Warum lässt Gott das zu?

Es gibt eine Frage, die fast jeder Mensch irgendwann stellt. Laut oder leise. Wütend oder erschöpft. Manchmal als ehrliche Suche, manchmal als Anklage:

Wenn es einen guten Gott gibt – warum gibt es dann so viel Leid?

Die Frage nach der Einordnung von Leid ist die härteste Frage, die man jeder Weltanschauung stellen kann, sei sie religiös oder säkular. Und sie verdient eine ehrliche Antwort – kein reflexhaftes Ausweichmanöver. Deswegen ist es völlig legitim, diese Frage auch an den christlichen Glauben zu richten.

Leid ist real

Zuerst das Wichtigste: So wie Leid und der Umgang damit in unserer Welt eins der ganz großen Themen ist, so ist es das in der Bibel auch. Die Bibel verneint Leid nicht und versteckt oder beschönigt es auch nicht. Es ist mit keinem Tabu belegt, sondern wird konkret benannt und sehr realistisch behandelt. Die Bibel berichtet und auch ausführlich von Menschen, die sehr große Not erlebt haben und wie sie damit umgegangen sind – Hiob zum Beispiel, der alles verlor oder König David, der vor dem Putsch seines eigenen Sohnes fliehen musste.

Die Bibel hat eine klare Antwort auf die Frage, warum es Leid überhaupt gibt. Und sie ist unbequem.

Woher Leid kommt

Am Anfang schuf Gott das Universum, die Welt, den Menschen und alle Dinge. Zu dieser Zeit gab es den Tod noch nicht und es war eine Welt, die Gott selbst als „sehr gut“ bezeichnete – ohne Schmerzen, ohne Krankheit und ohne Leid in irgendeiner Form.

Dann kam aber leider der Moment, wo der Mensch sich entschieden hat, Gott nicht mehr zu vertrauen und selbst zu definieren, was richtig und was falsch ist. Die Bibel nennt das den Sündenfall. Indem der Mensch sich von Gott abwandte kam Sünde in die Welt. Und mit der Sünde kam der Tod. Es ist aber nicht so, dass Gott uns Leid und Tod böswillig auferlegt hätte – sondern Gott selbst ist das Gute, er selbst ist das Leben – und Leid und Tod sind eben die Dinge, die wir unweigerlich abseits von ihm finden. Ganz so, wie die Sonne ihrer Natur nach ganz einfach die Quelle von Licht und Wärme für uns ist und wir das nicht von ihr trennen können. Wenn wir uns von der Sonne entfernen, finden wir – am Rande des Sonnensystems – eben Dunkelheit und Kälte vor. Wir sehen noch ihren Schein – aber sehr, sehr weit fern. Und ebenso so finden wir in unserer Welt heute eben Leid und Tod vor, denn das ist, was abseits von Gott zu finden ist. Das ist, was wir uns erwählt haben, fern von Gott.

„Die Sünde kam durch einen einzigen Menschen in die Welt – Adam. Als Folge davon kam der Tod, und der Tod ergriff alle, weil alle sündigten.“

Die Bibel, Römer 5,12

Warum greift Gott nicht einfach ein?

Gott ist doch allmächtig – und gut – wie kann es da überhaupt sein, dass es Leid gibt? Gott müsste sich dann ja bewusst entscheiden, untätig zu bleiben. Aber wie kann er dann gut sein? Oder ist er doch nicht allmächtig?

Das sind typischerweise die Fragen von Menschen, die gerade nicht in einer tiefen Krise stecken, sondern sich mit Logik und Scharfsinn diesem großen – scheinbaren – Paradox annähern. Und es ist definitiv eine der größten Fragen, die man überhaupt stellen kann.

Der Schwachpunkt dieser Fragestellung liegt dabei in einer unausgesprochenen Annahme: Dass unser Wohlergehen in dieser Welt das wichtigste ist. Aber ist es das wirklich?

Gott erschuf den Menschen in seinem Bild, ihm ähnlich – und dazu gehört vor allem auch der freie Will. Gott gab uns die Freiheit, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen, damit – wenn wir uns für Gott entscheiden und ihn lieben, es auch wirklich unsere Entscheidung ist und damit einen Wert hat. Stell dir vor, du hättest einen Roboter zum Lebenspartner mit menschlichem Aussehen, menschlicher Sprache und von einer hochentwickelten KI gesteuert. Wie er mit dir umgeht, kannst du über die Einstellungen der Persönlichkeit bestimmen. Wäre auf dieser Ebene irgendeine Form von echter, tiefer, erfüllender Beziehung möglich? Natürlich nicht! Und genau deshalb respektiert Gott unseren freien Willen – gerade auch dann, wenn wir Entscheidungen treffen, die falsch sind. Denn wenn er die immer alle sofort übersteuern würde – was er ja könnte – dann wären wir aber eben nur noch Roboter. Und eine echte Beziehung wäre von vornherein ausgeschlossen.

Aber nur, weil Gott nicht einfach alles Leid verhindert, heißt das nicht, dass er untätig ist.

Gottes Antwort auf Leid und Tod

Die Bibel beginnt mit 2 Kapiteln, in denen es weder Leid, noch Tod, noch Sünde gibt. Im dritten Kapitel entscheidet sich der Mensch gegen Gott und es kommt zum Sündenfall. Der Rest der Bibel erzählt in einem großen Bogen eine große Geschichte: Wie Gott dem Menschen nachgeht, mit Sünde umgeht und schließlich, wie Gott selbst Mensch wird, um uns auf Augenhöhe zu begegnen.

Jesus ist die Hauptperson und sein Kreuz und seine Auferstehung sind der Mittelpunkt dieser Geschichte. In ihm sehen wir einen Gott, der sich nicht zu schade war, all seine Herrlichkeit abzulegen, um uns Menschen nochmal erreichen zu können. Er wurde Teil unserer Welt und hat Anteil an unseren Leiden genommen. Er hat für uns Verleumdung, Verfolgung, Verrat und eine ungerechte Verurteilung erduldet. Und am Kreuz hat er sogar den Tod auf sich genommen, um uns allen zu dienen.

„Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“

Die Bibel, Markus 10,45

Anstatt uns den freien Willen zu nehmen, der uns ja erst zu Menschen macht, gab unser Gott uns etwas anderes, etwas viel wertvolleres: Mit seinem Blut hat er uns nochmal die Möglichkeit erkauft, zu wählen!

Deswegen kannst du dich am Kreuz von Jesus Christus nochmal frei entscheiden, mit Gott ins Reine zu kommen und nochmal ganz von vorn mit ihm anzufangen – in einer ganz neuen, unbelasteten Beziehung.

Nur eins ist noch offen

Gott hat sich entschieden und am Kreuz hat er sich unwiderruflich festgelegt. Seine Antwort auf unsere Leiden, unsere Sünden und unseren Tod ist eine offene Einladung an alle Menschen:

„Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, soll kommen und umsonst vom Wasser des Lebens trinken!“

Die Bibel, Offenbarung 22,17

Damit hat Gott die Entscheidung über unser Schicksal allein in unsere Hand gegeben. Jeder Mensch darf sich deshalb noch mal ganz neu und frei entscheiden, ob er ein völlig neues Leben mit einer ganz neuen Beziehung zu Gott beginnen möchte oder nicht.

Und auch dir ist diese Wahl gegeben.

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

Die Bibel, Johannes 3,16