In unserer Gesellschaft gilt es als Selbstverständlichkeit: Du bist für dein Leben selbst verantwortlich.
Erstmal ist das ja auch richtig. Nur du selbst kannst Entscheidungen für dich treffen. Aber in unserer Gesellschaft ist damit auch eine Annahme verwoben, die ein altes Sprichwort sehr treffend einfängt: Du bist deines eigenen Glückes Schmied. Das klingt gut, ist aber etwas anderes. Verantwortung für sich selbst zu übernehmen ist ohne Zweifel grundlegend – aber ist der Mensch wirklich in der Lage, sich selbst glücklich zu machen? Liegt das wirklich nur bei dir?
Das ist jedenfalls die Erwartung, die in unserer Gesellschaft gilt und der Druck, unter dem die meisten von uns aufwachsen und ins Leben starten. Und weil es praktisch nie hinterfragt wird, tragen die meisten von uns diese Annahme, dass das überhaupt möglich ist, als eine Art Glaubenssatz mit sich herum.
Solange das Leben läuft, kann man sich dann ja auch noch schön auf die Schulter klopfen. Aber so, wie nicht an allen Tagen die Sonne scheint, ist es auch im Leben. Manchmal kommen Stürme…
Die Last, die niemand benennt
Was passiert, wenn du mal eine schlechte Entscheidung für dein Leben triffst? Manche Dinge haben leider erhebliche Tragweite – und manchmal zeigt sich das erst nach Jahren. Kaputte Beziehungen, kaputte Ehen, kaputte Karrieren, gescheiterte Existenzen, Alkohol- und Drogensucht, Schulden, Unfälle. So vieles ließe sich aufzählen, was unsere schlechten Entscheidungen und Fehler uns bescheren können. Aber können wir wirklich im Voraus immer ahnen, was am Ende dabei rauskommt? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen, dass das nicht unbedingt immer so ist…
Und dann sind da noch die anderen Dinge, die sich keiner Aussucht aber mit denen wir trotzdem alle im Leben mehr oder weniger konfrontiert werden: Schwere Krankheiten, manchmal jahrelang, manchmal chronische Krankheiten – bei uns selbst oder auch Menschen, der uns sehr nahe steht. Alte Eltern, die irgendwann mehr Hilfe oder sogar Pflege brauchen. Behinderte Kinder werden geboren. Durch Unfälle oder Schlaganfälle werden Menschen im Laufe ihres Lebens zu Pflegefällen. Und wenn wir auf die Ukraine blicken, sehen wir auch deutlich, wie sich die Entscheidungen der Machthaber dieser Welt auf die Lebensumstände von Abermillionen Menschen auswirken können. Diese Dinge kommen in unser Leben wie das Wetter, ungebeten, nicht unsere Schuld – aber wenn sie kommen, ziehen sie trotzdem wie ein Tornado eine Schneise der Verwüstung durch unser Leben und unseren Alltag.
Trotzdem sind und bleiben wir verantwortlich für unser Leben. Aber der Anspruch, seines eigenen Glückes Schmied zu sein, wir vom Schulterklopfen plötzlich zu einer erdrückenden Last. Denn wenn du nicht glücklich bist, deine Lebensumstände aber auch nicht selbst ändern kannst, bist du dann wirklich ein Versager?
Das ist die Kehrseite, über die in unserer Gesellschaft praktisch nie offen gesprochen wird. Stattdessen haben wir alle einen Reflex, zumindest den Anschein zu wahren, die Fassade aufrechtzuerhalten – und mit unserem Elend alleine zu bleiben…
Und zu allem Überfluss tickt dann ja auch noch unsere Lebensuhr. Wir haben nicht ewig Zeit und selbst, wenn alles gut läuft, ist das wirklich genug? Wenn ich gesund und einigermaßen erfolgreich und ohne große Katastrophen durchs Leben gekommen bin – das soll es ja geben – ist es wirklich das, was den Menschen erfüllt, ihm Identität und Lebenssinn gibt? Reicht das, um wirklich ruhig sterben zu können?
Ein alter Irrtum in neuem Gewand
Die Idee, dass der Mensch sich selbst genug ist, ist eigentlich uralt. Es ist die Idee, dass der Mensch durch die richtige innere Einstellung, die richtige Energie oder die richtige spirituelle Technik sein Leben in den Griff bekommt. Sie taucht in vielen Formen auf: Im stoischen Ideal der selbstbeherrschten Weisheit, im modernen Coaching, in esoterischen Konzepten wie Karma oder dem „Gesetz der Anziehung“.
Hinter all diesen Ansätzen steckt eigentlich dieselbe Annahme:
Der Mensch ist der Ausgangspunkt. Der Mensch ist die Lösung. Und die Lösung heißt: Leistung.
Aber stimmt das auch?
Die Antwort der Bibel ist nicht, dass wir uns mehr anstrengen müssen, sondern dass wir einen viel besser Lösungsansatz wählen können:
Die Botschaft der Bibel
„HERR, ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken.“
Die Bibel, Jeremia 10,23
Dies ist ein Gebet des Propheten Jeremia. Und es ist für uns keine Einladung zur Passivität. Es verneint auch nicht, die Verantwortung des Menschen für sein eigenes Leben. Aber es ist eine nüchterne Bestandsaufnahme: Wir sind nicht so souverän über unser Leben, wie wir es gerne glauben würden. Wir stoßen an Grenzen – unserer Kraft, unserer Weisheit, unseres Einflusses.
Dieses Gebet Jeremias hat aber auch eine Richtung. Unser Mensch, unser Leben mag der Ausgangspunkt all unserer Herausforderungen mit dem Leben sein – seinen sie selbst verschuldet oder nicht. Aber Jeremia zeigt uns, dass wir mit unserem Leben nicht allein dastehen. Gott ist real und er ist keine unpersönliche Kraft, kein Naturgesetz oder ein teilnahmsloser oder gar eigensüchtiger Geist, sondern er ist gütig, liebevoll und voller Gnade.
Da ist jemand, der größer ist als alle Probleme dieser Welt – und er will uns helfen. Er lädt uns ein. Und in Jesus Christus kam er uns sogar bis auf Augenhöhe entgegen.
Was wir wirklich brauchen
Diese Einladung von Jesus gehört vielleicht zu den Trostbringendsten der ganzen Bibel:
„Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für eure Seelen.“
Die Bibel, Matthäus 11,28-29
Er sagt nicht: „Glaube mehr an dich selbst.“ Er sagt: „Komm zu mir.“ Der Unterschied ist gewaltig! Jesus lädt dich ein, deine Last für dich zu tragen.
Das ist keine Einladung zur Selbstaufgabe. Die Entscheidung wird immer deine sein. Was er dir anbietet ist sein Rat mit göttlicher Weisheit für deine Lebensentscheidungen und seine Hilfe und Kraft für die Dinge im Leben, die dir zu schwer sind. Und darüber hinaus bietet er dir an, was die ganze Menschheit so verzweifelt sucht und was in dieser Welt und in uns selbst aber einfach nicht zu finden ist: Tiefer innerer Frieden, Frieden für die Seele, sowohl im Leben als auch im Sterben.
Das ist sein Angebot an dich
„Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“
Die Bibel, Philipper 4,6-7
Wie du dieses Angebot annehmen kannst, hat dir Jesus in der Bibel aufgeschrieben.
