Stille aushalten

Der Wecker klingelt. Noch bevor man richtig wach ist, greift die Hand zum Handy. Nachrichten. Wetter. Social Media. Kalender. Schon ist der Kopf voll, noch bevor der Tag so richtig begonnen hat. Dann das Radio im Bad. Musik oder Podcast im Auto. Den ganzen Tag Musik, Geräusche, Gespräche, Bildschirme. Und abends, wenn endlich Ruhe sein könnte – läuft der Fernseher. Nicht weil irgendetwas Besonderes kommt. Sondern weil es ohne ihn zu still ist.

Viele Menschen kennen das. Manche merken es kaum noch, weil es so selbstverständlich geworden ist. Aber irgendwann stellt sich doch die Frage: Warum eigentlich?

Was der Lärm verdeckt

Medien sind bequem. Sie füllen den Kopf, bevor unbequeme Gedanken es tun können. Das übertönt Fragen, auf die man keine Antwort hat. Sorgen oder Probleme, mit denen man sich nicht befassen will. Das blendet dann zwar emotional belastende Dinge aus dem Leben aus – aber eben nur, solange irgendwelche Medien das Denken ausschalten. Und wenn es mal nicht die Medien sind, dann sind es eben Arbeit und alle möglichen Aktivitäten. Hauptsache es kommt keine Ruhe auf, in der man sich diesen Fragen stellen müsste – nach dem Sinn oder Ziel des Lebens, nach dem Tod und was danach kommt, nach dem eigenen Wert, wie man eine große Schuld loswird oder wie man der eigenen Unzufriedenheit begegnen kann.

Das ist der eigentliche Grund, warum echte Stille so vielen Menschen so schwer fällt: Nicht weil ihnen langweilig wird, sondern weil sie keine Antworten haben auf die großen Fragen des Lebens. Und die weisen uns am Ende alle die gleiche Richtung.

Was in der Stille wartet

Es gibt einen Vers in den Psalmen, der seit Jahrtausenden genau in diese Situation hineinspricht:

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“

Die Bibel, Psalm 46,11

Dieser Vers ist keine Aufforderung zur Meditation oder zur religiösen Übung. Er ist eine Einladung – von dem, der weiß, dass wir im Lärm des Lebens so leicht das Wesentliche überhören.

Gott war schon die ganze Zeit da, während du deine Gedanken mit irgendwelchen Medien übertönt hast. Er war schon immer da. Und er fordert uns auf, das anzuerkennen.

Eine Einladung

Es ist eine Realität, dass wir Menschen Antworten auf die großen Fragen des Lebens brauchen, um nicht am Leben zu verzweifeln. Aber ohne den Urheber der Realität und des Lebens einzubeziehen, können wir sie nicht finden.

Vielleicht hast du schon lange nicht mehr wirklich Stille zugelassen. Vielleicht weißt du selbst auch nicht mal so richtig, warum. Aber Gott weiß es. Und er läuft nicht weg vor dem, was da in den dunklen Ecken deiner Seele lauert. Vielmehr wartet er darauf, dass du dich ihm zuwendest und anfängst, mit ihm über diese Dinge zu reden. Und dass du dir anhörst, was er über den Menschen, das Leben und all die anderen großen und kleinen Fragen unserer Existenz zu sagen hat.

Vielleicht ist heute ein guter Tag, es mal anders zu machen. Fernseher aus. Handy weg. Und einfach mal bewusst Stille zulassen. Bewusst vor Gott treten. Bewusst das Gespräch mit ihm suchen. Er kennt dich und dein ganzes Leben ja sowieso schon – du musst also nichts erklären. Du kannst direkt sagen und fragen, was dich bedrückt.

Und dann hör zu, was er dir zu sagen hat.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“

Die Bibel, Matthäus 4,4

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