Bach las Bibel

Es gibt einen Namen, den fast jeder kennt. Matthäuspassion. Johannespassion. Brandenburgische Konzerte. Toccata und Fuge in d-Moll. Johann Sebastian Bach gilt als einer der größten Komponisten der Musikgeschichte.

Aber die wenigsten wissen: Bach las Bibel! Ernsthaft. Regelmäßig. Mit dem Stift in der Hand.

Bachs Bibel hatte Gebrauchsspuren

Bach besaß eine dreibändige Calov-Bibel – eine kommentierte Ausgabe des Alten und Neuen Testaments. Sie ist erhalten geblieben und wird heute in den USA aufbewahrt. Wer sie aufschlägt, sieht sofort: Das war kein Schmuckstück im Regal! Bach hat darin gelesen, nachgedacht, unterstrichen – und sich an den Rändern handschriftliche Notizen gemacht.

An einer Stelle, neben einem Abschnitt über Musik im Gottesdienst, schrieb er:
„Bei einer andächtigen Musik ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart.“

Gott ist gegenwärtig – bei andächtiger Musik. Das war für Bach keine fromme Floskel. Das war seine tiefste Überzeugung. Und sie erklärt alles.

Soli Deo Gloria

Bach unterzeichnete seine Kompositionen mit drei Buchstaben: SDG. Soli Deo Gloria. Das bedeutet: Gott allein die Ehre. Über viele seiner Werke schrieb er auch „Jesu iuva“ – Jesus, hilf.

Das war kein Ritual. Das war Programm. Er selbst sagte es so:

„Und soll wie aller Musik also auch des Generalbasses Finis und Endursache anders nicht als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemütes sein. Wo dieses nicht in Acht genommen wird, ist’s keine eigentliche Musik, sondern ein teuflisches Geplärr und Geleier.“

Musik ohne Gott – nach Bach ist das „teuflisches Geplärr und Geleier“. Das klingt hart. Aber es zeigt, wie tief Bachs Glaube seine ganze Kunst, sein ganzes Denken und seine ganze Person durchdrungen hat. Für ihn war Komponieren kein Handwerk, kein Karriereprojekt – es war Gottesdienst.

Woher kommt diese Schönheit?

Wer Bachs Musik hört – wirklich hört – der spürt etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt. Eine Ordnung, die tiefer geht als Noten und Takte. Eine Schönheit, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.
Bach selbst wusste, woher sie kam. Er hatte es in der Bibel gefunden, durchgedacht, Hinweise im Bibeltext unterstrichen, am Rand kommentiert – und dann in Musik verwandelt. Was er in Gottes Wort entdeckte, strömte durch seinen Verstand und seine Hände in Noten, Takt und Töne, die bis heute Menschen auf der ganzen Welt bewegen und inspirieren. Am Ende ist seine Musik ein Echo der ewigen Schönheit Gottes in unserer Zeit.

Johann Sebastian Bach ist seit 1750 tot. Aber der lebendige Gott, dem Bach in seiner Bibel begegnete und den er mit seiner Musik pries, ist immer noch da – und immer noch derselbe.

„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“

Die Bibel, Hebräer 13,8

Dieser Gott lädt auch dich ein, ihn kennenzulernen – nicht durch Bachs Musik, so wunderbar sie auch ist, sondern durch sein eigenes Wort.

Lies Bibel.