Einmal Rettung, ohne alles

Es gibt eine Vorstellung, die sich in vielen Köpfen festgesetzt hat: Wer in den Himmel kommen will, der muss sich das verdienen. Durch ein gutes Leben. Durch treue Religionsausübung. Durch Sakramente, Gebete, gute Werke. Durch jahrelanges Bemühen, es irgendwie hinzubekommen.

Und dann gibt es diese eine Geschichte in der Bibel, die das alles auf den Kopf stellt.

Drei Kreuze

Es ist Karfreitag. Jesus hängt am Kreuz. Links und rechts von ihm je ein Verbrecher, die beide ebenfalls gekreuzigt werden. Einer von ihnen verspottet Jesus noch in seiner Todesstunde. Der andere hält inne. Im Angesicht seines Todes macht er sich keine Illusionen mehr über sein Leben und das, was er verdient hat. Und er gibt es offen zu:

„Wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan!“

Die Bibel, Lukas 23,41

Kreuzigung, das war die allerschlimmste Strafe, die das römische Recht im Arsenal hatte. Es war eine grausame Prozedur, die die Übeltäter langsam und qualvoll sterben ließ. Als Abschreckung für andere. Und dieser Mann am Kreuz sagte: „Das ist das, was ich verdient habe!“ Was er wohl für ein Leben gelebt hat? Darüber schweigt die Bibel. Sie zeigt uns etwas anderes:

Nach seinem Geständnis – sterbend, ohne die geringste Möglichkeit, noch irgendetwas an seinem Leben zu ändern – wendet sich der Räuber an Jesus:

„Herr, gedenke an mich, wenn du in deiner Königsherrschaft kommst!“

Die Bibel, Lukas 23,42

Das ist alles. Kein Gebet, das er auswendig gelernt hatte. Keine Taufe. Keine Kirchenmitgliedschaft. Keine guten Werke, die er noch schnell vorweisen könnte. Nur dieser eine Satz – von einem Mann, der weiß, dass er den schlimmsten Tod verdient hat und dass er absolut gar nichts Gutes vorzuweisen hat aus seinem ganzen Leben.

Jesus antwortet ihm sofort:

„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“

Die Bibel, Lukas 23,43

Heute noch… Nicht: „vielleicht“. Nicht: „nach einer Bewährungszeit“. Nicht erst nach Jahren der Läuterung. Sondern: „Heute noch!“

Was das bedeutet

Dieser Mann hat in seinem Leben mit ziemlicher Sicherheit sehr viel falsch gemacht. Sonst wäre er nicht am Kreuz gelandet. Er war nicht christlich getauft. Er hatte keine Zeit, sein Leben zu ändern, in die Kirche zu gehen oder fromm zu werden. Er hatte nur noch diesen einen Moment übrig. Und in diesem Moment tat er das Einzige, was ihm noch möglich war: Er wandte sich an Jesus…

Und das hat gereicht. Vollständig. Ohne Wenn und Aber. Die Worte von Jesus lassen keinen anderen Schluss zu.

Das ist keine Randnotiz in der Bibel. Das ist ein Ausrufezeichen, dass die Bibel in dem Moment setzt, wo der Sohn Gottes selbst am Kreuz hing, um für unser aller Sünden zu bezahlen. Das ist ein Fenster ins Herz des Evangeliums, der Kern der Botschaft, die die Bibel von Anfang bis Ende erzählt:

Rettung ist kein Verdienst. Sie ist ein Geschenk!!

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

Die Bibel, Epheser 2,8-9

Der Räuber am Kreuz hatte keine zweite Chance mehr. Keine Zeit für einen neuen Anlauf. Nur diesen einen Moment – und er hat ihn genutzt.

Was hält dich davon ab, es ihm gleichzutun?