Was wirklich wichtig ist

Vor einiger Zeit habe ich eine Frau aus unserem Bekanntenkreis getroffen, die mir zu meinem Erschrecken erzählte, dass ihr Mann vor Kurzem die Diagnose Krebs bekommen hat. Die beiden haben zwei kleine Kinder. Natürlich war das ein großer Schock für die Familie. Der Alltag ist geprägt von Arztbesuchen, Chemotherapie, Zweifeln und Sorgen. Nichts ist mehr so wie vorher. Was mich aber nachdenklich machte: Die Frau meinte, sie würden sich jetzt auf das besinnen, was wirklich wichtig ist. Einige Prioritäten in ihrem Leben wollten sie neu setzen, zum Beispiel, mehr Zeit mit den Kindern und als Familie verbringen.

Es ist schon interessant: Umstände, die uns erschüttern, bringen uns dazu, innezuhalten, unser Leben zu überdenken und das zu hinterfragen, was immer selbstverständlich schien. Auf einmal fragen wir uns, ob das Leben immer so weitergehen kann und soll wie bisher. Wir fragen uns, ob es nicht mehr gibt als den Kreislauf aus Arbeit, Schlaf, Essen, Freizeit. Und wir machen uns Gedanken darüber, was wirklich wichtig ist.

Doch was ist wirklich wichtig? Der Partner? Die Familie? Innere Zufriedenheit? Ganz bestimmt. Für mich ist auch noch etwas ganz anderes wichtig. Etwas, was immer fest steht und auch in den unruhigsten Lebensumständen stabil bleibt. Etwas, was bleibenden Wert hat, sogar nach dem Tod: Gott und meine Beziehung zu ihm. Wenn alles auf dieser Erde längst vergangen sein wird, ist Gott immer noch da. Zu wissen, dass er immer bei mir ist, dass er über den Dingen steht und dass ich mich jederzeit an ihn wenden kann, das ist wirklich wichtig. Und dieses Wissen gibt Hoffnung, auch in schweren Lebensumständen.


Michaja Franz
Leben ist mehr