In den letzten sechs Posts haben wir uns ehrlich angeschaut, was den Menschen bewegt – und was ihn nicht loslässt: Die Sehnsucht nach etwas Größerem. Die Frage nach Wahrheit. Der Druck, sich selbst genug zu sein. Die Orientierungslosigkeit in einer Welt voller Stimmen. Die tiefe Einsamkeit, die auch in Gesellschaft bleibt. Und das Leid in der Welt, das keine einfachen Antworten duldet.
Das sind keine kleinen Fragen. Und es wäre unehrlich, sie mit frommen Floskeln zuzudecken. Der christliche Glaube braucht das auch nicht, denn Gottes Wort, die Bibel, gibt uns eine Antwort, die größer ist, als alle diese Fragen. Es sind keine Gebote, keine Prinzipien, keine theoretischen Konzepte oder mysteriöse Ahnungen. Gottes Antwort auf alle Fragen und Nöte des menschlichen Lebens ist eine Person: Er selbst!
Gott ist keine Energie
In vielen spirituellen Strömungen unserer Zeit wird Gott – oder „das Göttliche“ – als eine Art unpersönliche Kraft beschrieben. Eine kosmische Energie. Ein universelles Bewusstsein. Ein großes Ganzes, in dem alles irgendwie aufgeht.
Das klingt erhaben. Aber es ist auch sehr diffus und unzugänglich. Und vor allem: Mit einer Energie oder Kraft kann man keine Beziehung haben. Eine Energie wird dich nie lieben oder trösten. Eine Kraft hat dich weder bewusst erschaffen, weil sie dich haben wollte, noch hat sie einen Plan für dich. Ein „großes Ganzes“ kennt deinen Namen nicht und hat keine Gedanken über dich, wie wir es von Gott in Psalm 139 vorgestern gelesen haben.
Und genau das ist es, was der Mensch braucht! Nicht eine Kraft oder Energie. Nicht eine rein intellektuelle Antwort. Sondern jemanden. Eine Person, die dich sieht und liebt und größer ist, als alle Probleme dieser Welt.
Gott ist eine Person
Die Bibel stellt uns einen Gott vor, der eine Person ist – zwar in allem perfekt, allmächtig, allwissend und ewig – aber eben doch eine Person und uns dadurch in vielem sehr ähnlich: Er hat Gedanken und Pläne, er redet und handelt, er erinnert sich, er empfindet Trauer und Freude. Und er streckt sich nach den Menschen aus. Er möchte echte Beziehungen mit den Menschen führen. Er ist nicht abstrakt oder fern, sondern real – und uns allen sehr nahe.
Das Johannesevangelium beginnt mit einer der bedeutungsvollsten Aussagen der ganzen Bibel:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. […] Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit.“
Die Bibel, Johannes 1,1.14
„Das Wort wurde Fleisch“, ist die kürzeste Zusammenfassung von Weihnachten, die es gibt. Gott selbst – der Schöpfer des Universums, der Ewige, der Unendliche – wurde Mensch in Jesus Christus. Nicht symbolisch, sondern wirklich. Mit einem Körper, der Hunger kannte und Schmerzen. Mit Freunden, die ihn verrieten. Mit Tränen, die er wirklich weinte, weil er tiefe Trauer kennenlernte. Auf dem Weg ans Kreuz hatte er Angst und am Kreuz erlitt er letztlich den Tod.
Einer seiner engsten Freunde, sein Jünger Philippus, bat ihn einmal: „Herr, zeige uns den Vater!“ Die Antwort, die Jesus darauf gab, ist eine der erstaunlichsten Aussagen der ganzen Bibel:
„So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“
Die Bibel, Johannes 14,9
Gott hat ein Gesicht. Es ist das Gesicht von Jesus Christus. Gott, der Vater, von dem die Bibel sagt, dass er unsichtbar ist, kann gesehen werden im Sohn – denn der ist seinem Vater gleich.
Was dieses Gesicht zeigt
Wer Jesus in den Evangelien begegnet, begegnet einem Gott, der selbst Mensch wurde, um auf Menschen zuzugehen. Nicht nur auf die Vorzeigbaren, sondern alle. Das ist kein distanzierter Gott, der von oben zuschaut. Das ist ein Gott, der sich in die Mitte des menschlichen Lebens stellt – in die Mitte des Leids, der Schuld, der Einsamkeit – und sagt: Hier bin ich.
„Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für eure Seelen.“
Die Bibel, Matthäus 11,28-29
Und dann ging er noch einen Schritt weiter. Er starb. Für uns. Um einen Ausweg zu schaffen, der Menschen aus der Trennung von Gott herausbringen kann, die mit dem Sündenfall begann. Und mit seiner Wiederauferstehung hat er uns bewiesen, dass er auch stärker ist, als der Tod selbst.
Eine Einladung
Der Kern des Christentums ist keine Liste von Regeln, die zu halten sind, sondern es ist eine Beziehung. Die direkte, vertrauensvolle Beziehung von einem Menschen zu seinem Gott.
Jesus selbst sagt es so:
„Wer mich liebt, richtet sich nach dem, was ich gesagt habe. Auch mein Vater wird ihn lieben, und wir beide werden zu ihm kommen und für immer bei ihm wohnen.“
Die Bibel, Johannes 14,23
Eine Wohngemeinschaft zwischen Mensch und Gott! Das ist ein uns vertrautes Bild menschlicher Gemeinschaft. Zeit miteinander verbringen, miteinander reden, essen, gemeinsame Aktivitäten planen, gemeinsam die Aufgaben des Alltags durchsprechen, verteilen und erledigen. Kein Tribunal. Kein Prüfungskomitee. Sondern ein gemeinsames Leben – mit einem festen Platz für dich.
All die Fragen, die wir in dieser Serie gestellt haben – die Sehnsucht, die Wahrheit, der Druck, die Orientierung, die Einsamkeit, das Leid – sie alle finden ihre Antwort nicht in einem System, sondern in dieser Person: Jesus Christus!
Gott hat ein Gesicht. Und er schaut dich an.
„Sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Und ich werde euer Geschick wenden.“
Die Bibel, Jeremia 29,13-14
Lies Bibel.
