In den letzten vier Posts haben wir Jesus gehört – wie er über seinen Auftrag redet, über Verlorene, über Sünder, über das Lösegeld, über ein Leben in Fülle. Aber es gibt noch eine Aussage von Jesus, die wir uns dazu anschauen wollen, weil sie all das zusammenbindet und in einen größeren Zusammenhang stellt. Eine Aussage, die viele Menschen überrascht – weil sie zeigt, dass Jesus nicht einfach etwas Neues begonnen hat, sondern etwas sehr Altes zu seinem Ziel gebracht hat.
Ein Missverständnis, das Jesus selbst korrigiert
Es gab Menschen zu der Zeit, als Jesus hier auf der Erde unterwegs war – und es gibt sie bis heute – die dachten und denken, Jesus wäre angetreten, um mit dem jüdischen Glauben zu brechen. Um das Alte Testament hinter sich zu lassen. Um ein ganz neues Glaubenssystem aufzubauen, das mit dem Gott des Alten Testaments nichts mehr zu tun hat.
Jesus korrigierte dieses Missverständnis selbst und er tat es mit bemerkenswerter Klarheit:
„Versteht nicht falsch, warum ich gekommen bin. Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz oder die Schriften der Propheten abzuschaffen. Im Gegenteil, ich bin gekommen, um sie zu erfüllen.“
Die Bibel, Matthäus 5,17
Nicht abschaffen, sondern erfüllen. Das ist ein ganz entscheidender Unterschied!
Was das bedeutet
Das Alte Testament – für Jesus und seine Zeitgenossen schlicht „die Schrift“ – ist kein vergangener Entwicklungsschritt des christlichen Glaubens. Es ist seine Grundlage. Es erzählt dieselbe Geschichte, zeigt denselben Gott, beschreibt dieselbe Not des Menschen – und kündigt von Anfang an eine Lösung an, die noch kommen soll. Und Jesus ist diese Lösung!
Das ganze Opfersystem des Alten Testaments – Tiere, die für die Sünden des Volkes geopfert wurden – war kein Selbstzweck. Es war ein Bild, ein Vorschatten auf das eine, endgültige Opfer, das kommen würde. Die über dreihundert Prophezeiungen über einen kommenden Retter, den Messias – Jesus hat sie alle erfüllt. Das Gesetz, das den Menschen zeigte, was Gottes Maßstab ist und wie weit sie davon entfernt sind – Jesus hat es vollständig erfüllt – als einziger Mensch in der Geschichte.
„Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.“
Die Bibel, Römer 10,4
Ein roter Faden durch die ganze Bibel
Das ist einer der erstaunlichsten Aspekte der Bibel, wenn man anfängt, sie wirklich zu lesen: Sie erzählt eine einzige, zusammenhängende Geschichte! Und das über 66 Bücher hinweg, geschrieben von etwa 40 Autoren, über einen Zeitraum von rund 1.600 Jahren, auf drei Kontinenten. Und trotzdem ist die Bibel wie aus einem Guss!
Die Kerngeschichte der Bibel kann man von der ersten Seite bis zur letzten Seite verfolgen:
Gott sucht den Menschen.
Der Mensch ging im Sündenfall verloren. Und Gott deutet von Anfang an auf einen hin, der kommen wird – um zu suchen, zu dienen, zu bezahlen, zu erfüllen und zu retten, was verloren ist.
Jesus ist nicht der Bruch mit dieser Geschichte. Er ist ihr Ziel, ihr Mittelpunkt. Er ist der von Gott so lange angekündigte Retter, der kommen sollte. Und dieser Retter, Jesus Christus, ist Gott selbst.
Was das für dich bedeutet
Wenn Jesus das Alte Testament erfüllt, dann ist die Bibel kein Flickenteppich aus verschiedenen Epochen. Dann ist sie ein Buch, das durch die Jahrtausende mit einer einheitlichen Stimme spricht und eine einheitliche Botschaft verkündet. Und diese Botschaft ist eine Person: Jesus Christus.
Das bedeutet auch: Wenn du anfängst, die Bibel zu lesen – egal wo du anfängst – dann bist du nie weit weg von ihm.
„Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr ernsthaft, mit ganzem Herzen nach mir verlangt, werde ich mich von euch finden lassen“, spricht der HERR.
Die Bibel, Jeremia 29,13-14
