Die meisten von uns zeigen anderen Menschen lieber die aufgeräumte Version ihres Lebens. Erfolge, nicht Baustellen. Die Wohnung wie im Ikea-Katalog, kein sich türmender Abwasch in der Küche. Das gilt oft auch für unser Verhältnis zu Gott. Scham treibt uns dahin, erst aus eigener Kraft Ordnung schaffen zu wollen, damit später, wenn wir vor ihn treten, nichts mehr zu beanstanden ist.
Dahinter steht ein falsches Bild von Gott – und eine Fehleinschätzung, in wie weit sich ein Mensch aus eigener Kraft wirklich bessern kann. Gleich mehrere Psalmen bieten uns einen besonderen Blickwinkel auf dieses Thema:
„Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“
Die Bibel, Psalm 34,19
Wir sehen hier keinen Gott, der sich nur denen naht, die ihr Leben schön ordentlich aufgeräumt haben. Tatsächlich sehen wir das Gegenteil. Der Gott der Bibel hat in besonderer Weise einen Blick für die Schwachen, die Verzweifelten, für alle, die innerlich am Ende sind und nicht mehr weiter wissen. Seine Nähe gilt gerade den Zerbrochenen.
Das ist eine Umkehrung dessen, was wir von Menschen gewohnt sind. Wir ziehen uns oft von anderen zurück, wenn es in ihrem Leben schwierig wird. Sich rauszuhalten ist natürlich viel einfacher und bequemer, als zu helfen. Gott aber geht genau auf solche Menschen zu. Jesus selbst hat das später so unmissverständlich formuliert, dass es kaum misszuverstehen war:
„Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um Sünder zur Umkehr von ihren Sünden zu rufen, und nicht, um meine Zeit mit denen zu verbringen, die sich schon für gut genug halten.“
Die Bibel, Lukas 5,31-32
Ein Arzt behandelt krank Menschen. Aber nicht solche, die sich für gesund halten, obwohl sie es nicht sind. Denn die gehen nicht zum Arzt. Behandelt wird, wer einsieht, dass er den Arzt braucht und hingeht. Genau so beschreibt Jesus seine eigene Mission. Er verteilt nicht Belohnungen an die (vermeintlich) Vorzeigbaren, sondern er bringt Rettung für die, die wissen, dass sie sie brauchen.
Vielleicht denkst du jetzt aber, dass du zu weit weg bist von Gott. Zu wenig fromm. Zu wenig vorzeigbar. Zu viel beschäftigt mit Dingen, von denen du insgeheim weißt, dass sie Gott nicht gefallen können. Das ist aber keine Disqualifikation – sondern eine Voraussetzung dafür, dass du zu Gott kommen kannst – denn Jesus kam ja eben nicht für die, die sich schon für gut genug halten, sondern für die anderen.
„Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“
Die Bibel, Psalm 147,3
