Im letzten Post haben wir bei einer schmerzhaften, aber ehrlichen Diagnose aufgehört: Wir Menschen sind von Natur aus geistlich tot – Sünder – und unfähig, uns selbst zu retten. Keine Anstrengung, kein Vergleich mit anderen ändert etwas an diesem Grundzustand.
Genau an diesem Punkt ist dann auch eigentlich nichts mehr zu erwarten. Aber seinen nächsten Satz beginnt Paulus mit zwei Worten, die alles verändern:
„Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr errettet!“
Die Bibel, Epheser 2,4-5
„Gott aber…“ ist der ultimative Ausdruck dafür, dass die Grenzen von uns Menschen für Gott keinerlei Hindernis darstellen. Und Gott entschied sich, einzugreifen, denn er liebt uns Menschen trotz allem und hat Erbarmen mit uns.
Wenn Paulus schreibt: „…uns, die wir tot waren…“, dann bezieht er sich explizit in diese Aussage mit ein. Auch er war früher geistlich tot, denn kein Mensch kommt als Christ zur Welt. Auch Paulus musste sich seine Rettung von Gott schenken lassen. Eine Rettung ganz aus Gnade – also völlig unverdient, ohne den Hauch einer Eigenleistung, zu 100% basierend auf Gottes Entscheidung und dem Kreuz und der Auferstehung von Jesus Christus.
„… und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus, damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.“
Die Bibel, Epheser 2,6-7
In kurzen Worten schreibt uns Paulus, was das Gnadengeschenk durch Jesus Christus für uns konkret bedeutet: „Mitauferweckt“ bedeutet, dass wir geistlich toten Menschen, mit unserer Entscheidung, das Rettungsangebot von Jesus anzunehmen, tatsächlich und real zu neuem Leben erweckt werden – ebenso wie Jesus nach dem Kreuz wirklich tot war und wirklich wieder auferstand. Wir mögen also tot sein und können daran nichts ändern – aber er kann uns lebendig machen!
Das bedeutet nichts weniger als eine völlige Umkehr unserer menschlichen Natur. Und damit einher geht, dass wir ins Reich Gottes versetzt werden, das aktuell zwar noch unsichtbar ist, aber das Bürgerrecht im Himmel gilt sofort – und Gott wird niemals fertig damit sein, uns in Christus mehr und mehr zu segnen – denn er ist ein unendlicher Gott, der unendlich viel zu geben hat.
Die Rettung ist also kein einmaliger Akt, den Gott dann abhakt, sondern nur der Anfang einer Beziehung, die auf Ewigkeit angelegt ist. Das ist Gottes Antwort auf die düstere Diagnose aus dem letzten Post. Keine Ausrede, keine Verharmlosung des Zustands – sondern das Geschenk eines völligen Neuanfangs mit einer fundamentalen Erneuerung unseres Zustandes. Und jedem Menschen steht es frei, dieses Geschenk anzunehmen, wenn er möchte.
Aber wie genau kommt dieses Geschenk bei uns an? Das schauen wir uns im nächsten Post an.
„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
Die Bibel, Römer 5,8
