Bei uns Menschen hängt die Erfüllung unserer Versprechen an vielen Faktoren. Ein entscheidendes Thema dabei ist, dass wir nicht wissen, was die Zukunft bringt und ob wir wirklich Gelegenheit haben werden, unser Versprechen so zu halten, wie wir es zugesagt haben. Und manchmal versprechen wir sogar Dinge, die wir nicht wirklich ernst gemeint oder zu dem Zeitpunkt einfach nicht wirklich durchdacht hatten – und dann wollen wir unser Wort gar nicht halten. Das Wollen und das Können, daran hängt unser Wort am Ende.
Johannes beschreibt in der Bibel eine Zusage, die ganz anders funktioniert. Sie hängt in keiner Form von uns ab, nicht an Stimmung oder Gefühlen, sondern sie hängt einzig und allein an Gottes eigenem Charakter, an seinem Wesen. Und das ist unwandelbar heilig und in jeder Hinsicht makellos.
„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
Die Bibel, 1. Johannes 1,8-9
Drei Dinge stehen hier nebeneinander. Erstens: Sünde zu leugnen ist Selbstbetrug, keine Frage von Optimismus. Das mag unbequem klingen, ist aber die Realität. Denn jeder Mensch weiß tief drinnen, dass er nicht durchgehend das Richtige denkt, will und tut.
Zweitens: Gott fordert von uns keine Eigenleistung, um unsere Beziehung zu ihm wieder ins Reine zu bringen. Alles, was er sucht, ist Ehrlichkeit. Wenn dir deine Sünden wirklich ehrlich leid tun, dann kannst du sie Gott einfach bekennen – zugeben. Und wenn du ihn um Vergebung bittest, dann wird er sie dir gewähren.
Drittens – und das ist der eigentliche Clou: Wir Menschen können natürlich immer nur die Sünden bekennen, derer wir uns bewusst sind. Die Realität ist, dass jeder von uns aber auch Sünden begeht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Zum Glück lässt Gottes Gnade sich aber nicht von unseren menschlichen Grenzen aufhalten. Wenn wir bekennen und bereuen, was wir wissen, so sagt uns die Bibel zu, dann werden wir von ALLER Ungerechtigkeit gereinigt. Vergeben wird also ALLE Schuld, nicht nur für die Sünden, die du bekannt hast. Für Gott zählt eben mehr, was er in deinem Herzen sieht – wenn du alles mit ihm klären willst und es nach bestem Wissen und Gewissen tust, dann vergibt er auch, was du nie wusstest.
Seine Gnade hängt hierbei an zwei der grundlegendsten Eigenschaften Gottes: Er ist treu – er hält, was er verspricht. Und er ist gerecht – denn Jesus hat am Kreuz schon für ALLE deine Sünden die gerechte Strafe getragen, so dass es ungerecht von Gott wäre, dir nicht auch ALLES zu vergeben, wenn du ihn ehrlich um die generelle Vergebung deiner Schuld bittest.
Das bedeutet: Du musst nicht erst aus eigener Kraft „gut genug“ werden, besser beten oder lange genug bereuen, damit Gott bereit ist, dich anzunehmen. Er hat sich bereits festgelegt. Auf dich wartet keine Prüfung deiner Gefühle oder deiner Leistungsfähigkeit – sondern einfach eine offene Tür. Sie steht jedem offen, der ehrlich hinschaut und sagt: „Ja, ich bin schuldig geworden.“
Das einzige, was dich davon abhalten kann, durch diese Tür zu treten, ist dein Stolz – denn Gnade gibt es nur als unverdientes Geschenk.
„O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich völlig rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde.“
Die Bibel, Psalm 51,3-4
