Gesucht. Gefunden.

Es gibt ein Wort, das Jesus benutzt, um den Zustand des Menschen vor Gott zu beschreiben. Es ist kein angenehmes Wort. Aber es ist ein ehrliches: Verloren.

Wer die Botschaft dieses Wortes wirklich versteht, begreift auch, warum Jesus überhaupt auf die Erde gekommen ist. Was also meint Jesus damit?

Eine Botschaft in drei Bildern

Im 15. Kapitel des Lukasevangeliums gibt Jesus uns drei Gleichnisse, drei Bilder, ein Thema. Ein Schaf, das verloren geht. Eine Münze, die verloren geht. Ein Sohn, der verloren geht. Ganz allgemein betrachtet, passiert in allen drei Geschichten dasselbe: Der Verlust wird bemerkt. Es wird gesucht. Es wird gefunden. Dann gibt es große Freude und eine Feier.

Das Schaf und der Sohn sind aktiv weggegangen, weil sie nicht mehr bei ihrem Hirten bzw. Vater sein wollten. Das redet zu uns darüber, warum wir Menschen verloren sind: Nicht, weil Gott nicht mehr bei uns sein wollte, sondern wir nicht mehr bei ihm. Wir gingen unseren eigenen Weg.

Das Schaf und auch die Münze konnten sich in keiner Weise selbst wiederfinden. Und auch der Sohn, der zwar selbst nach Hause gehen konnte, hatte aber alle Brücken abgebrochen und war nicht im Guten gegangen. Ob er noch willkommen war in seinem alten Zuhause, wusste er nicht und es lag auch nicht in seiner Hand. In allen drei Fällen war es also der Suchende bzw. der Vater, bei dem die Initiative und die Entscheidung lag, zurückzubringen oder nicht.

Beim Schaf und der Münze hat die Suche vor allem mit Mühe zu tun, die der Suchende auf sich nehmen musste. Beim Sohn sehen wir hingegen deutlich, dass sein Verlorensein vor allem eine Beziehung war, die er kaputt gemacht hatte. Seine Rückkehr war vor allem die Wiederherstellung der Beziehung zu seinem Vater – und das hatte rein gar nichts mit irgendeiner Leistung des Sohnes zu tun, sondern einzig und allein mit der Liebe des Vaters und seiner Bereitschaft, Schuld bedingungslos zu vergeben.

Das Verlorensein der Menschheit bedeutet also: Eine falsche Entscheidung auf Seiten der Menschen. Eine kaputte Beziehung zu Gott und daher eine offene Schuld vor Gott. Unsere Unfähigkeit, aus eigener Leistung zu Gott zurückzukehren und die Beziehung wieder herzustellen. Unsere völlige Abhängigkeit von Gottes Liebe, Initiative und seiner Bereitschaft zu Vergeben. Und…

Darum kam Jesus

Später berichtet uns Lukas noch von einer vierten Begebenheit, die das Thema des Verlorenseins wieder aufgreift. Hier begegnet Jesus einem Mann namens Zachäus, einem Zollbeamten. Er war Jude, kollaborierte aber mit der verhassten römischen Besatzungsmacht, um für sie die Steuern einzutreiben – und nutzte diesen Einfluss nebenbei, um sich schamlos an seinen Landsleuten zu bereichern. Das war damals leider üblich – und du kannst dir sicher vorstellen, wie beliebt die Steuereintreiber Roms waren. Und Zachäus war ein „Prachtexemplar“ – ebenso reich wie verhasst.

Und Jesus? Der schockierte die Menschen, indem er Zachäus freundlich begegnete, sich bei ihm zum Essen einlud und Gemeinschaft mit ihm hatte. Und genau hier sagte Jesus einen Satz, der seinen ganzen Auftrag auf der Erde treffend zusammenfasst:

„Der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

Die Bibel, Lukas 19,10

Zu suchen – und zu retten – was verloren ist. Jesus, der Sohn Gottes, ist die Initiative Gottes. Seine Liebe, die uns wertschätzt, auch wenn wir ihn nicht wertschätzen. Seine Geduld, uns nachzugehen. Und am Kreuz von Jesus Christus sehen wir überdeutlich auch die große Bereitschaft Gottes, uns zu vergeben.

Dieses „gefunden werden“ ist keine religiöse Leistung. Kein Verdienst. Keine lange Liste von Bedingungen, die man abhaken muss. Jesus sucht nicht die, die mit Selbstfindung beschäftigt sind. Er sucht die, die wissen, dass sie verloren sind – und wie der verlorene Sohn in seinem Gleichnis den Wunsch haben, zurückzukehren in eine ungetrübte Beziehung mit Gott.

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

Die Bibel, Johannes 3,16

Zwei Fragen zum Schluss

Jesus ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist…

Bist du verloren?
Willst du gefunden und gerettet werden?