Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist

Es ist eine Falle, die keinen Ausweg zu haben scheint…

Pharisäer und Herodianer – zwei mächtige Gruppierungen im alten Israel, die eigentlich so ziemlich in allem über Kreuz lagen – tun sich für einen Moment zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Jesus loswerden! Ihre Methode: Die perfekte Frage. Und sie haben sich wirklich Mühe gegeben.

„Nun sage uns, was du darüber denkst: Ist es richtig, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“

Die Bibel, Matthäus 22,17

Klingt harmlos aber diese Frage hat es in sich. Israel war damals ein besetztes Land und die Römer waren nicht eben zimperlich darin, ihre Provinzen mit Steuern auszupressen, damit Roms Kassen immer schön voll waren. Zu sagen, dass die Römer unbeliebt waren, wäre noch eine Untertreibung. Trotzdem waren sie die herrschende Macht und die römischen Legionen stellten sicher, dass römisches Recht galt. Deswegen war die Frage so schwierig, denn eigentlich gab es keine gute Antwort. Hätte Jesus Ja gesagt, hätte er das Volk gegen sich aufgebracht. Hätte er Nein gesagt, hätten ihn seine Widersacher anklagen können – für nicht weniger als Verrat am Kaiser und Rebellion. So hoch waren Steuern damals aufgehangen. Und dementsprechend tief, hofften seine Gegner, würde Jesus über diese Frage fallen. Egal, für welche Antwort er sich entschied. So dachten sie zumindest…

Eine Münze, die mehr verrät als gedacht

Jesus ließ sich eine römische Münze zeigen, mit der die Steuer bezahlt wurde. Schon das war entlarvend: Wer diese Münzen ganz selbstverständlich bei sich trug und benutzte, der lebt längst mitten in dem System, das er gerade – scheinbar – infrage stellte.

Aber Jesus war noch nicht fertig und stellte eine Gegenfrage:

„Wessen Bild und Aufschrift ist das hier?“ Sie antworteten: „Des Kaisers.“ Da sagte er zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser zusteht, und Gott, was Gott zusteht!“

Die Bibel, Matthäus 22,20-21

Die Falle schnappt nicht nur nicht zu. Jesus dreht den Spieß um, indem er die Blickrichtung auf die Sache grundlegend ändert.

Die Münze trägt Bild und Aufschrift des Kaisers. Sie war vom römischen Staat geprägt worden. Deswegen stand dem Staat auch ganz selbstverständlich die Steuer zu.

Wessen Bild trägst du?

Die Bibel sagt, dass der Mensch im Bild Gottes geschaffen ist, ihm ähnlich. Du, deine ganze Person, trägst dieses Bild. Und indem Jesus diesen Zusammenhang herstellt, stellt er die ursprüngliche Frage auf den Kopf. Es geht nicht zuerst um deine Loyalität gegenüber einer Volksgruppe oder Nation. Es geht auch nicht zuerst darum, wofür du dein Geld ausgibst.

Eine offene Tür, keine Zahlungsaufforderung

Jesus hat deutlich gemacht, dass es Gott nicht einfach nur um unser Geld geht. Oder unsere Arbeitskraft. Es geht ihm um dich, um deine ganze Person, dein Herz. Da sehen wir, was Gott sucht: Eine echte Beziehung zu einzelnen Menschen. Auch zu dir.

Er fragt nicht: „Was bist du bereit, mir zu geben?“

Er fragt vielmehr: „Willst du mich überhaupt kennenlernen?“

Gott lädt dich ein, mit ihm Gemeinschaft zu haben und mit ihm zu leben. Das ist keine einmalige oder formale Handlung, sondern ein vertrauensvolles Miteinander auf deinem restlichen Lebensweg. Es ist eine Reise – und Gott fragt dich heute nur, ob du bereit bist, mit ihm den ersten Schritt zu machen, die Bibel aufzuschlagen und ihm in Ruhe zuzuhören?

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.“

Die Bibel, Offenbarung 3,20