Gottes Liebe

„Der HERR ist mit euch, wenn ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, so wird er sich von euch finden lassen; wenn ihr ihn aber verlasst, so wird er euch auch verlassen!“

Die Bibel, 2. Chronik 15,2

Liebe bedeutet nicht, immer alles gutzuheißen, was der andere tut. Liebe bedeutet auch nicht, sich dem anderen weiter aufzudrängen, wenn er uns klar auffordert, ihn in Ruhe zu lassen. Das wäre nach Deutschem Recht „Stalking“, eine Straftat.

Ja, Gott hat uns lieb – aber eben deshalb wird er es auch respektieren, wenn ein Mensch ohne ihn leben will. Dass Problem bei dieser Sache ist nur, dass wir Menschen uns gerne einbilden, dass wir gut ohne Gott leben könnten. Die Realität ist aber eine andere – aber dafür können wir Gott dann ja wohl kaum die Schuld geben. Wenn wir Gott nicht kennen und uns selbst nicht kennen, unser eigener Herr sein und unsere eigenen Entscheidungen treffen wollen, dann ist die Verantwortung für das Ergebnis vielleicht tragisch – aber wir haben nur noch uns selbst, wo wir die Schuld lassen können.

Dazu ein Vergleich, wie er sich in unserer Welt vermutlich schon unzählige Male zugetragen hat. Da sind zwei Eheleute und sie bekommen eine Tochter (man könnte die Geschichte natürlich auch mit einem Sohn erzählen, kein Unterschied). In der Pubertät steigen die Konflikte rasant. Sie will alles anders und vor allem selbst entscheiden. Kurz nach ihrem 18. Geburtstag zieht sie aus. Der Kontakt bricht fast völlig ab, nur ganz selten gibt es noch flüchtigen Kontakt. Die Eltern haben ihre Handynummer, Kontonummer, Steuernummer, die neue Adresse aber sie haben auch die sehr deutlich Aufforderung von ihr bekommen, sich aus ihrem Leben rauszuhalten.

Was sollen sie jetzt tun?

Sollen sie der Tochter weiter Taschengeld überweisen oder es sogar aufstocken, damit sie besser über die Runden kommt? Sollen sie ihr weiter die KFZ-Versicherung für ihr Auto bezahlen, die Wäsche waschen, mit für sie einkaufen, Essen kochen? Sollen sie einmal die Woche zum Putzen kommen?

Da sagen wir doch sofort: „Nein, natürlich nicht!“ Oder?

Wenn sich die Sache beruhigt und man wieder vernünftig miteinander reden kann, kann man versuchen, die Beziehung wieder herzustellen, wieder ein Miteinander zu finden und das wird sich dann eben auch an den neuen Lebensumständen der Tochter orientieren müssen, wie auch immer sie dann sind.

Und wieso sollte Gott mit uns anders verfahren? Wenn er uns nicht erleben lässt, wie schwer und einsam das Leben wird, wenn er nicht in unserem Leben ist, wenn er uns nicht erlaubt, hier in diesem Leben großes Leid zu erleben, wenn wir ihn von uns stoßen und nach unserer eigenen Weisheit leben wollen, wie sollten wir dann je an den Punkt kommen können, dass das Leben mit Gott vielleicht doch das bessere ist?

„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter.“

Die Bibel, Jakobus 1,17

Es ist Gottes Natur, gut zu sein und alle guten Dinge kommen von ihm. Manches, was sich gut anfühlen mag, wogegen er sich aber ausspricht, ist es in Wirklichkeit nicht. Manches, was sich schlecht anfühlen mag, wofür er sich ausspricht, ist es in Wirklichkeit doch. Und alles, was wir nicht verstehen, will er uns erklären und die Weisheit, die uns fehlt, will er uns geben, wenn wir ihn bitten.

„Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.“

Die Bibel, Jakobus 1,5

Gott hat uns lieb. Gott hat uns dafür geschaffen, dass wir mit ihm leben. Das ist keine Diktatur, sondern es ist unsere Natur. Nein, die können wir uns nicht aussuchen. Aber das Gott die Quelle des Lebens und von allem ist, was gut ist, was bleibt abseits von Gott?

Das ist der Weg Satans und der Dämonen. Das ist der Weg des Hochmuts, der exzessiven Ausschweifungen, der verzweifelten Suche nach Erfüllung bei Menschen oder Dingen, wenn es doch nur Gott ist, der die Lücke in unserem Herzen wirklich füllen kann.

Vielleicht bist du auch in Rebellion von Gott weggerannt oder lebst in stiller Ablehnung. Vielleicht hast du ihn auch nie klar abgelehnt, sondern gehst einfach still deinen eigenen Weg, ohne dich um ihn zu kümmern. Wie es auch sei, dieses eine kannst du mit Sicherheit wissen:

„Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen. Er erfüllt die Bitten der Menschen, die voll Ehrfurcht zu ihm kommen. Er hört ihren Hilfeschrei und rettet sie.“

Die Bibel, Psalm 145,18-19

So wie die Eltern in unserer Geschichte oben sehnsüchtig darauf warten, dass ihre rebellische Tochter sich besinnt, meldet und man die Beziehung wieder herstellen kann, so wartet auch Gott auf dich und wird dich nicht abweisen, wenn du dich ihm zuwendest. Er hat dich geschaffen, er ist allgegenwärtig aber wird zur Not dein Leben lang im Hintergrund bleiben, und selbst wenn alle Menschen dich verlassen und du völlig allein bist, ist er immer noch da. Er war der erste, der dich kannte. Er wird der letzte sein an deinem Sterbebett. Er wird deinen letzten Herzschlag hören. Er wird deinen letzten Gedanken sehen.

Und in der Ewigkeit wirst du einfach das bekommen, was du wolltest – du wirst bei Gott sein und da, wo das Leben sprudelt, das Licht ist und alles Gute, denn das ist Gottes Natur – oder du wirst an dem Ort sein, von dem Gott sich völlig zurückgezogen hat, wenn das dein Wille ist. Dort wird kein Leben sein, kein Licht und nichts aber auch gar nichts mehr, was gut ist – denn alles, was wirklich gut ist, kommt am Ende von Gott. Da wird keine Freude mehr sein, keine Freundschaft oder gar Liebe, kein gegenseitiger Respekt, keine Anerkennung, keine Ruhe, kein Frieden, keine Erfüllung, kein Trost und keine Hoffnung.

Überleg dir gut, was du willst.

Aber vergiss nie: Wie die Eltern der Tochter aus unserer Geschichte oben nur einen Anruf weit entfernt sind, so ist es Gott für dich auch. Jederzeit kannst du ihn anrufen. Dafür brauchst du nicht mal Handynetz, sondern nur einen Gedanken – und wenn du ihn bittest, dann wird er Teil deines Lebens sein, egal was bis dahin in deinem Leben passiert ist.