Im letzten Post haben wir gesehen: Rettung ist Gnade – ein Geschenk, das Gott uns gibt, ohne dass wir es verdient hätten. Aber wie nimmt man so ein Geschenk eigentlich an?
Die Bibel hat eine einfache Antwort: durch Glauben.
Nicht Glaube und Werke. Nicht Glaube und Sakramente. Nicht Glaube und ein frommeres Leben ab jetzt. Sondern Glauben allein. Gott gibt – wir nehmen entgegen.
Allein der Glaube – was das bedeutet
Wir hatten das hier schon einmal kurz – das griechische Wort „pistis“, das im Neuen Testament mit „Glaube“ übersetzt wird, bedeutet so etwas wie Vertrauen aufgrund von Beweisen. Kein blindes Wunschdenken. Keine bloße Meinung. Sondern eine begründete Überzeugung, die sich im Leben zeigt.
Zum Vergleich: Ein Mensch, der seinem Arzt vertraut, nimmt dessen Medizin. Einer, der dem Piloten traut, steigt ins Flugzeug. Glaube an Jesus bedeutet, darauf zu vertrauen, dass er das getan hat, was er gesagt hat – und dann dementsprechend auch danach zu leben, quasi in sein „Flugzeug“ einzusteigen.
Paulus schreibt:
„Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“
Die Bibel, Römer 10,9
Herz und Mund. Innen und außen. Eine echte, innere Überzeugung, die man daran erkennt, dass sie dein Verhalten nach außen prägt.
Glaube ohne Werke?
Jetzt kommt die naheliegende Einwendung: Wenn allein der Glaube rettet – was ist dann mit einem Leben, das dieser Überzeugung widerspricht? Kann man dann nicht einfach an Jesus glauben – und dann tun, was man will? Ist das nicht zu billig?
Der Apostel Jakobus, der Halbbruder von Jesus, antwortet darauf klar:
„Was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht entsprechend handelt? Ein solcher Glaube kann niemanden retten.“
Die Bibel, Jakobus 2,14
Jakobus will hier natürlich nicht sagen, dass Werke jetzt doch nötig sind, um gerettet zu werden. Aber wer wirklich zu der Überzeugung kommt, dass Jesus Christus der wiederauferstandene Sohn Gottes ist, der wird nicht einfach so weiterleben können – und wollen! – wie bisher. Ein solcher Glaube verändert tief im Inneren und deshalb sieht man ihn zwangsläufig auch von außen, an den Entscheidungen, die jemand trifft.
Paulus redet oben über den Ursprung der Rettung: Sie kommt aus Gnade, durch Glauben – nicht aus Werken. Jakobus redet über das Ergebnis des Glaubens: Echter Glaube zeigt sich irgendwie im Leben. Deswegen ist ein Glaube, der rein gar nichts verändert, auch kein echter Glaube.
Anders gesagt: Werke retten nicht – aber echter Glaube bringt Werke hervor. Wie ein gesunder Baum gute Früchte trägt, nicht um ein Baum zu werden, sondern weil er einer ist.
Der Weg zu Gott
Sola Fide ist keine Einladung zu einem gleichgültigen Leben. Im Gegenteil! Wenn der Vater es für notwendig hielt, seinen geliebten Sohn am Kreuz für uns zu opfern, dann dürfen wir sicher sein, dass es wirklich keinen anderen Weg für uns gibt, zum Vater zu kommen, als durch die Gnade, die er uns am Kreuz von Jesus Christus anbietet. Wenn es einen anderen Weg gäbe, wäre Jesus ja umsonst gestorben.
Das darf uns mit stiller Demut und Dankbarkeit erfüllen, denn wenn Gott sich nicht entschieden hätte, diesen höchsten Preis zu zahlen und uns eine völlig unverdiente Vergebung unserer Sündenschuld anzubieten, dann würde es niemand in den Himmel schaffen.
Es darf uns aber auch befreien. Befreien von dem Druck, gut genug sein zu müssen. Von der Angst, dass es doch irgendwie nicht reicht. Von der Unsicherheit unserer Gedanken, Gefühle und Stimmungen. Und hin zu der Sicherheit der eindeutigen Aussagen von Gottes eigenem Wort.
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
Die Bibel, Johannes 3,16
Glaubst du das?
