Es gibt etwas, nach dem sich die allermeisten Menschen zutiefst sehen – in jeder Kultur, in jeder Religion: Gerechtigkeit. Und damit einher geht der Wunsch, dass jeder bekommt, was er verdient.
Wer hart arbeitet, sich bemüht und versucht, gut zu sein, der wird belohnt. Im Sinne von Lohn, wie Arbeitslohn für eine Leistung. Es ist im Grunde eine Transaktion. Und wer versagt, wer faul ist oder Böses tut, der muss mit den Konsequenzen leben. So wollen wir es hier in der Welt und intuitiv erwarten oder erhoffen sich viele Menschen das auch von Gott.
Dabei ist es genau das Gegenteil von dem, was die Bibel über die Rettung des Menschen sagt.
Was Gnade bedeutet
Wenn Gerechtigkeit ist, dass du bekommst, was du verdient hast – deinen gerechten Lohn – dann ist Gnade das genaue Gegenteil. Gnade ist, wenn du etwas viel besseres bekommst, als du verdient hast – ein unverdientes Geschenk.
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
Die Bibel, Epheser 2,8-9
Rettung braucht, wer sich nicht selbst helfen kann. Und Gottes Errettung gibt es dementsprechend aus seiner Gnade, nicht für unsere Leistung. Denn wenn wir unsere Rettung selbst vollbringen könnten, dann wäre es ja gar keine Rettung mehr, sondern einfach unser Erfolg. So aber können nicht nur die Leistungsträger zu Gott kommen, sondern alle Menschen. Die einzige Bedingung ist, dass sie bereit sind, um Gnade zu bitten und sich unverdient beschenken zu lassen. Das ist gar nicht so einfach, dann hier steht uns unser Stolz häufig sehr hartnäckig entgegen.
Aber Gott macht es hier unmissverständlich klar – drei mal in einem Satz – wie wir zu ihm kommen können, und wie nicht: Aus Gnade, nicht aus uns, nicht aus Werken.
Warum das so wichtig ist
Wenn Rettung von Leistung abhängen würde – wessen Leistung reicht dann? Wer könnte je sicher sein, genug getan zu haben? Wer könnte ruhig schlafen, wenn die Waagschale vielleicht noch nicht kippen könnte?
Die Antwort lautet: Niemand! Aber Gott ist einen ganz anderen Weg gegangen, denn er wollte uns eine absolute Sicherheit geben, die unabhängig von unserer Tagesform ist. Er hat aber nicht die Latte niedriger gelegt, sondern er ist selbst angetreten, um sie zu überspringen. Das ist es, was Jesus Christus mit seinem makellosen Leben und seinem Tod am Kreuz getan hat: Er hat Gottes Maßstab und Auftrag völlig erfüllt. Und was Jesus dadurch erworben hat, bietet er uns als Geschenk an.
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
Die Bibel, Johannes 3,16
Allein die Gnade
Bei Gott erwartet dich Liebe, ohne Vorleistung gegeben. Das ist das Fundament, auf dem Gottes Gnade steht. Diese Liebe ist der Grund, warum er seinen Sohn für uns gab, denn obwohl Gott die Sünde hasst und bestrafen muss – weil es ungerecht wäre, es nicht zu tun – so liebt er doch den Sünder und will ihn erlösen. Und genau dafür ging Jesus am Kreuz.
Die Initiative zu dieser Rettung liegt bei Gott. Das Werk, das für dieser Rettung nötig war, tat Jesus. Die Entscheidung, ob du die Gnade annehmen willst oder nicht, hat Gott in deine Hände gelegt. Deswegen ist der Glauben an Jesus Christus auch nicht einfach eine Liste von Regeln, an die wir uns zu halten haben, sondern der Eintritt in eine Beziehung zu einer Person, die dich vorbehaltlos liebt – trotz deiner Fehler.
„Das ist die wahre Liebe: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt und hat seinen Sohn gesandt, damit er uns von unserer Schuld befreit.“
Die Bibel, 1. Johannes 4,10
