Stell dir vor, du wärst völlig allein, ohne Familie und in einer verzweifelten Lage. Mittellos, ohne Perspektive, ohne Zukunft. Aber jemand kommt und zahlt deine Schulden. Befreit dich. Schenkt dir einen Neuanfang.
Das wäre schon unglaublich und zu schön, um wahr zu sein, oder?
Aber was, wenn diese Person danach auch noch sagt: „Und meine Familie ist jetzt auch deine Familie. Komm mit in mein Haus. Es ist jetzt auch dein Zuhause.“
Genau das ist es, was Gott uns Menschen anbietet.
In dieser kleinen Serie haben wir gesehen, was Gott für die bereit hält, die sich Jesus anvertrauen: Heilsgewissheit, Frieden mit Gott, kein Urteil mehr, ewiges Leben. Das ist für sich genommen schon eine gewaltige Gnade und weit mehr, als irgendjemand verdient hätte. Aber Gott hört hier nicht auf – denn seine Liebe und Gnade für uns ist noch weitaus größer, als das.
Kinder Gottes
Johannes schrieb am Anfang seines Evangeliums:
„Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“
Die Bibel, Johannes 1,12
Wer sich entscheidet, Jesus wirklich zu vertrauen, der wird nicht einfach nur Untertan. Nicht nur Begnadigter. Nicht Freigänger auf Bewährung. Nicht Schuldner, der seine Restschuld abarbeiten muss. Sondern er wird Kind – gewissermaßen adoptiert in Gottes eigene Familie.
Kind ist ein Wort, über das man hier nicht so schnell hinweglesen sollte. In der Antike war Adoption nämlich ein bewusster Akt, der zu völliger rechtlicher Vollwertigkeit führte. Ein adoptiertes Kind hatte exakt dieselben Rechte wie ein leibliches. Name, Zugehörigkeit, Anspruch auf Schutz, Erbe – alles. Kein Unterschied. Kein Vorbehalt. Endgültig.
Und genau das meint Johannes hier mit dem „Anrecht, Kinder Gottes zu werden“. Das ist keine Verwandtschaft zweiter Klasse. Sondern vollwertige, echte, dauerhafte Zugehörigkeit zur Familie Gottes.
Das war nicht nötig…
Und hier ist der Punkt, der einen sprachlos machen kann: Gott hätte uns retten können, ohne uns zu Kindern zu machen. Er hätte vergeben, freisprechen, ewiges Leben schenken – und es dabei belassen können. All das hat das Kreuz und die Auferstehung von Jesus Christus für uns erkauft. Und das wäre für sich genommen schon eine Gnade unfassbaren Ausmaßes.
Aber Gott wollte nicht nur begnadigte Menschen in der Ewigkeit um sich haben. Er wollte Familie.
Paulus fragt im Römerbrief:
„Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“
Die Bibel, Römer 8,32
Gott gab sein Wertvollstes, seinen einzigen Sohn. Alles andere ist, verglichen mit ihm, klein und nebensächlich. Wenn Gott uns also schon für einen so ungeheuerlich hohen Preis eine unverdiente Vergebung unserer Sünden erkauft, warum sollte er danach dann noch etwas zurückhalten? Die Kindschaft Gottes ist keine nachträgliche Zugabe, sondern Ausdruck dessen, wie weit Gottes Hingabe wirklich geht.
Wo stehst du?
Diese Frage ist wichtig, denn die Bibel macht auch sehr deutlich, dass es nicht reicht, alle diese Dinge nur zu wissen. Erkenntnis rettet niemanden. Sie ist lediglich wie das Medikament, das vor dir auf dem Tisch steht. Es wird dich nicht retten, wenn du dich nicht entscheidest, deinem Arzt zu vertrauen und es dann auch wirklich einnimmst.
Das geht weit über Wissen hinaus. Es ist eine Entscheidung, ein bewusster Vertrauensschritt, ein aktives Inanspruchnehmen von Gottes Begnadigungsangebot.
„Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; denn die Schrift spricht: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!“
Die Bibel, Römer 10,9-11
