Es gibt eine Frage, die viele Menschen umtreibt – bewusst oder unbewusst: Wie kann ich zu Gott kommen? Was muss ich tun, damit er mir vergibt? Braucht es eine besondere Zeremonie? Oder brauche ich jemanden, der für mich spricht? Einen Priester, einen Heiligen?
Im letzten Post haben wir gesehen, was der zerrissene Vorhang bedeutet: Der Weg zu Gott ist offen.
Aber wie geht man diesen Weg konkret?
Die Bibel gibt eine überraschend einfache Antwort.
Zwei Verse, die alles sagen
Der Apostel Johannes – einer der engsten Vertrauten Jesu, der ihn von Anfang bis zum Kreuz begleitet hatte – schrieb in seinem ersten Brief:
„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
Die Bibel, 1. Johannes 1,8-9
Zwei Verse. Zwei mal: Wenn – Dann. Was Johannes uns hier zeigt, sind gewissermaßen zwei Türen, die vor uns liegen. Die eine heißt „Abstreiten“, die andere „Zugeben“. Wir haben bei Gott aber nicht einfach nur die Wahl zwischen diesen beiden Handlungsoptionen, sondern Johannes verrät uns hier auch, was wir hinter der jeweiligen Tür zu erwarten haben:
Wenn wir abstreiten, dass wir Sünder sind, wird uns Gott mit der Wahrheit konfrontieren. Und so schmerzhaft die sein mag und so sehr wir uns auch vielleicht wünschten, es wäre anders – es bleibt die Wahrheit, dass wir Sünder sind. Und jeder Mensch, der von sich etwas anderes behauptet, lebt in Selbsttäuschung. Auf diesem Weg kann niemand mit Gott ins Reine kommen.
Wer aber einfach ehrlich mit seiner Sünde ist, vor Gott und sich selbst, der darf sich Gottes Vergebung sicher sein – wirklich sicher! Lies den zweiten Satz nochmal langsam:
„Wenn wir unsere Sünden bekennen“ – das ist unsere Seite. Ein ehrliches Eingeständnis vor Gott. Keine Formel, kein Ritual, keine Vermittlungsperson. Nur die Wahrheit, die wir Gott sagen.
„So ist er treu und gerecht“ – das ist Gottes Seite. Nicht: Vielleicht. Nicht: Wenn du dich genug bemüht hast. Sondern: Er ist treu. Das ist das Wesen Gottes, treu zu sein, selbst wenn wir untreu waren. Er will vergeben, wenn wir unseren Fehler einsehen und umkehren.
„Dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ – das ist die Größe von Gottes Gnade. Er vergibt uns nicht einige Sünden. Er reinigt und nicht von einem Teil unserer Ungerechtigkeit. Sondern er vergibt all unsere Sünde und all unsere Schuld!
Was das bedeutet – und was es nicht bedeutet
Es bedeutet, dass die Vergebung deiner Sündenschuld bei Gott zwar so eine Art Bankrotterklärung ist – aber doch etwas völlig anderes, als die Vergebung deiner Kreditschuld bei einer Bank, wenn du zahlungsunfähig bist. Die Bank vergibt maximal die Schulden, die du aktuell bei ihr hast. Gott vergibt ALLE Schuld und reinigt dich von ALLER Ungerechtigkeit – auch der von morgen – und übermorgen. Denn wenn der ewige, allwissende Gott, der selbst außerhalb der Zeit steht, dir zusagt, dass er dir alles vergibt, dann meint er auch wirklich ALLES!
Wenn du also ehrlich anerkennst, dass Gott recht hat – wenn dir deine Sünden ehrlich leid tun – und wenn du deine Schuld vor Gott ehrlich ins Reine bringen und mit ihm Frieden haben willst – dann sag es ihm einfach! Und dann darfst du ihm beim Wort nehmen, dass damit die Frage deiner Sündenschuld für immer und ewig geklärt ist. Dann hast du deinen Platz im Himmel sicher und auch deine Sünden von morgen und selbst Satan persönlich werden daran nichts – aber auch gar nichts – ändern.
Das bedeutet aber nicht, dass du dann ohne Sünde bist, denn Johannes schrieb seinen Brief ja an Christen, die diesen Schritt bereits gegangen waren. Für Christen gilt also ganz genau so wie für alle anderen Menschen auch: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst…“ (1. Johannes 1,8). Die Schuld ist beseitigt – die Sünde bleibt, bis wir im Himmel ankommen.
Damit ist dann aber auch das Sündenbekenntnis keine einmalige Angelegenheit, sondern ebenfalls eine Dauereinrichtung. Die Frage nach Schuld und Himmel oder Hölle mag sich nicht mehr stellen, doch stört unsere Sünde unsere Zusammenleben mit Gott durchaus auch weiterhin. Aber solange du ehrlich mit dir selbst und Gott bleibst, wird er dir auch immer vergeben.
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Die Bibel, Johannes 3,16
Und seine Liebe in Jesus Christus gilt auch dir. Du darfst kommen, so wie du bist.
Sei einfach ehrlich – und er wird vergeben, wenn es dir ernst damit ist.
Das hat er versprochen.
