Sein Werk, zu guten Werken

Im letzten Post haben wir gesehen: Rettung kommt allein aus Gnade, durch Glauben – ganz ohne eigene Werke. Das kann leicht einen Verdacht wecken: Wenn gute Werke also nichts zur Rettung beitragen, spielen sie dann überhaupt noch eine Rolle? Paulus beantwortet genau diese Frage im letzten Vers dieses Abschnitts im Epheserbrief, den wir die letzten Tage betrachtet haben:

„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Die Bibel, Epheser 2,8-10

Hier liegt die Antwort auf die offene Frage: Gute Werke spielen sehr wohl eine Rolle – aber nicht als Bedingung für die Rettung. Erst danach, wenn der Mensch aus Gnade wieder in eine gesunde Beziehung mit Gott gebracht worden ist, kommen gute Werke ins Bild. Sie sind wie ein Weg, den Gott vorbereitet hat, auf dem wir dann – gemeinsam mit ihm – gehen können.

„Wir sind sein Werk“ – noch bevor von unseren Werken die Rede ist, stellt Paulus klar, wessen Werk wir selbst zuerst sind. Das Wort im griechischen Urtext ist dasselbe, das sonst für ein Kunstwerk verwendet wird. Wir – unser Leben, unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten – sind nicht das Ergebnis eigener Anstrengung, sondern etwas, das Gott selbst gemacht hat. Wenn wir also von eigenen Werken reden, sollten wir uns bewusst sein, dass alles, was wir dazu an Voraussetzungen mitbringen, uns von Gott gegeben worden ist.

Damit schließt sich der Kreis dieser Verse im Epheserbrief: Vom Tod in Sünde über Gottes rettendes Eingreifen und die Gnade durch Glauben – bis hin zu einem neuen Leben, das zuerst eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu Gott ist, und dann ganz von selbst gute Frucht trägt. So wie ein gesunder Apfelbaum wie von selbst Früchte hervorbringt – nicht, um Apfelbaum zu werden, sondern weil er schon einer ist.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

Die Bibel, Johannes 15,5