf jeden Fall hat er die Party gerettet – mit 600 Litern bestem Wein! Und das ist das erste Wunder dieses Mannes, der von sich selbst behauptet hat, er sei der Sohn Gottes.
Offensichtlich hielt er nichts von frommer Strenge. Kein erhobener Zeigefinger. Was wir hier sehen ist Fülle, Freude und eine schöne Feier für das Hochzeitspaar. Alkohol? Feiern? Offenbar an sich kein Problem.
Gott erfand den Genuss
Das war kein Zufall und auch keine Ausnahme. Es war Absicht. Denn der Gott der Bibel ist kein freudloser Buchhalter, der unsere Vergnügungen misstrauisch beäugt. Er ist derjenige, der den Genuss erfunden hat! Er ist der…
„…lebendige Gott, der uns alles reichlich zum Genuss darreicht.“
Die Bibel, 1. Timotheus 6,17
Lies nochmal genau. Was reicht er uns dar? Alles! – Wie tut er es? Reichlich! – Wozu? Zum Genuss!
Das sind keine versteckten Worte in einer Fußnote. Das steht mitten in der Bibel und am Anfang des öffentlichen Auftretens von Jesus Christus. Essen, Trinken, Freundschaft, Musik, Schönheit, Lachen, Gemeinschaft. Das sind keine Zugeständnisse eines strengen Gottes. Das sind seine Ideen für unser Leben.
Freiheit – aber welche?
Jetzt könnte man fragen: Aber es gibt doch Verbote in der Bibel? Ja klar, die gibt es. Aber sie folgen einer Logik, die mit Spaßverbot nichts zu tun hat.
„Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt – aber ich will mich von nichts beherrschen lassen!“
Die Bibel, 1. Korinther 6,12
Das ist kein Verbot, sondern es ist eine Frage an den Leser: Was ist echte Freiheit?
Ist es die Freiheit, alles zu tun – und dabei langsam zum Sklaven seiner eigenen Wünsche und Gelüste zu werden? Oder ist es die Freiheit, wirklich frei zu sein? Frei von Abhängigkeiten und frei von der ständigen Notwendigkeit, Ablenkung und kurzweiliges Vergnügen in dieses große schwarze Loch in unserem Herzen zu schütten, damit wir nicht so sehr merken, wie hohl und leer unsere Existenz sonst oft ist?
Der Gott der Bibel will beides: Dass wir das Leben genießen – und dass wir eine bleibende Freude und bleibenden Frieden in uns haben, die unabhängig sind von unseren Lebensumständen. Das eine schließt das andere nicht aus. Für Gott gehört es offensichtlich sogar zusammen.
Kennst du diesen Jesus, der sich so in der Bibel vorstellt?
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“
Die Bibel, Johannes 10,10
