Kein Urteil mehr

Die meisten Menschen kennen dieses Gefühl. Es hat viele Namen: schlechtes Gewissen, Scham, die dumpfe Ahnung, noch eine Schuld offen zu haben. Manchmal ist es sehr konkret – manchmal mehr eine Ahnung. Manchmal lassen wir das Gefühl zu, dann aber müssen wir uns früher oder später entscheiden, ob wir die Sache klären wollen – oder ob wir sie in uns ersticken. Manchmal fliehen wir auch davor.

Unser Gewissen arbeitet auf der Basis eines eigentlich recht einfachen Prinzips: Unsere Entscheidungen haben Konsequenzen. Diese Konsequenzen können eine Schuld beinhalten. Und Schuld muss bezahlt werden.

Keine Verdammnis mehr

Paulus schrieb im Römerbrief einen kurzen Satz, klar und prägnant, der so viel Bedeutung trägt, dass es eine ganze Zeit dauert, ihn richtig zu greifen:

„So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

Die Bibel, Römer 8,1

Verdammnis. Dieses Wort ist wie ein Berg. Es ragt himmelhoch vor uns auf, unnachgiebig, hart und unfassbar schwer. Verdammnis ist real – und das Schicksal jedes Menschen, der am Ende seines Lebens schuldig vor Gott tritt. Verantwortung für die eigenen Entscheidungen ist der Preis unseres freien Willens. Und Schuld vor Gott ist die Konsequenz unserer Sünde.

Aber keine Verdammnis mehr? Man muss sich fast zwingen, die Tragweite dieser Aussage zu sehen. Es geht hier nicht um das Abzahlen einer Schuld auf Raten. Nicht um eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Es geht um einen Freispruch – einen wirklichen, endgültigen Rechtsbefund vor der höchsten Instanz des Universums.

Wie ist das möglich?

Gott drückt hier nicht etwa ein Auge zu. Er ignoriert Schuld nicht einfach, denn das wäre ja ungerecht. Paulus erklärt im Römerbrief kurz darauf, wie das rechtlich möglich ist:

„Das Gesetz des Mose war dazu nicht imstande. Es scheiterte am Widerstand unserer Natur. Deshalb hat Gott seinen eigenen Sohn gegen die Sünde in die Welt geschickt. Er kam in der gleichen Gestalt, wie sie die Menschen haben, die im Widerspruch zu Gott leben, und machte der Sünde in der menschlichen Natur den Prozess.“

Die Bibel, Römer 8,3 (NeÜ)

Gottes Gebote stellen eine Forderung auf, die der Mensch aber nicht erfüllen kann, da unsere menschliche Natur Gott nicht gehorchen kann und will. Durch das Erfüllen von Gottes Geboten kommt daher niemand in den Himmel – denn wir scheitern an uns selbst. Alle. Unausweichlich. Denn wir sind Sünder.

Darum schickte Gott seinen Sohn in diese Welt, um unser Urteil und unsere Strafe zu tragen. Das ist die Grundlage, auf der wir Menschen bei Gott ein Gnadengesuch „einreichen“ können – dass Gott niemals abweist, wenn wir es nur ehrlich erbitten. Das ist das von Gott durch das Kreuz von Jesus Christus besiegelte Versprechen an alle, die seinem Wort Glauben schenken wollen.

Gewissen, das zur Ruhe kommt

Daher gibt die Bibel so viel mehr als nur eine diffuse Hoffnung. Sie bietet uns mit klaren Worten eine konkrete, juristische Sicherheit. Eine Sicherheit, die nicht menschliches Wunschdenken ist, sondern auf Gottes eigenem Handeln und Gottes eigenem Wort.

Das ist die Kraft, die deine Verdammnis abwendet und dein Gewissen völlig zur Ruhe bringt.

Und was ist mit deinem Fall?

Wie würdest du vor Gottes Gericht abschneiden, wenn du heute sterben und vor ihn treten müsstest?
Ist deine Sache schon geklärt – oder noch offen?

Du kannst deine Bitte um Vergebung jederzeit an Jesus richten.

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Die Bibel, Psalm 90,12