In den letzten vier Posts haben wir eine ganze Reihe von Themen durchlaufen: vom geistlichen Tod über Gottes rettendes Eingreifen und die Gnade durch Glauben bis zu den guten Werken, die daraus wie von selbst wachsen. Wenn du diese Posts gelesen hast, weißt du jetzt einiges über das, was Gott getan hat. Aber: Wissen über jemanden ist etwas ganz anderes, als ihn persönlich zu kennen.
Man kann sehr genau über Fakten im Leben eines Menschen Bescheid wissen, ohne wirklich seine Persönlichkeit, seinen Charakter zu kennen. Genauso kann man sehr viel Bibelwissen und auch die Fakten des Evangeliums im Kopf haben, ohne Gott und seinen Sohn persönlich zu kennen. Aber genau darauf zielt der ganze Abschnitt ab, den Paulus in Epheser 2 geschrieben hat und den wir in den letzten Tagen angeschaut haben: nicht auf ein Wissen, das man abhaken kann, sondern auf eine Beziehung, die beginnt. Denn nur, wo eine Beziehung ist, wo man jemanden persönlich kennt, kann echtes Vertrauen wachsen.
Deshalb noch mal der Blick zurück:
„Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“
Die Bibel, Epheser 2,10
„Wandeln“ – das ist ein Wort für gemeinsames Gehen, nicht für das Abarbeiten einer Checkliste. Gott geht es zuerst um Gemeinschaft. Die guten Werke sind das, was nebenher passiert, während wir mit Gott unterwegs sind.
Wie lernt man aber nun jemanden kennen, mit dem man im Moment nicht von Angesicht zu Angesicht sprechen kann? Genauso, wie man auch sonst einen Menschen auf Entfernung kennenlernen kann: Durch Worte. Man schreibt sich, liest, denkt darüber nach, antwortet, erhält Antwort usw. Und genau das bietet Gott uns durch die Bibel und das Gebet an – keine trockene Vorschriftensammlung, sondern seine eigenen Worte an uns, aufgeschrieben, damit wir sie immer wieder lesen können – wie einen riesigen Brief. Und im Gebet können wir Gott unsere Gedanken, Fragen, Sorgen, Wünsche und überhaupt alles mitteilen, was uns beschäftigt. Sogar die Dinge, die wir noch gar nicht richtig in Worte kleiden können.
Deshalb diese herzliche Einladung zum Schluss: Lass die Bibel nicht ungelesen im Regal stehen. Fang an zu lesen, und wenn es nur ein paar Verse am Tag sind. Nicht um eine gute Tat abzuhaken, nicht um einen Impuls für den Tag zu bekommen – sondern um den kennenzulernen, der dich geschaffen hat und liebt. Und wenn du etwas nicht verstehst, Fragen hast, Sorgen, Pläne, eine große Freude oder sonst irgendetwas, teil sie Gott mit, so wie du sie einem guten Freund sagen würdest.
„Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben.“
Die Bibel, Offenbarung 3,20
